Die Bundesagentur für Arbeit registrierte in den letzten Jahren immer mehr Ausbildungsplatzbewerber, die die Schule bereits im Vorjahr oder noch früher verlassen hatten. 2006 lag deren Anteil erstmalig bei mehr als 50 Prozent. In vielen Fällen handelt es sich um Jugendliche, die sich schon einmal früher um eine Lehrstelle bemüht hatten. Als erfolglose Ausbildungsplatznachfrager waren sie gleichwohl oft noch nicht aufgefallen. Denn sofern sie zur Überbrückung zu jobben begannen oder sonstiges machten, galten sie als "vermittelt". Die Erfolgschancen der "Altbewerber" sind nicht besonders gut. Sie fallen im Schnitt schlechter aus als bei denjenigen, die sich erstmals um einen Ausbildungsplatz bemühen.
Aus einer repräsentativen Erwerbstätigenbefragung zu Qualifikation und aktueller Beschäftigungssituation lassen sich Rückschlüsse auf berufsbedingte regionale Mobilität ziehen. Einen besonderen Schwerpunkt der Betrachtung bildet dabei die innerdeutsche Wanderung von Ost nach West. Anhand von arbeitsplatzbezogenen Indikatoren wird die Gruppe der in den Westteil der Republik Übergesiedelten mit den in den östlichen Ländern Verbliebenen und mit den aus den alten Ländern stammenden Erwerbstätigen im Westen verglichen. Im Fokus stehen die Gruppe der Ost-West-Wanderer nach Abschluss der Schulbildung und die Qualifikation der Ost-West-Wanderer. Die Ausführungen basieren auf der BIBB/IAB-Erhebung 1998/99.
Thema des Beitrages ist, wie die Berufsverläufe der Erwerbstätigen derzeit durch Berufswechsel geprägt werden und welche damit zusammenhängenden Sachverhalte und Entwicklungen sich daraus ergeben. Grundlage ist eine repräsentative Befragung der Erwerbstätigen in Deutschland, die gemeinsam von BIBB und IAB 1998/99 durchgeführt wurde. Die Daten belegen, dass ein Teil der Veränderungen und Entwicklungen am Arbeitsmarkt über die beruflichen Wechselprozesse der Erwerbstätigen aufgefangen wird. Von den Erwerbstätigen hat rund ein Drittel im Laufe des Berufslebens mindestens einmal den Beruf gewechselt, acht Prozent darunter mehrmals. Dabei zeigt sich deutlich ein Trend hin zu den Dienstleistungsberufen. Das berufliche Bildungssystem produziert flexible Arbeitskräfte. In den meisten Fällen hat sich die berufliche Mobilität für den Einzelnen gelohnt. Die Anpassung an die veränderten Bedingungen ist allerdings mit hohen Weiterbildungsanstrengungen und Anpassungsleistungen verbunden. Gleichzeitig bewirkt der Berufswechsel einen Verlust der Verwertbarkeit der in der Ausbildung erworbenen Kompetenzen. Erforderlich seien daher auch in Zukunft stärkere Anpassungen an den veränderten Qualifikationsbedarf durch Neustrukturierungen und Weiterentwicklungen der Berufe.
Welche besonderen Kenntnisse benötigen die Erwerbstätigen heute bereits bei ihrer Arbeit? Wo sehen sie derzeit den dringendsten Weiterbildungsbedarf? Und auf welche Weise versuchen sie, ihre berufliche Handlungskompetenz zu sichern? Die 1998/99 durchgeführte BIBB/IAB-Erhebung bei über 34.000 Erwerbstätigen in Deutschland zeigt, dass nur noch wenige bei ihrer Arbeit ohne besondere Fachkenntnisse auskommen. Fundierte mutter- und fremdsprachliche Fertigkeiten bilden heute zusammen mit mathematischem Wissen und Anwenderkenntnissen von Computerprogrammen den Kern des im Berufsleben erforderlichen Allgemeinwissens. Mit wachsenden Anforderungen steigt aber auch der Weiterbildungsbedarf. Manche Erwerbstätige nehmen dabei vorausschauend auch solche Qualifikationen ins Blickfeld, mit denen sie gegenwärtig noch gar nicht konfrontiert sind. Die Daten belegen des weiteren, dass die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung kontinuierlich ansteigt, wobei die Häufigkeit vom beruflichen Status abhängt. Ihre berufliche Handlungskompetenz führen die meisten Erwerbstätigen auf eine Kombination von Erstausbildung (Lehre, Berufsfachschule, Hochschule) und arbeitsbezogenem Erfahrungswissen zurück, das im Laufe der beruflichen Tätigkeit erworben wird. Die Bedeutung des Erwerbs von Erfahrungswissen für die berufliche Handlungsfähigkeit scheint sich durch die Erhebungsdaten zu bestätigen.
Der Beitrag basiert auf Daten der seit 1979 nunmehr vierten BIBB/IAB-Erhebung, deren Feldarbeit um die Jahreswende 1998/99 durchgeführt wurde. Schwerpunkt der Untersuchung war der sich vollziehende Strukturwandel in der Arbeitswelt, insbesondere die Veränderungsdynamik in den Betrieben. Zum einen wurde nach strukturellen Veränderungen in den Wirtschaftszweigen (Vergleich der Erwerbstätigen nach Wirtschaftsbereichen und Betriebsgrössenklassen) und technisch-organisatorischen Veränderungen in den Betrieben in den zurückliegenden zwei Jahren gefragt und zum anderen, ob diese sich auf die persönliche Arbeitssituation und die Arbeitsanforderungen ausgewirkt haben. In dem Beitrag wird eine erste Auswertung der Ergebnisse insbesondere unter dem Aspekt der Veränderungsdynamik in den Betrieben vorgestellt. Es wird festgestellt, dass einer der Hauptfaktoren des Wandels in der Verbreitung der Informationstechnologie zu sehen ist. Rund drei Viertel der Erwerbstätigen haben eine Änderung im Betrieb erfahren und auch eine Auswirkung auf die persönliche Arbeitssituation (41 Prozent). Aus der Sicht der Befragten hat sich die Arbeit in dem Zwei-Jahres-Zeitraum eher negativ entwickelt. Stress und Arbeitsdruck haben zugenommen, ebenso die körperliche Belastung. Positiv zu bewertende Entwicklungsaspekte sind der Anstieg der fachlichen Anforderungen und damit verbundene berufliche Entwicklungschancen.
Die Modellrechnung befasst sich mit der Frage, ob sich ein höherer beruflicher Bildungsabschluss finanziell lohnt. Die dazu herangezogenen Daten basieren auf einer repräsentativen Querschnittserhebung von 24.000 Erwerbstätigen in den alten Bundesländern, der BIBB/IAB-Erhebung von 1991/1992. Die Brutto-Monatseinkommen werden für unterschiedliche Qualifikationsgruppen bis zu einem fiktiven Lebensalter aufsummiert. Die längeren Ausbildungs- und Ausfallzeiten während des Berufslebens werden dabei berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen, dass Fachhochschul- und Hochschulausbildungsgänge auch rein finanziell eine lohnende Investition darstellen.
Auf der Basis einer repräsentativen Erwerbstätigenbefragung (BIBB/IAB-Erhebung 1991/92) wird untersucht, welche Karrierewege den Abiturienten in Bezug auf Einkommen, beruflicher Zufriedenheit und Arbeitsplatzsicherheit den größten Erfolg versprechen. Erwerbstätige Abiturienten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden den Abiturienten gegenübergestellt, die nach dem Abitur andere Optionen wahrgenommen haben. Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse hervorzuheben: Abiturienten, die keine weiteren formalen Abschlüsse erworben haben, waren am häufigsten arbeitslos bzw. in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Diejenigen, die nach dem Abitur eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung absolviert haben, erzielen zwar die niedrigsten Einkommen, ihre Arbeitsmarktchancen scheinen aber relativ günstig zu sein. Eine Doppelqualifikation (Berufsausbildung plus Hochschulstudium) bringt zwar keine finanziellen Vorteile, doch bezüglich der Sicherheit des Arbeitsplatzes und der beruflichen Zufriedenheit schneiden die Doppeltqualifizierten besser ab als Akademiker ohne Zusatzqualifikation.
Im Rahmen der BIBB/IAB-Erhebung 1991/92 wurden auch die Personen erfaßt, zu deren Aufgaben die Ausbildung von Lehrlingen gehört. Ihre Erwerbssituation wird untersucht und mit den Angaben der übrigen Befragten verglichen. Rund 5,3 Millionen Erwerbstätige beteiligen sich an der Qualifizierung von Auszubildenden. Die überwiegend männlichen Ausbilder sind schulisch und beruflich deutlich besser qualifiziert als Nichtausbilder und interessieren sich stärker für Weiterbildungsmaßnahmen. Ihre Arbeitsbedingungen sind tendenziell härter, die an sie gestellten Arbeitsanforderungen vielseitiger als die anderer Arbeitnehmer, und ihre wöchentliche Arbeitszeit ist überdurchschnittlich hoch. Trotzdem äußern sich Ausbilder deutlich zufriedener über ihre Tätigkeit.
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