Die Weiterbildungsbeteiligung weist regional große Unterschiede auf. So liegt die Vermutung nahe, dass auch die Weiterbildungsbedarfe regional verschieden sind. Kenntnisse über den Weiterbildungsbedarf in einer Region bieten Potenziale für ein passgenaues Angebot von Hochschulen vor Ort und damit für die Regionalentwicklung. Doch wie kann das Weiterbildungsangebot an Hochschulen gezielt auf die Voraussetzungen und Interessen der Bevölkerung sowie den Fachkräftebedarf abgestimmt werden? Im Rahmen des Projekts EB wurde für die Region Westpfalz ein solcher Ansatz konzipiert. Hintergründe und methodische Umsetzung werden dargestellt und die Nutzung des Regionalmonitors zur Bedarfsermittlung für ein Weiterbildungsangebot »Digital Management« an der Technischen Universität Kaiserslautern exemplarisch illustriert.
Die Themenbeiträge dieser Ausgabe befassen sich mit einem zentralen bildungspolitischen Leitbild: der Vernetzung von Bildungsangeboten und -bereichen auf kommunaler und regionaler Ebene. Die damit verbundenen neuen fachlichen Gestaltungsaufgaben und Verantwortlichkeiten werden reflektiert. Zudem werden Ansätze und Modelle aus der Praxis vorgestellt; so u.a. zum lokalen Übergangsmanagement, der Umsetzung einer Strategie lebensbegleitenden Lernens oder der grenzüberschreitenden Vernetzung. BIBB-Präsident Manfred Kremer unterstreicht in seinem einleitenden Kommentar zum Heft die Bedeutung von Vernetzungsstrategien für eine bessere vertikale und horizontale Durchlässigkeit der Bildungsphasen und Bildungsbereiche. Kooperation und Vernetzung müssen selbstverständlich werden, um funktionale Schwächen des Bildungs- und Fördersystems zu beheben Die Ausgabe enthält weitere Beiträge zu Akademikerquoten in Deutschland im OECD-Vergleich, zur Einführung und Erprobung der Gestreckten Prüfung für Kaufleute im Einzelhandel sowie zur Verbesserung der Justizfachangestelltenausbildung.
Im OECD-Bericht "Education at a Glance" (Bildung auf einen Blick) von 2004 weisen - basierend auf dem Mikrozensus 2002 - Erwerbspersonen mit dualer Berufsausbildung in allen Altersgruppe höhere Erwerbslosenraten auf als Erwerbspersonen mit einem Berufsfachschulabschluss (je nach Altersgruppe +2 Prozent bzw. +3 Prozent) Wie sind diese Unterschiede zu erklären? Sind sie auf die unterschiedlichen Ausbildungssysteme zurückzuführen, oder werden Personen verglichen, die sich systematisch in arbeitsmarktrelevanten Merkmalen unterscheiden? Mit der vereinfachten Zulassung von Berufsfachschulabsolventen zur Kammerprüfung sind nach dem neuen Berufsbildungsgesetz diese Fragen von besonderem Interesse. Auf Basis des Mikrozensus 2003 wird in dem Beitrag aufgezeigt, wie sich Absolventen der unterschiedlichen Systeme (duales System, Berufsfachschulen) hinsichtlich ihrer Erwerbschancen unterscheiden, wenn vergleichbare Bedingungen geschaffen werden. Die Analysen geben keine Hinweise darauf, dass es systematische Unterschiede im Erwerbslosigkeitsrisiko zwischen Absolventen einer dualen Berufsausbildung und vollqualifizierender BFS gibt, die auf die spezifische Form der Ausbildung (Schule vs. Betrieb) zurückzuführen sind. Auf den ersten Blick vermeintlich erkennbare Unterschiede beruhen auf Selektivitätseffekten: unterschiedliche Bildungsniveaus und unterschiedliche Berufsbereiche sowie Ost/West-Unterschiede, die das Arbeitsmarktrisiko maßgeblich beeinflussen.
Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse zweier Repräsentativstudien über junge Erwachsene ohne anerkannten Berufsabschluss von 1990 in den alten und 1991/92 in den neuen Bundesländern vor. In den alten wie auch in den neuen Bundesländern setzt sich der Personenkreis der jungen Erwachsenen ohne anerkannte Berufsausbildung aus sehr heterogenen Teilgruppen zusammen. Aufgrund des hohen Anteils von Arbeitslosen und von Erwerbstätigen ohne anerkannte Berufsausbildung in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist diesem Personenkreis dringend der Weg in stabile Beschäftigungsverhältnisse zu öffnen.
Der West-Ost-Innovationstransfer im Bereich der Weiterbildung zeigt offensichtliche Mängel. Durch die quantitativen Herausforderungen in den neuen Ländern werden typische Defizite der westdeutschen Weiterbildung deutlicher und wirken sich z.T. innovationshemmend aus. Die neuen Aufgaben bieten jedoch auch die Chance, neue Instrumente und Rahmenbedingungen zu entwickeln, die über einen Ost-West-Innovationstransfer zu einer Neuorientierung der gesamten Weiterbildung beitragen.
Das Forschungsprojekt "Bildungsentscheidung von Fernunterrichtsteilnehmern" ist Teil der Bemühungen, Verläßliches über die Struktur der Teilnehmerschaft am Fernunterricht zu erhalten. Da eine offizielle Fernunterrichtsstatistik - ebenso wie eine Weiterbildungsstatistik - fehlt, bedarf es einiger Hilfskonstruktionen, um wenigstens für Teilbereiche zutreffende Aussagen zu gewinnen. Die letzte zuverlässige Erhebung über Fernunterrichtsteilnehmer stammt aus den Jahren 1962-1965 und ist 1970 erschienen. Die Entwicklung der Teilnehmerzahlen am Fernunterricht zeigt, daß die damals gewonnenen Daten heute mit Sicherheit als überholt angesehen werden können.
Der Aufsatz stellt verschiedene Verfahren der strukturellen Gliederung von Arbeitsamtsbezirken zur Diskussion. Die Fragen der Identifizierung von Problemregionen der beruflichen Ausbildung mittels statistischer Indikatoren stehen imVordergrund. Das Ziel der Untersuchung ist die Ableitung eines Gesamtindikators, in welchem die regionalen Problemaspekte der Unterversorgung von Jugendlichen in geeigneter Weise statistisch gebündelt werden.
Es sollen mögliche Ursachen für regionale Unterschiede in der Versorgung mit Ausbildungsplätzen untersucht werden. Daneben sollte exemplarisch die Anwendbarkeit statistischer Daten eines im Rahmen des Forschungsprojektes 1.015 entwickelten Rasters auf aktuelle bildungspolitische Probleme nachgewiesen werden. Im Hinblick auf die zugrundeliegenden statistischen Daten ist zu betonen, daß sie, da sie für unterschiedliche Verwaltungseinheiten erhoben wurden, den Interpretationsmöglichkeiten Grenzen setzen. Dies gilt insbesondere für die Arbeitsamtsbezirke Brühl und Bergisch-Gladbach.
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