Eignen sich digitale Aufgaben für eine Messung handwerklicher Kompetenzen im Rahmen der praktischen Gesellenprüfung für Kfz-Mechatroniker/-innen? Und sind sie ökologisch valide; d. h. sind die so erzielten Ergebnisse aussagekräftig in Bezug auf lebensweltliche berufspraktische Kontexte? Zur Beantwortung entsprechender validitätsbezogener Forschungsfragen werden Ergebnisse aus drei unterschiedlichen Datenerhebungen untersucht und diskutiert, die im Rahmen des ASCOT+-Projekts DigiDIn-Kfz erhoben wurden. Die Befunde geben ein gemischtes Bild, das sowohl Chancen als auch Grenzen des eingesetzten digitalen Aufgabenformats aufzeigt.
Bei der Auswahl von Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerbern orientieren sich die meisten Betriebe an den Schulnoten des Halbjahres- oder Abschlusszeugnisses. Ergänzend werden oft Einstellungstests durchgeführt, mit denen spezifische, für den Ausbildungsberuf relevante Kompetenzen ermittelt werden sollen. Doch lassen sich damit verlässliche Rückschlüsse auf einen späteren Ausbildungserfolg der Bewerber/-innen ziehen? Mit Hilfe eines Datensatzes, der gleichzeitig Informationen zu Schulnoten, Ergebnissen von Einstellungstests jugendlicher Bewerber/-innen und auch Leistungsdaten aus ihrer Ausbildung enthält, wird dieser Frage nachgegangen.
Der Praxisbezug von Prüfungen innerhalb der dualen Ausbildung und damit ihre Aussagekraft für die spätere Bewährung im Beruf werden häufig in Frage gestellt sowohl durch einzelne Prüfer, Betriebsvertreter als auch durch die zuständigen Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerorganisationen. Es ist offen, ob die Kritik verallgemeinert werden kann und ob sie für alle Prüfungsformen und Berufe gilt. Deshalb wurden Betriebe um ihre Einschätzung von Prüfungen u.a. hinsichtlich Praxisnähe, Relevanz für Einstellungsentscheidungen, erfassbarer Personenmerkmale und Nutzen gebeten. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Prüfungen durchaus differenziert beurteilt werden und die Kritik an den Abschlussprüfungen nicht von allen Betrieben getragen wird. Zusätzlich erfolgt dies nach Beruf und Wirtschaftsbereich unterschiedlich. Das deutet darauf hin, dass keine flächendeckende Reform des Prüfungswesens, sondern die Neugestaltung der Prüfungsanforderungen einiger Berufe notwendig ist. Der Beitrag stellt die Ergebnisse der 1998 vom BIBB durchgeführten Betriebsbefragung vor.
Das deutsche Prüfungswesen verändert sich derzeit massiv durch die Einführung neuer Prüfungsmethoden. Nach Auffassung vieler Prüfungsexperten erfassen bisherige Prüfungen nur punktuelle Kenntnisse in der schriftlichen Prüfung und isolierte manuelle Fertigkeiten im praktischen Teil. Die neuen Prüfungsmethoden wie ganzheitliche oder komplexe Aufgabe, Kundenberatungsgespräch oder Fachgespräch sowie Projekt- oder Betriebsaufgabe bieten Chancen für praxisnahe und handlungsorientierte Prüfungen, ihre Einführung ist allerdings mit grossem Aufwand und einigen Gefahren verbunden. Der Beitrag befasst sich anhand eines anschaulichen Modells mit der Frage, welche Aspekte beruflicher Handlungskompetenz sich mit welchen Prüfungsmethoden erfassen lassen. Kernfrage bei der Modernisierung ist, wie sich Aussagekraft und Validität von Prüfungsmethoden im Hinblick auf die Erfassung von beruflicher Handlungskompetenz verbessern lässt. Die Aussagekraft von Prüfungsmethoden in 15 neuen oder neugeordneten Berufen ist Untersuchungsgegenstand eines derzeit laufenden Evaluierungsverfahrens des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Die Berufsbildungsstatistik erfaßt die von ihr ausgewiesenen Merkmale überwiegend anhand der bestehenden Ausbildungsverhältnisse aller Ausbildungsjahre (Bestand). Durch die zunehmende Verkürzung individueller Ausbildungszeiten aufgrund des steigenden schulischen Abschlußniveaus entstehen zum Teil gravierende Abweichungen zwischen den Merkmalsanteilen des Bestandes und denen eines Auszubildendenjahrganges. Es wird daher vorgeschlagen, die nach dem Berufsbildungsförderungsgesetz neu zu erfassenden Merkmale wie Nationalität und schulische Vorbildung generell bei den Prüfungsteilnehmern zu erheben, um solche Verzerrungen zu vermeiden.
Der Aufsatz versucht, die Komplexität der Zusammenhänge zwischen Jugendkriminalität, Jugendarbeitslosigkeit und Berufsausbildung ansatzweise aufzuzeigen. Dabei wird die Unzulänglichkeit einer statistischen Zusammenhangsprüfung zwischen Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität angesichts der gegenwärtigen Materiallage belegt. Weder die interne noch die externe Validität derartiger formal-statistischer Untersuchungen scheint in hinreichendem Maße gegeben. Es wird die These aufgestellt, daß Arbeitslosigkeit und delinquentes Verhalten zwei Faktoren neben anderen in einem komplexen Feld kumulierender Defizite sind. Diese kumulierte biographische Benachteiligung ist typisch für die Lebenssituation sozialer Randgruppen.
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