Der Beitrag beschreibt die Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe (GES-Berufe) anhand von drei Merkmalen, die Aufschluss über die Anforderungen, das gesellschaftliche Ansehen sowie die Gratifikationen dieser Ausbildungsberufe geben. Zur besseren Einordnung werden sie mit Berufsmerkmalen dualer Ausbildungsberufe verglichen.
Gesellschaftliche Debatten um systemrelevante Berufe im Kontext der Coronapandemie haben Fragen der Wertigkeit und Wertschätzung beruflicher Tätigkeiten jenseits ökonomischer Kriterien intensiviert. Mit dem Vergleich von zwei Listen systemrelevanter Berufe verbinden wir die Beschreibung der Wertigkeit anhand von Merkmalen wie Arbeitslohn, Berufsprestige und Arbeitsbelastung mit Analysen zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten in diesen Berufen. Mit der Frage, ob sich die Lasten oder Verantwortungen in Krisenzeiten gleichmäßig auf Beschäftigte aller Qualifikationsniveaus verteilen, möchten wir eine erweiterte Perspektive auf die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung eröffnen. Als Datengrundlage dient die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2018.
Das Ausbildungssystem und der Arbeitsmarkt sind in Deutschland beruflich organisiert; der Beruf bestimmt maßgeblich über Einkommens- und Karrierechancen und strukturiert Prozesse der Stellensuche und -besetzung. Berufe genießen in der Bevölkerung ein unterschiedlich hohes Ansehen. Das Ansehen spielt bei der Berufswahl von Jugendlichen und bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen eine Rolle. Der Beitrag stellt erste Befunde aus einer aktuellen BIBB-Studie zum Ansehen der 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufe vor.
Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit Merkmalsunterschiede zwischen dualen Ausbildungsberufen zu Besetzungsproblemen von Ausbildungsplatzangeboten beitragen. Analysiert werden die Auswirkungen von Unterschieden in der Bezahlung, im schulischen Vorbildungsniveau und in der Geschlechterverteilung. Dabei wird auf Brückenhypothesen zum Berufswahlverhalten Bezug genommen, wonach Jugendliche das Erlernen eines Berufs vor allem als ein Mittel zur Festigung ihrer sozialen und geschlechtlichen Identität begreifen.
Zwei gegenläufige Entwicklungen bestimmen in Zukunft die Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt: Die Zahl der Jugendlichen wird sinken und die der Erwerbstätigen, die aus Altersgründen ausscheiden, wird wachsen. Die daraus resultierende Schere wird für die Betriebe zum Problem: Sie werden immer stärker um ausbildungsinteressierte Jugendliche konkurrieren müssen. Doch droht dies ein ungleicher Kampf zu werden. Denn für Berufe mit einem schlechten Image wird es in Zukunft besonders schwierig, Ausbildungsinteressierte zu finden. Der Beitrag erforscht die Gründe und sucht nach Lösungen, um bislang unbeliebte Berufe attraktiver zu machen.
Handwerk hat goldenen Boden, "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", "Handwerker sind unpünktlich und hinterlassen viel Dreck" oder auch "Handwerk ist der Ausbilder der Nation" lauten einige der mehr oder weniger populären Ansichten über den Wirtschaftsbereich Handwerk. Wie sieht es im Handwerk wirklich aus? Um die Frage zu beantworten, welches Bild Studierende der Erziehungswissenschaften und Berufsschüler vom Handwerk allgemein und von einzelnen Handwerksberufen haben, wurde eine Studie zum Prestige des Handwerks durchgeführt, deren Untersuchungsergebnisse im Beitrag vorgestellt werden. Demnach werden handwerkliche Berufe in ihrer Gesamtheit gegenüber kaufmännischen Berufen und einem Studium zwar negativ beurteilt, es gibt jedoch kein einheitliches negatives Bild des Handwerks an sich. Klar erkennbar ist jedoch ein Informationsmangel. Für die Arbeit mit angehenden Lehrern bedeuten die Untersuchungsergebnisse, daß Lehrerstudenten detaillierte Informationen zu den Handwerksberufen vermittelt werden müssen, damit diese ihre Schüler bei der Berufswahl bedarfsgerecht und kompetent begleiten können.
In den letzten Jahren sind bei der Entwicklung neuer und der Modernisierung bestehender Berufsbilder viele neue Berufsbezeichnungen entstanden. Diese sollen nicht nur eine möglichst realistische Vorstellung von der jeweiligen Tätigkeit liefern, sondern auch attraktiv sein. Jugendliche reagieren sehr unterschiedlich auf die neuen Bezeichnungen: Während einige Benennungen das Image eines Berufs fördern, haben andere fast schon stigmatisierenden Charakter. Und was für männliche Jugendliche interessant klingen mag, kann auf junge Frauen abschreckend wirken. Der Beitrag diskutiert die Auswirkungen von Berufsbezeichnungen auf das Berufsimage und prestige anhand von ausgewählten Berufen. Die Ergebnisse zeigen, daß vieles dafür spricht, in Zukunft bereits während des Neuordnungsverfahrens alternative Bezeichnungen empirisch zu testen. Ab April 2004 soll ein Forschungsprojekt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn gestartet werden, in dessen Rahmen ein standardisiertes Instrument zur Beurteilung von Berufsbezeichnungen aus der Sicht von Jugendlichen entwickelt werden soll.
Die Bischöfin Maria Jepsen äußert sich zum aktuellen Zustand des Bildungswesens und benennt bildungspolitische Herausforderungen. Leitgedanke ihrer Ausführungen ist, die ethische Dimension in alle ökonomisch-technischen Gestaltungskonzepte einzubeziehen und dem Gedanken der totalen Flexibilität entgegenzuwirken.
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