Rezension zu: Innovationsprojekte und organisationalen Wandel professionell gestalten. Theorie der Reflexion und Reflexionskompetenz. Martin Kröll. Springer Gabler, Wiesbaden 2020
Die Unternehmen sind gezwungen, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch einen nachhaltigen Wandel von Organisations- und Produktionsstrukturen zu sichern. Dabei spielen zwei Faktoren eine immer wichtigere Rolle: die Fähigkeiten der Mitarbeiter und der organisatorische Zuschnitt der Arbeit. Veränderungen in den gesamten Wertschöpfungsaktivitäten, flache Hierarchien und dezentrale Planungs- und Entscheidungsprozesse erfordern eine erhöhte Beteiligung und Kompetenz der Mitarbeiter. Betriebe müssen Strategien entwickeln, die das Qualifikationsniveau und Lernpotential im Unternehmen deutlich erhöhen. Zu klären sind insbesondere, wie betriebliche Organisationsformen mehr Beteiligung und Kompetenz der Mitarbeiter gewährleisten, wie betriebliche Aus- und Weiterbildung den strukturellen Wandel in den Unternehmen fördern und unterstützen kann und welche Führungsprinzipien und Koordinationsformen dezentralen Organisationen gerecht werden.
Immer mehr Betriebe suchen im Outsourcing neue Strategien, um sich durch Auslagerung bestimmter Funktionen Kostenentlastung und Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Im Mittelpunkt eines vom Bundesinstitut für Berufsbildung und dem Technologiezentrum in Siegen durchgeführten Workshops im August 1996 stand die Frage nach den Auswirkungen des Outsourcing auf Qualifikations- und Tätigkeitsprofile, den Qualifikationsbedarf und die Aus- und Weiterbildung. Um diese Fragen zu beantworten, sind Untersuchungen und bildungspolitische Entscheidungen darüber notwendig, ob bei sich fortsetzender Spezialisierung vorhandene Ausbildungsberufe auf neue Tätigkeits- und Qualifikationsprofile ausgerichtet werden müssen oder ob neue Berufe zu entwickeln sind. Weiterhin müssen neue Organisationsformen der Aus- und Weiterbildung entwickelt werden, die ggf. durch Outsourcing wegfallende Ausbildungsbereiche kompensieren können.
Jugendliche wachsen in einer Gesellschaft auf, die vom technologischen, politischen und kulturellen Wandel geprägt ist. Hinzu kommen die Herausforderungen einer offenen, demokratischen Gesellschaft und die zunehmend international verflochtene Politik und Ökonomie. Auch langfristige und eruptive Krisen bestimmen das Aufwachsen. Vieles deutet darauf hin, dass sich dadurch auch die Anforderungen an die Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben – Qualifizieren, Binden, Regenerieren und Partizipieren – erhöht haben. Der Beitrag stellt drei zentrale gesellschaftliche Entwicklungen vor und diskutiert, wie diese mit der Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben zusammenhängen.
Die Lebensphase Jugend ist geprägt von zahlreichen Herausforderungen und Entwicklungsaufgaben, die erhöhte Anpassungsleistungen von jungen Menschen erfordern. Dazu zählt auch, dass junge Menschen früh einen (Aus-)Bildungsweg wählen müssen, wodurch ihre Berufsaspirationen beeinflusst werden können. In diesem Beitrag wird anhand von Daten des Projekts Wege in die Zukunft untersucht, wie sich die Berufsaspirationen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern in Wien nach der Sekundarstufe I entwickeln. Verbunden ist damit die Fragestellung, wie sich diese im Zusammenhang mit unterschiedlichen (Aus-)Bildungswegen verändern.
Kaufleute für Mobilität und Verkehrsservice beraten und betreuen Kunden mit einer Vielzahl an Serviceleistungen im öffentlichen und gewerblichen Personenverkehr. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Digitalisierung und im Zuge der »Mobilitätswende« hat sich das Aufgabenspektrum für diese Fachkräfte verändert. Mit der Modernisierung der Ausbildungsordnung wird dem Wandel in der Verkehrswirtschaft Rechnung getragen, was auch durch die Ergänzung »Mobilität« in der Berufsbezeichnung sichtbar wird.
Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich insbesondere durch demografische Entwicklungen, Fachkräftemangel, wirtschaftliche sowie technologische Veränderungen im Wandel und steht vor großen Herausforderungen. Davon betroffen ist eine Vielzahl nichtakademischer Gesundheitsberufe. Welche sind das und auf welchen Wegen der beruflichen Bildung werden sie ausgebildet? Der Beitrag gibt einen Überblick über die heterogene Ausbildungslandschaft im Gesundheitswesen und umreißt einige bereits angestoßene Reformen.
Der Strukturwandel in Wirtschaft und Arbeit erfordert gut qualifizierte Fachkräfte, gerade auf mittlerer Qualifikationsebene. Bereits heute zeigen sich jedoch Fachkräfteengpässe in einzelnen Branchen und Berufen. Gleichzeitig nehmen Hinweise zu, dass ein erhebliches Potenzial an Fachkräften nicht genutzt wird. Entgegen dem Trend, den Fachkräftemangel zu beklagen, richtet diese BWP-Ausgabe den Blick auf Fachkräftepotenziale und geht der Frage nach, was heute zu tun ist, um Potenziale durch passgenaue Aus- und Weiterbildung, mehr qualifizierte Zuwanderung und zielführende Integrationsprozesse besser zu erschließen.
Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile auch in der Arbeitswelt angekommen. Wie bereits bei früheren technologischen Innovationen stellen sich erneut Fragen nach Ersetzung (Substitution) respektive Ergänzung (Augmentation) menschlicher Arbeit. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Folgen die Nutzung von KI für Arbeitsergebnisse aus Beschäftigtensicht hat. Hierzu werden aktuelle Befragungsdaten des Projekts Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (DiWaBe 2.0) ausgewertet und auf Ebene von Berufshauptgruppen der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) differenziert. Im Ergebnis zeigt sich eine unterschiedliche Exposition der Berufe sowie eine relevante Korrelation von Substitutions- und Augmentationseffekten.
Weiterbildung ist zentral, um mit den Veränderungen der Arbeitswelt durch den technischen Wandel und der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) Schritt zu halten. Dieser Beitrag untersucht, zu welchen Inhalten sich Beschäftigte, die KI nutzen, weiterbilden und ob sich die Inhalte je nach beruflichem Anforderungsniveau unterscheiden.
Der hier wiederentdeckte Beitrag von Sigrid Damm-Rüger entstand in der frühen Phase der Digitalisierung. Personalcomputer hielten flächendeckend Einzug in die Arbeitswelt und die Autorin fragt, ob der technische Wandel zwangsläufig zu höheren Arbeits- und Qualifikationsanforderungen der Fachkräfte führe und wie diese zu erforschen seien. Informationstechnik und Digitalisierung haben in den vergangenen 40 Jahren weiter an Fahrt aufgenommen, die Fragen von Sigrid Damm-Rüger bleiben gleichwohl virulent und sollen hier zum Ausgangspunkt für eine kleine Zeitreise durch die Digitalisierung bis hin zum Einzug von KI genommen werden.
Der Einsatz (generativer) KI beschleunigt die digitale Transformation der Arbeitswelt und trägt dazu bei, dass sich Arbeitsinhalte und berufliche Tätigkeiten wandeln. In dem Zusammenhang entstehen spezifische (neue) Kompetenzanforderungen in fachlicher und überfachlicher Hinsicht. Doch welche sind das? Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie sich Bildungsprozesse durch den Einsatz von KI-Anwendungen verändern. Die BWP-Ausgabe widmet sich diesem komplexen Thema.
Der demografische Wandel und die sinkende Zahl deutscher Ausbildungsanfänger/-innen werfen drängende Fragen zur Fachkräftesicherung auf. Ausländische, insbesondere zugewanderte Jugendliche könnten zur Entschärfung des Fachkräftemangels beitragen. Welche quantitative Bedeutung hat diese Gruppe? Und in welchen Bildungssektoren sind sie besonders anzutreffen? Die integrierte Ausbildungsberichterstattung (iABE) liefert dazu aufschlussreiche Einblicke und zeigt: Ohne ausländische Jugendliche geht es nicht.
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