Zum 1. August 2014 tritt die Neuregelung der Berufsausbildung im Bereich der Bürowirtschaft in Kraft. Die drei bisherigen Ausbildungsberufe der Bürokaufleute sowie der Kaufleute und Fachangestellten für Bürokommunikation werden zum neuen Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Damit steht für Industrie, Handel, Handwerk und den Öffentlichen Dienst ein Ausbildungsberuf zur Verfügung, der mit über 80.000 Ausbildungsverhältnissen zu einem der Größten zählen wird. Im Beitrag werden die strukturellen und inhaltlichen Neuerungen sowie die Herausforderungen der Berufsentwicklung dargestellt.
Mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge hat sich die Hochschullandschaft in Deutschland grundlegend verändert. Durch die Bachelorstudiengänge kann nach dem sechsten Fachsemester ein erster berufsqualifizierender Abschluss erreicht werden; diesen Zeitrahmen sehen etwa drei Viertel der Bachelorstudiengänge vor. Das Bachelorstudium rückt damit zeitlich an die duale Berufsausbildung heran und bietet eine Alternative für Unternehmen, die beruflichen Nachwuchs rekrutieren. Ob Bachelorabschlüsse in ihrer Funktion und Zielsetzung tatsächlich als Alternative zur Berufsausbildung oder zur beruflichen Aufstiegsfortbildung wahrgenommen werden und welche Implikationen sich für das Berufsbildungssystem ergeben, analysiert der folgende Beitrag.
Für den Bürobereich im kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) müssen Lernkonzepte bereitgestellt werden, die auf die stark veränderten Anforderungen in der Arbeitswelt eingehen und internehmensindividuelle Problemlösungen anbieten. Das im Beitrag vorgestellte und in einem Modellversuch entwickelte Lernkonzept dient der Kompetenzentwicklung der in diesem Bereich überwiegend arbeitenden Frauen und gleichzeitig der Verbesserung der Prozessabläufe. Bildungsdienstleister unterstützen die dort beschäftigten und an der Qualifizierung teilnehmenden Frauen mit anforderungsgerechten Angeboten und deren Umsetzung. Wesentliches Element des Konzepts ist die Darstellung von virtuellen und die Gestaltung von lernförderlichen Umgebungen. Der Beitrag stellte die aus dem Modellversuch gewonnenen Erkenntnisse zur Gestaltung von selbst gesteuerter Qualifizierung in KMU dar.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) hat ein Forschungsprojekt zur "Evaluation der Büroberufe" durchgeführt, dessen Ergebnisse und Überlegungen zur Neuordnung nun vorliegen. Die Evaluation der Ausbildungsordnungen zeigt, ob und wie die Intentionen der Neuordnung vor zehn Jahren in der betrieblichen und schulischen Ausbildung sowie in den Prüfungen umgesetzt werden. Dabei wird auch geklärt, wie Qualifikationen verwertet werden und wieweit die Ausbildungsordnungen anforderungsgerecht gestaltet sind. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Forschungsergebnisse und daraus abzuleitende Schlussfolgerungen für eine weitere Neuordnung der Büroberufe. Ergebnis der Evaluation ist, dass die Büroberufe als Querschnittsberufe in allen Wirtschaftszweigen und in der öffentlichen Verwaltung unabhängig von der Betriebsgröße akzeptiert sind. Im Unterschied zu der bisher eher binnenorientierten Ausrichtung der Büroberufe auf die Schwerpunkte Rechungs- und Personalwesen werden diese Berufe sich zukünftig stärker an den Bereichen Kundenorientierung, Projekt- und Qualitätsmanagement orientieren unter der Berücksichtigung neuer Einsatzgebiete, insbesondere E- Government, Call Center, Kundendienst und Sachbearbeitungsaufgaben in öffentlichen Verwaltungen.
Vorgestellt werden ausgewählte Ergebnisse einer schriftlichen Befragung von Betrieben zu den neugeordneten Büroberufen. Einbezogen waren Betriebe, die ausgebildet haben, zur Zeit ausbilden oder entsprechend qualifizierte Fachkräfte beschäftigen. Die Evaluation soll Aufschluss darüber bringen, ob und inwieweit Intentionen und Ziele der Neuordnung der Büroberufe in der Ausbildungspraxis umgesetzt werden. Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Büroberufe insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe und den Dienstleistungsbereich attraktiv sind.
Vor dem Hintergrund der 10. Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes von 1993 wurden Untersuchungen zur Situation arbeitsloser Aussiedler/-innen sowie zur Angebotspraxis der Bildungsträger durchgeführt. Insgesamt haben sich die Ausgangsbedingungen für eine berufliche und soziale Integration von Aussiedlern erheblich verschlechtert. Kosteneinsparungen und die 10. Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes gefährden ihre berufliche Integration. Von Arbeitslosigkeit betroffen sind besonders Angehörige von Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen sowie Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft, Akademiker und Frauen. Um den Eingliederungsprozess von Aussiedlern in die Berufs- und Arbeitswelt wirksam zu unterstützen, müsste eine langfristig angelegte Förderpolitik stabile Finanzierungsgrundlagen zur Verbesserung sprachlicher und beruflicher Fähigkeiten schaffen.
Einige Jahre nach den Neuordnungen wichtiger Ausbildungsberufe wie z.B. den Metall- und Elektroberufen, den Büroberufen und dem Kaufmann im Einzelhandel stellt sich die Frage, ob sich die Neuordnungen in der Praxis bewährt haben. Der Beitrag fasst grundlegende Überlegungen zur Systematisierung von Evaluationsprojekten im Bereich der Ausbildungsordnungsforschung zusammen und enthält einen Kriterienkatalog zur Evaluation von Ausbildungsordnungen. Die erarbeiteten Kriterien beziehen sich auf die Materialien der Evaluation (Gestaltungsmerkmale), den betrieblichen Vermittlungsprozess (Anwendungsmerkmale), die Prüfungen (Erfolgsmerkmale) sowie auf Verwertungs- und bildungspolitische Merkmale. Der Kriterienkatalog bietet eine grobe Orientierung für die Durchführung von Evaluationsprojekten und soll in dem Forschungsprojekt "Evaluation der Ausbildungsordnung Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel" exemplarisch erprobt werden.
Es werden Ergebnisse einer im dritten Quartal 1990 durchgeführten repräsentativen Behördenbefragung zur Berufseinmündung von ausgebildeten Verwaltungsfachangestellten und Beamten des mittleren Dienstes präsentiert. Gut zehn Jahre nach lnkrafttreten der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten wollte man wissen, ob sich diese Ausbildung bewährt hat oder ob sich Probleme zeigen, die Anlaß für eine Überarbeitung sein können. Aus diesem Grunde wurde bei der Befragung auch auf die möglichen Auswirkungen der damals noch in der Diskussion befindlichen neuen Ausbildungsordnung "Fachangestellte/Fachangestellter für Bürokommunikation", die am 1. August 1992 in Kraft tritt, eingegangen.
Ab dem 1. August 1991 kann in den neuen dreijährigen Ausbildungsberufen Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation und Bürokaufmann/Bürokauffrau ausgebildet werden. Mit dieser Neuordnung besteht endlich eine bundeseinheitliche Basis für eine moderne und zukunftsorientiert gestaltete Ausbildung in Ausbildungsberufen, in denen vorwiegend Frauen in unterschiedlichen Betriebsgrössen, Wirtschaftszweigen und Branchen ausgebildet werden. In dem Beitrag werden zentrale Ergebnisse und Handlungsfelder aus dieser Neuordnung und deren Ausstrahlung auf künftige Neuordnungen im kaufmännisch-verwaltenden Bereich dargestellt.
Der Beitrag beschreibt die Veränderungen des Tätigkeitsspektrums von Bürofachkräften auf der Grundlage umfangreicher Auswertungen zweier repräsentativer Erwerbstätigenbefragungen, die das BIBB und das IAB 1979 und 1985/86 bei jeweils ca. 26.000 Personen durchgeführt haben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Büroarbeitsplätze durch den Einsatz programmgesteuerter Arbeitsmittel einem tiefgreifenden Wandel unterworfen sind. Zwar liegen die Tätigkeitsschwerpunkte nach wie vor bei Schreibarbeiten, Formulararbeiten sowie internen und externen kaufmännischen Tätigkeiten, doch ist die Zunahme der EDV-Tätigkeiten von 3% auf 23% beträchtlich. Dementsprechend haben sich auch die Anteile der Erwerbstätigen mit höherer Schulbildung und die Fortbildungsteilnahme erhöht. Der Frauenanteil war 1985/86 überdurchschnittlich hoch (55% bei den Bürofachkräften gegenüber 38% bei allen Befragten) und gegenüber 1979 nahezu unverändert.
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