Digitale Kompetenzen stellen eine zentrale Voraussetzung für eine chancengerechte Teilhabe und Mitgestaltung der Arbeitswelt dar und sind aus keinem Berufsfeld mehr wegzudenken. Besonders stark gefragt ist IT-Expertise. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat daher ein Programm entwickelt und erprobt, um Mädchen und junge Frauen für Themen und Anwendungen rund um IT und Digitalisierung zu gewinnen. Der Beitrag beschreibt das Konzept und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung.
Nach wie vor existieren bei Jugendlichen typische geschlechterspezifische Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft. Dies gilt auch für die Schüler/-innen, die an einem Modellprojekt im Polytechnischen Zentrum (PTZ) Schkopau teilnehmen. Neben Einflüssen auf ihre Berufswünsche, die vom Gruppenverhalten und vom Elternhaus ausgehen, tragen auch die Erfahrungen mit eigener praktischer Arbeit zur Auseinandersetzung mit der Welt der Berufe bei. Die im Beitrag vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass sie jedoch kaum zu grundsätzlich neuen Orientierungen führen, so zum Beispiel zu einer stärkeren Hinwendung von Mädchen zu technischen Berufen.
Trotz der Vielfalt an gleichstellungspolitisch motivierten Berufsorientierungsprojekten im technisch-handwerklichen Bereich hat sich der Frauenanteil im Handwerk und in gewerblich-technischen Berufen bisher nur wenig geändert, weshalb sich die Frage nach deren Wirksamkeit stellt. Im Beitrag wird am Beispiel von zwei ausgewählten Girls’ Day-Veranstaltungen gezeigt, inwieweit Geschlechtergrenzen in gleichstellungsorientierten Förderprojekten im technisch-handwerklichen Bereich interaktiv aufgeweicht oder aber verfestigt werden.
Dargestellt werden die Erfahrungen des IHK-Bildungszentrums Dresden mit dem Girls'Day, das sich zum zweiten Mal an dieser bundesweiten Aktion beteiligt hat.
TASTE - Technik Ausprobieren STärken Entdecken - ist ein Assessment-Verfahren für junge Frauen im Übergang von der Schule in die Ausbildung, das eine mögliche Eignung für eine Ausbildung in den Berufsfeldern IT, Technik und Handwerk feststellt. TASTE fördert die Berufswahlkompetenz junger Frauen, zusätzlich können die Teilnehmerinnen den eigenen Umgang mit einer Minderheitensituation für sich ausprobieren. Das vom BMBF geförderte Verfahren verfolgt den Kompetenzansatz und bewertet Schlüsselqualifikationen in einer typisch-kritischen Situation. Nach der Entwicklungs- und Pilotphase geht es jetzt um den Transfer. Gesucht werden Bildungsträger, Schulkooperationen und Betriebe, die mit diesem Verfahren den Anteil der Mädchen in zukunftsorientierten, bisher noch frauenuntypischen Berufsfeldern erhöhen. Das Projekt wurde 2003 durch einen Sonderpreis im Rahmen des Hermann-Schmidt-Preises für innovative Berufsbildung geehrt.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) untersucht seit Jahren das Berufsbildungsverhalten von Jugendlichen, bevor sie die Schulen verlassen. Den Schwerpunkt dieser Befragungen bildet die Vorausschätzung der Ausbildungsplatznachfrage, wie sie für die berufsbildungspolitische Beurteilung der künftigen Ausbildungsstellensituation notwendig ist. In der jüngsten Befragung wurde neben diesem zentralen Thema nach der Attraktivität von verschiedenen Ausbildungsberufen gefragt. Der Beitrag konzentriert sich auf die Befragungsergebnisse der Schulabgängerinnen. Die Befunde zeigen, dass bei den weiblichen Schulabgängern der anerkannte Ausbildungsberuf im Zentrum der Bildungsabsichten steht, das Interesse an einer dualen Ausbildung aber insgesamt an dem der männlichen Jugendlichen zurückbleibt. Junge Frauen streben häufiger eine schulische Ausbildung an und nutzen diese zur beruflichen Orientierung. Das Image eines Berufes wird weniger von seinen konkreten Inhalten als von einem stabilen Wertemuster geprägt.
Der Übergang junger Frauen zwischen Schule und Schule und Ausbildung ist mit wachsenden Handlungsspielräumen und zunehmenden Risiken verbunden. Der Beitrag greift die zentrale Frage auf, welche Partizipationschancen und Perspektiven an beruflicher Bildung junge Frauen finden, und analysiert exemplarisch ihre Übergangsprozesse und die damit verbundenen Orientierungen und Strategien. Mit Blick auf die Heterogenität der heutigen Generation von Schulabgängerinnen wird auch die Frage behandelt, in welcher Weise sich entsprechende Chancen und Risiken zwischen Schulabgängerinnen aus den neuen und alten Bundesländern sowie ausländischer Herkunft unterschiedlich verteilen. Die Aussagen stützen sich auf Auswertungen bundesweiter Statistiken sowie überregionale Untersuchungen und Studien.
Zur Förderung der Weiterbildung von Frauen und Mädchen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie ist in Österreich ein Qualitätssicherungsinstrument entwickelt worden. Der Beitrag stellt die wesentlichen Kriterien vor (Frauenadäquatheit; ganzheitliches Ausbildungskonzept; Grundlagen und Infrastruktur; Zielgruppenorientierung; Inhalte, Ziele und Methoden der Ausbildung; Teilnehmerinnenauswahl; Evaluierung). Das Qualitätssicherungsinstrument macht deutlich, dass geeignete Rahmenbedingungen und genaue Zielgruppenorientierung ebenso wichtige Voraussetzungen für den Lernerfolg sind wie Fragen der Hard- und Software.
Der Beitrag geht der Frage nach, welche Lebensmodelle junge Frauen für sich entwerfen, wie sich ihre Einstellungen zum Beruf und zur Familie verändern und welche Möglichkeiten ihnen der Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt bietet, ihre Lebenskonzepte und -vorstellungen zu realisieren. Es werden Erklärungsansätze für die Entstehungsbedingungen geschlechtsspezifischer Benachteiligungen von Frauen referiert, um vor diesem Erkenntnisstand aktuelle Problemlösungskonzepte zur beruflichen Förderung von Frauen in Ausbildung und Erwerbsarbeit zu diskutieren.
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.