Die europäische Bildungsstrategie ist eine Outcomestrategie. Sie fokussiert auf die tatsächlichen Kompetenzen der Menschen, wodurch die Inputgrößen (z. B. Curriculum, Lernzielpräzisierung), aber auch die auf den Prozess bezogenen Professionalisierungsbemühungen (z. B. Lehrerbildung) viel von ihrer bisherigen Substanz einbüßen. Der Blick auf die Evidenz der Kompetenz verdeutlicht: Inhalte allein bilden nicht, und sie stiften auch keine Kompetenzen. Es ist vielmehr die innere Bewegung der Aneignung und Erprobung von Problemlösungen, von denen nachhaltige Veränderungen im Selbstwirksamkeitserleben und in der Kompetenzreifung der lernenden Subjekte angestoßen werden können. Diese nicht neue Einsicht hat den Mainstream der Debatten in Pädagogik und Bildungspolitik erst in Ansätzen erreicht. Die Kompetenzdebatte wird vornehmlich unter curricularer und weniger unter didaktischer Perspektive geführt. Der Beitrag untersucht deshalb die Fragestellung, welche didaktischen Konsequenzen mit der Outcomeorientierung für die Aus- und Weiterbildung verbunden sind.
The new training regulations stipulate the demand for "process-oriented" implementation of training, with the goal of simplifying the adaptation of training to the requirements of industrial work processes and the rapid technological and organisational transformations. The current regulations specify business tasks which are described in general terms, and the enterprises have to provide the clear definition of the content themselves. This article describes the consequences for the implementation of training which arise from process orientation and designates the new tasks connected with it and the skills requirements for the personnel involved.
Im Beitrag geht es um einen Sektor industrieller Produktion, der einerseits von Hochtechnologie, andererseits von manufakturähnlichen Arbeitsformen geprägt ist. Der Sektor der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie ist zwangsläufig am Weltmarkt orientiert und transnational organisiert. Die "Zukunft der beruflichen Bildung" wird hier schon in Modellprojekten in Ansätzen sichtbar. Der beteiligte deutsche Partner AIRBUS bzw. EADS erfüllt seine Ausbildungs- bzw. Qualifizierungsfunktion im Rahmen des dualen Systems in einem Unternehmen, das mehrheitlich von ganz anderen Ausbildungstraditionen geprägt ist. Dies wird in einem Leonardo Da Vinci Projekt zum Vergleichsgegenstand gemacht, über den dieser Beitrag ebenfalls informiert.
The new training regulations stipulate the demand for "process-oriented" implementation of training, with the goal of simplifying the adaptation of training to the requirements of industrial work processes and the rapid technological and organisational transformations. The current regulations specify business tasks which are described in general terms, and the enterprises have to provide the clear definition of the content themselves. This article describes the consequences for the implementation of training which arise from process orientation and designates the new tasks connected with it and the skills requirements for the personnel involved.
Rezension zu: Didaktische Modelle beruflichen Lernens im Wandel. Vom Lehrgang zur kunden- und produktionsorientierten Lernorganisation bei MAN-Salzgitter / Günter Wiemann
Erfahrungswissen und erfahrungsgeleitetes Arbeiten sind Kompetenzen, die insbesondere mit Berufen, die einen stofflich Bezug haben (wie z.B. in den Berufen aus dem Berufsfeld Metalltechnik), in Verbindung gebracht werden. Derartige Möglichkeiten für den Erwerb von Erfahrungswissen in Berufen mit einem abstrakten Gegenstandsbezug, wie sie die IT-Berufe aufweisen, sind noch weitgehend unbekannt. Im Rahmen des Modellversuchs ELA.IT wird u.a. untersucht, in welcher Weise in den IT-Berufen ein erfahrungsgeleitetes Arbeiten erforderlich ist und wie innerhalb der Erstausbildung für Fachinformatiker/innen der Erwerb entsprechender Kompetenzen unterstützt werden kann. Der Beitrag geht der Frage nach, ob und wie Erfahrung das berufliche Handeln und Können von IT-Fachkräften beeinflusst. Ergebnisse und Lösungsansätze des Modellversuches zeigen, dass Vollständigkeit und Wiederholung von Handlungsvollzügen sowie Interaktion mit dem Referenz-Handlungsfeld der IT-Facharbeit für die Kompetenzentwicklung und Selbstverständigung bereits in der Ausbildung entscheidend sind. Didaktische Konzepte, welche berufliche Handlungsfähigkeit in der Wissensgesellschaft induzieren wollen, müssen zudem Selbstorganisation und informelles Lernen berücksichtigen. Es werden vor allem offene Lern- und Organisationsformen benötigt, die erfahrungsbezogene und selbst organisierte Lernprozesse zulassen. Ein im Modellversuch erprobtes Beispiel hierfür ist der IT-Point.
Um die Anpassung der Ausbildung an betriebliche Anforderungen und den schnellen technischen und organisatorischen Wandel zu erleichtern, wird in den neuen Ausbildungsordnungen die Forderung gestellt, die Ausbildung "prozessbezogen" durchzuführen. Der Beitrag beschreibt die Konsequenzen für die Ausbildungsgestaltung und benennt die damit verbundenen Aufgaben und den Qualifizierungsbedarf für das Ausbildungspersonal.
Ausbildungsordnungen legen zu vermittelnde Inhalte fest, überlassen die Entscheidung, mit welchen Methoden dies geschieht, grundsätzlich jedoch den Ausbildungsbetrieben. Es sind aber gerade die Methoden, auf die es für die Umsetzung eines bestimmten Ausbildungskonzeptes ankommt. Mit den Ausführungen soll gezeigt werden, daß sich die Vorzüge von prozessbezogenen Ausbildungsordnungen von Betrieben dann besonders gut nutzen lassen, wenn sie die Ausbildung als aktive Wissensarbeit der Auszubildenden gestalten, wie es bei der Deutschen Telekom AG geschieht. Sie entwickelt gegenwärtig ein umfassendes System der Netzunterstützung für die Ausbildung in den betrieblichen Leistungsprozessen, das sich an Konzepten des Wissensmanagements orientiert.
Die Anforderungen an die Flexibilität und Wandlungsfähigkeit von Unternehmen erhöhen sich. Der betrieblichen Organisations- und Personalentwicklung kommt daher eine zentrale Bedeutung zu. Dies hat u.a. Konsequenzen für die Erstausbildung. Das Leitbild einer zukunftsweisenden betrieblichen Ausbildung setzt auf das (Vor)Wissen und die Innovationsfähigkeit junger Menschen. Ausgewählte Beispiele in unterschiedlichen Branchen zeigen, dass Auszubildende wichtige Beiträge für betriebliche Verbesserungen und Innovationen leisten können.
Ausgehend von den Phänomenen des informellen Lernens wird ein neuer Ansatz für die berufliche Weiterbildung vorgestellt. Die Teilnehmer lernen nicht abstrakt nach einem "Lehrplan" und wenden es dann auf konkrete Handlungssituationen an, sondern sie lernen, indem sie ein reales Problem betriebliches Problem bearbeiten. Dazu bilden sie eine Lerngruppe, in der sie ihr Problem bearbeiten. Sie wird von einem Lernbegleiter moderiert. Der Beitrag beschreibt einen Ansatz aus dem Einzelhandel und erläutert Bedingungen und Hintergründe.
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