Die Betreuung und Pflege alter Menschen entwickelt sich zu einem bedeutenden Arbeitsfeld im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens. Insbesondere die Altenpflege ist jedoch davon betroffen, dass ein großer Teil des ausgebildeten Fachpersonals den Beruf wieder verlässt. Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung zu Berufseinmündung und Berufsverbleib in der Altenpflege vor, die vom BIBB zwischen 1992 bis 1997 durchgeführt wurde. Absolventen von Altenpflegeschulen wurden nach ihren Berufswahlmotiven, ihrer Zufriedenheit mit der Ausbildung sowie nach ersten Erfahrungen in der Berufspraxis und ihren weiteren beruflichen Plänen befragt. Ausbildungsqualität, Professionalität beruflicher Bildung und die Dauer des Berufsverbleibs müssen danach in unmittelbarem Zusammenhang gesehen werden. Eine alarmierende Berufsflucht quittiert die aus der Balance geratene Verbindung zwischen beruflicher Bildung und Arbeitswirklichkeit.
Der Beitrag fußt auf Ergebnissen einer empirischen Untersuchung, die 1994/95 in Betrieben der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt in den Berufen Elektroinstallateur, Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel und Industriekaufmann durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, auf welche Ursachen die Ausbildungszufriedenheit zurückgeführt werden kann und welchen Beitrag die betriebliche Ausbildungspraxis zur Erklärung der Zufriedenheit der Auszubildenden leistet. Die Auszubildenden äußerten sich in der Regel recht zufrieden über ihre betriebliche Berufsausbildung. Dabei gibt es jedoch erhebliche berufsspezifische Unterschiede bei den Zufriedenheitsaussagen der Jugendlichen. Ein größeres Maß an Selbständigkeit beeinflusst die Zufriedenheit nur in der Tendenz positiv. Jedoch hat die erlebte Ausbildungspraxis (Ausbildungsmethoden, Zuwendung, Ausbilder) entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit der Auszubildenden. Als eigenständige Faktoren sind der "Abwechslungsreichtum der Arbeitsaufgaben" und die "persönliche, ausbildungsbezogene Zuwendung durch die Ausbilder" von größtem Gewicht.
Auf der Basis einer repräsentativen Erwerbstätigenbefragung (BIBB/IAB-Erhebung 1991/92) wird untersucht, welche Karrierewege den Abiturienten in Bezug auf Einkommen, beruflicher Zufriedenheit und Arbeitsplatzsicherheit den größten Erfolg versprechen. Erwerbstätige Abiturienten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden den Abiturienten gegenübergestellt, die nach dem Abitur andere Optionen wahrgenommen haben. Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse hervorzuheben: Abiturienten, die keine weiteren formalen Abschlüsse erworben haben, waren am häufigsten arbeitslos bzw. in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Diejenigen, die nach dem Abitur eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung absolviert haben, erzielen zwar die niedrigsten Einkommen, ihre Arbeitsmarktchancen scheinen aber relativ günstig zu sein. Eine Doppelqualifikation (Berufsausbildung plus Hochschulstudium) bringt zwar keine finanziellen Vorteile, doch bezüglich der Sicherheit des Arbeitsplatzes und der beruflichen Zufriedenheit schneiden die Doppeltqualifizierten besser ab als Akademiker ohne Zusatzqualifikation.
Der Mikrozensus erlaubt es, mittels der Merkmale "Stellung im Betrieb" und "berufsbildender Abschluss" dem Einfluss eines steigenden beruflichen Bildungsniveaus auf den Facharbeiteraufstieg nachzugehen. Für den Zeitraum 1982 bis 1993 lassen sich keine negativen Veränderungen der Aufstiegschancen feststellen, weder bei den betrieblich Ausgebildeten noch bei den Hochschulabsolventen. Welche Mechanismen das verhindern und welche individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen der absolute Zuwachs an Statuspositionen hat, wird im einzelnen erläutert. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, warum die Berufszufriedenheit trotz unverändertem Status abnimmt.
Bei Erwerbstätigen mit unterschiedlichem berufsbildenden Abschluß, von der betrieblichen Lehre bis zum Hochschulabschluß, wird die Zufriedenheit mit ihrer Tätigkeit untersucht. Dabei ergibt sich eine Rangfolge der Zufriedenheit, die der Rangfolge der Abschlußniveaus entspricht. Die Ausgangshypothese des Beitrags besteht darin, daß die größere Zufriedenheit verheißenden Vorteile des höheren gegenüber dem geringeren Abschluß, genauer gesagt, das daraus resultierende Gefälle der Zufriedenheit der eigentliche Motor des Wechsels von Absolventen der betrieblichen Berufsausbildung an die Hochschule und damit letztlich auch eine Ursache des Facharbeitermangels ist. Die untersuchten Daten entstammen der BIBB/IAB-Erwerbstätigenbefragung. Die Ergebnisse werden nach vier Abschlußniveaus gegliedert: Lehr-, Fachschul-, Fachhochschul- und Hochschulabschluß. Die geringere Zufriedenheit der jüngeren gegenüber den älteren Abschlußjahrgängen wird als strukturelle Veränderung im Erwerbssystem gedeutet: Die jüngeren Erwerbstätigen sind nicht per se unzufriedener als die älteren, sondern sie finden im Durchschnitt weniger günstige Bedingungen vor.
Es werden Erwerbstätige mit unterschiedlichem Abschlußniveau in Hinblick auf mehrere Formen horizontaler Mobilität, auf Zufriedenheit mit dem Berufsverlauf und eingetretenem Qualifikationsverlust untersucht. Die Auswertungen basieren auf Daten der BIBB/IAB-Erhebungen 1979 und 1985/86. Erfaßt wurden jeweils knapp 28.000 deutsche Erwerbstätige, darunter etwa zwei Drittel mit einer betrieblichen Berufsausbildung. Es ergibt sich, daß mit steigendem Abschlußniveau Mobilität und Qualifikationsverluste in der Regel abnehmen, während die Zufriedenheit zunimmt. Für betrieblich ausgebildete Erwerbstätige gilt abweichend, daß ihre Mobilität mit steigendem Abschlußniveau wächst.
Der Argumente für und wider einen zweijährigen Ausbildungsgang sind in den vergangenen Jahren viele gewechselt worden. Die Fragestellung allerdings, die in der "Lebensmittelzeitung" Nr. 47 vom 25.11.1983 aufgeworfen wurde, ist neu und hebt sich gegenüber den bisher für einen zweijährigan Ausbildungsgang vorgebrachten Begründungen deutlich ab: "Länger ausbilden, um die Abwanderung von Fachkräften aus dem Handel zu unterstützen?"
Das 1978 angelaufene Modellversuchsprogramm des Bundes umfaßt jetzt 22 wissenschaftlich begleitete Einzelprojekte in allen Bundesländern und Berlin. Die ersten fünf Modellversuche haben 1978 begonnen, die Mehrzahl in den Jahren 1979 und 1980. ln den rund 200 beteiligten Industrie- und Handwerksbetrieben sowie Ausbildungsstätten des öffentlichen Dienstes werden etwa 1.100 Mädchen in einem bisher trauenuntypischen gewerblich-technischen Berufausgebildet. Einbezogen wurden Berufe des gewerblich-technischen Bereichs, in denen 1978 der Frauenanteil unter fünf Prozent lag. Nachdem 1981 die ersten Modellversuchsteilnehmerinnen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und jetzt in ihren Berufen tätig sind, soll eine Zwischenbilanz zu den Fragen der Ausbildungsentscheidung und der beruflichen Einmündung gezogen werden. Die Aussagen haben, dem Stand der Versuche entsprechend, vorläufigen Charakter und beruhen im wesentlichen auf den Zwischenberichten der wissenschaftlichen Begleitungen, mündlichen und schriftlichen Berichten der Durchführungsträger bzw. beteiligter Betriebe.
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