Die wachsende Komplexität von Prozessen und zunehmende Verantwortungsdelegation auf Fachkräfteebene rückt die Förderung von Kollaboration und Problemlösekompetenz als zentrale überfachliche Kompetenzen in den Blick. Um zu verstehen, wie Auszubildende bei der gemeinsamen Bearbeitung beruflicher Probleme vorgehen, wird im Forschungsprojekt DigiDIn-Kfz2 ein Verfahren zur Messung des kollaborativen Kfz-Diagnoseprozesses entwickelt. Auf dieser Grundlage sollen Lernvideos erstellt und evaluiert werden, die Lernende beim gemeinsamen Problemlösen unterstützen.
Die neuen Rahmenpläne zur Pflegeausbildung fordern u. a. Kompetenzen zum interprofessionellen Denken und Handeln sowie zur Bewältigung unvermeidbarer beruflicher Belastungen ein. Konsistente Modellierungen dieser Kompetenzen stehen jedoch bislang aus. Das Projekt EKGe soll dazu theortische und empirische Grundlagen liefern.
Durch die Kombinationen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus innerhalb eines Pflegeteams (Qualifikations-Mix oder Grade-Mix) sollen die bei den Pflegenden vorhandenen Qualifikationen optimal an vorhandene Pflegebedarfe angepasst werden. Gleichzeitig kann dadurch das Potenzial an jungen Menschen mit unterschiedlichen allgemeinbildenden Schulabschlüssen besser für den Pflegeberuf erschlossen werden. In einem vom Norddeutschen Zentrum zur Weiterentwicklung der Pflege (NDZ) geförderten Forschungsprojekt wurden Aufgaben und institutionelle Rahmenbedingungen für den Einsatz von Pflegehelferinnen und -helfern im Sektor Krankenhaus untersucht.
Defizite in der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Pflegepersonal und Ärzten/Ärztinnen haben einen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit und Qualität der Patientenversorgung. Um bereits in der Ausbildung besser auf die Zusammenarbeit vorbereitet zu werden, wurde ein interprofessionelles Lernangebot entwickelt, bei dem die Frage im Vordergrund steht: Kann ein gemeinsames Seminar dazu beitragen, die interprofessionelle Kommunikation zwischen Gesundheits- und Krankenpflegeschülerinnen und -schülern und Medizinstudierenden zu fördern? Im Beitrag werden das Konzept und erste Umsetzungserfahrungen vorgestellt und reflektiert.
Moderne Produktionskonzepte und ganzheitliche Produktionssysteme bilden die Grundlage heutiger und zukünftiger Produktion. Konsequente Prozessorientierung und Verschlankung dieser Prozesse stehen dabei im Zentrum. Diese Entwicklungen haben nicht nur Auswirkungen auf leitende Mitarbeiter, sondern wirken direkt auf die operativen Mitarbeiter und erfordern hier neue und veränderte Kompetenzen. Im Mittelpunkt des Artikels steht die Darstellung dieser neu entstehenden oder an Bedeutung gewinnenden Kompetenzen. Des Weiteren werden Kompetenzen hervorgehoben, die durch Teamarbeit relevant sind, da dies neben der Prozessorientierung bezeichnend für die modernen Produktionskonzepte ist. Das Verständnis beruflicher Handlungskompetenz ist aufgrund dieser 'breiten' Entwicklung insgesamt zu erweitern und ggf. zu verändern. Abschließend wird ein Profil beruflicher Handlungskompetenz für die Facharbeit in modernen Produktionskonzepten gezeichnet.
Ein dreijähriger, gründlich vorbereiteter Neuordnungsprozess der Elektroberufe ist abgeschlossen. Die Neuordnung umfaßt die gesamte Breite des Berufsfeldes. Sie ist die Antwort der Berufsausbildung auf die veränderten Anforderungen an die Facharbeit, die sich durch flache Hierarchien in der Arbeitswelt, integrierte Aufgabenwahrnehmung, Teamarbeit, flächendeckender Einsatz der Informationstechnologie, Integration technischer Systeme, Facharbeit auf der Systemebene, globale Märkte und dynamische Entwicklung der Geschäftsfelder auszeichnen. Viel IT- und Kommunikationskompetenz sowie unternehmerisches Denken sind daher drei der wichtigsten Neuerungen in den neun modernisierten bzw. neu geschaffenen industriellen und handwerklichen Elektroberufen, die am 1. August in Kraft traten. Der Beitrag informiert über die Intentionen der Neuordnung und ihre Ergebnisse (Struktur und Aufbau) und die neue Form der Abschlussprüfung.
Neue Konzepte der Arbeitsorganisation und veränderte Arbeitsinhalte führen zu einer Renaissance der Team- bzw. Gruppenarbeit. Teamfähigkeit bzw. Kommunikations-, Kooperations- oder Interaktionsfähigkeit als soziale Kompetenzen beruhen zum einen auf einem individuellen Wertesystem und stehen andererseits in Wechselwirkung mit Verhaltensweisen der anderen Gruppenmitglieder. Der Beitrag befasst sich mit dem Begriff des Teams, untersucht Probleme von Gruppenarbeit, Erwartungen an teamfähige Mitarbeiter sowie die komplexen Bedingungen und Vermittlungsansätze des Lernziels "Teamfähigkeit". Dabei werden vor allem Probleme verdeutlicht, die durch die Arbeit im Spannungsfeld Konkurrenz - Kooperation entstehen. Neben Gruppen- bzw. Teamarbeit muss jedem Beschäftigten auch die Möglichkeit gelassen werden, als Individuum seine Arbeit zu erledigen. Sozial- und Einzelarbeitsphasen sollten sich abwechseln.
Zu dem seit langem anhaltenden Trend der Auslagerung beruflichen Lernens aus dem Arbeitsprozess in zentrale Bildungseinrichtungen zeichnet sich derzeit eine Gegenbewegung ab. Der Beitrag beschreibt Konzepte dezentraler Berufsbildung, die diese Neuorientierung zum Ausgangspunkt haben. Er nimmt dabei Bezug auf eine vom Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführte Modellversuchsreihe, in der neue Formen arbeitsplatzbezogenen Lernens, neue Lernortkombinationen sowie integrative Verbindungen von Lernen und Arbeiten entwickelt und erprobt wurden. Der Beitrag behandelt weiterhin zwei Beispiele dezentraler Berufsbildungskonzepte: den Modellversuch "Dezentrales Lernen in Teamarbeit", der 1990 in der gewerblich-technischen Berufsausbildung der Mercedes-Benz AG in Gaggenau begonnen wurde, und den Modellversuch "Dezentrales Lernen in Klein- und Mittelbetrieben", in dem ein Ausbildungskonzept erprobt wird, das arbeitsplatzbezogenes Lernen in Klein- und Mittelbetrieben unter den Aspekten neuer Technologien, neuer Arbeits- und Produktionskonzepte sowie veränderter Ausbildungsanforderungen weiterentwickelt.
In den 1960er und frühen 1970er Jahren bestimmte in zunehmendem Maße die Technik die Gestaltung der Gesundheitsversorgung. Diese Entwicklung wurde im Verlauf der 1970er Jahre immer stärker kritisiert. Vielmehr stellte sich die Frage nach neuen, umfassenderen Versorgungsformen im Gesundheitswesen. Damit erhob sich zugleich die Frage nach den Konsequenzen für die verschiedenen Gesundheitsberufe, wie z. B. die, welche neuen Inhalte und veränderten Arbeitsformen zur Realisierung umfassender, patientenorientierter Gesundheitsversorgung erforderlich wären. Das Zauberwort war "Teamarbeit".
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