Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung steht im politischen und wissenschaftlichen Fokus. Doch wie junge Menschen in der Schweiz die Ausbildung erleben, war lange Zeit wenig bekannt. Zwischen den Anforderungen der Arbeitswelt, vorgefundenen Ausbildungsbedingungen und eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen müssen sie Strategien entwickeln, um sich im Berufsalltag zu behaupten. So zeigt dieser Beitrag, wie junge Menschen ihre berufliche Identität nicht nur durch Anpassung, sondern auch durch Widerstand, Distanzierung und Autonomiestreben formen, an welche Grenzen sie dabei stoßen, und welche Rolle die Betriebe dabei spielen.
Der beruflichen Ausbildung wird für die Demokratiebildung von jungen Erwachsenen eine zentrale Rolle zugeschrieben. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die Potenziale und Herausforderungen der Demokratiebildung an den Lernorten Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Die Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen diskutiert.
Das Erstarken populistischer und extremistischer Strömungen bedroht die offene Gesellschaft. Respektlosigkeit gegenüber Vielfalt, Angriffen auf Andersdenkende und Institutionen der Demokratie ist entschieden entgegenzutreten. Welchen Beitrag kann Berufsbildung hierzu leisten?
Die Berufsbildung zeichnet sich durch eine große Heterogenität der Lernenden aus. Sowohl am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt als auch im Prozess der Arbeit gibt es zahlreiche Lernanlässe, um Prinzipien der Demokratie und damit verbundene Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Hier hat die Berufsbildung gerade mit Blick auf die Sozialisation junger Menschen eine besondere Aufgabe. Doch wie wird sie ihr gerecht? Welche Impulse können von den Lernorten der Berufsbildung als Erfahrungsräume für Demokratieerleben ausgehen?
Im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe stehen das Konzept der Demokratiebildung, Lernziele und Inhalte, die damit für die Berufsbildung verbunden sind und die Frage, wie dieses Konzept didaktisch umzusetzen ist. Zudem ist zu erörtern, wie das Berufsbildungspersonal auf diese herausfordernde Aufgabe vorbereitet werden kann.
Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung wird seit langer Zeit intensiv diskutiert, vor allem um die Chancengleichheit zu verbessern und die Attraktivität der beruflichen Bildung zu steigern. Das Thema hängt eng mit der Frage nach der Flexibilisierung der Berufsbildung zusammen. Doch bis heute hat diese Durchlässigkeit faktisch nur ansatzweise eine praktische Relevanz. Daher werden Möglichkeiten erörtert, die den Übergang aus der beruflichen Bildung in die Hochschule und umgekehrt erleichtern können, z. B. eine Vereinheitlichung der Übergangs- und Anerkennungsmöglichkeiten sowie ein stärker lernortunabhängiges sowie modulartiges Curriculum. Letztlich geht es darum, bestehende strukturelle Hürden zu überwinden und Durchlässigkeit als Entwicklungsmöglichkeit zu begreifen.
Die Verschränkung von Theorie und Praxis ist ein zentrales Merkmal des beruflichen Lernens, das an unterschiedlichen Lernorten stattfindet. Nicht zuletzt infolge der Digitalisierung verändert sich dieses Zusammenspiel. Welche Chancen aber auch Herausforderungen sind damit in didaktischer und institutioneller Hinsicht verbunden? Prof. Dr. Matthias Rohs betrachtet Lernorte der Berufsbildung nicht nur von seinem Lehrstuhl für Erwachsenenbildung in Kaiserslautern aus wissenschaftlicher Perspektive. Aus zahlreichen Entwicklungs- und Beratungsprojekten und nicht zuletzt vor dem Hintergrund seiner früheren Erfahrungen als Personalentwickler bei der Deutschen Telekom sind ihm auch Umsetzungsfragen zu diesem Thema vertraut.
Berufliches Lernen findet an unterschiedlichen Orten statt. Neben den klassischen Lernorten – Schule, Betrieb, überbetriebliche Einrichtungen – kommen weitere Akteure in den Regionen oder im Hochschulbereich hinzu. Zudem erfolgt Lernen zunehmend digital. Dies bietet für die Kooperation von Lernorten neue Potenziale, aber auch Herausforderungen. Es gilt, neue Konzepte und Kooperationsformen zu etablieren, die das berufliche Lernen weiter profilieren. Hierzu will die BWP Denkanstöße geben und Beispiele guter Praxis vorstellen.
Die vier dualen IT-Ausbildungsberufe erfreuen sich seit ihrer Entstehung 1997 einer sehr großen Beliebtheit. Doch heißt das auch, dass die Auszubildenden in diesen Berufen mehrheitlich mit ihrer Ausbildung zufrieden sind? Der Beitrag stellt hierzu Ergebnisse auf der Grundlage einer Befragung von 1.767 Auszubildenden vor.
Mit der Einführung des Unterrichtsprinzips »Berufssprache Deutsch« und des neuen Lehrplans für Deutsch reagiert das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) auf den steigenden Bedarf an Sprachbildung an beruflichen Schulen. Der Beitrag zeigt die empirischen Grundlagen dafür auf und skizziert den in Zusammenarbeit zwischen dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und dem Institut für Deutsch als Fremdsprache der LMU München entwickelten konzeptionellen Hintergrund für einen fachintegrierten Deutschunterricht und sprachsensiblen Fachunterricht an Berufs- und Berufsfachschulen.
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