Zur Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung wird einem flächendeckenden Beratungsangebot große Bedeutung beigemessen. Es stellt sich jedoch die Frage, wie bestehende öffentlich verantwortete Strukturen in einem finanziell vertretbaren Rahmen ausgebaut werden können. In diesem Beitrag wird das britische Beispiel der Telefonberatung Career Advice Service (ehemals Learndirect) in seinen Grundzügen erläutert, wobei auf Vor- und Nachteile hingewiesen wird. Mit Blick auf Deutschland könnte eine nationale Telefonberatungshotline in Verbindung mit Beratung vor Ort den generellen Ausbau der Beratungslandschaft zusätzlich unterstützen.
Das Leonardo-da-Vinci-Projekt TEVAL - Evaluation Model for Teaching and Training Practice Competences (Laufzeit Februar 2005 bis Juli 2007) wurde in Anbetracht des Bedarfs an einer gemeinsamen europäischen Grundlage für die Evaluation von Lehrenden initiiert. Ziel war die Entwicklung eines Evaluationsansatzes, welcher hilft, die Kompetenzen von Lehrpersonen zu bestimmen und zu überprüfen. Lehrende können mittels des Modells ihre eigenen Kompetenzen reflektieren und systematisch verbessern. Am Projekt beteiligt sind Organisationen aus Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Portugal. Ausgehend von der Darstellung des Kompetenzmodells und seiner zentralen Dimensionen wird das zentrale Produkt des Projekts - ein Handbuch für die Implementierung des Evaluationsmodells - vorgestellt.
Modularisierung gilt als Mittel zur Flexibilisierung von Bildungswegen, indem sie leichtere Übergänge zwischen unterschiedlichen Bildungsgängen und einen offeneren Zugang zu allgemeinbildenden und/oder beruflichen Bildungsangeboten ermöglicht. Der Modulbegriff wird zur Bezeichnung von Lehr-/Lernabschnitten verwendet, die von Bildungsträgern individuell gestaltet und entsprechend den Bedürfnissen der Lerner, den Anforderungen lokaler Arbeitsmärkte sowie gemäß eigener personeller und materieller Ressourcen zu umfassenden Lehr-/Lernprogrammen kombiniert werden können. Am Beispiel des englischen Berufsbildungssystems wird untersucht, wie Module gestaltet und Abschlüsse kombiniert werden, inwieweit das Modulkonzept flexible Qualifizierungswege eröffnet und welche Probleme sich aus diesem Konzept ergeben. Anschließend wird auf die Bedeutung der Modularisierung für die deutsche Berufsbildung eingegangen. Ansatzpunkte für eine Übertragung modularer Ausbildungsstrukturen finden sich im Bereich der Zusatzqualifikationen und der Fortbildungsabschlüsse.
Das britsche Modulsystem der beruflichen Bildung (National Vocational Qualifications, kurz NVQs) ist ein Exportartikel und wird als internationales Referenzsystem zitiert. Wie die Öffentlichkeit Großbritanniens das System aufnimmt, dringt dagegen nicht so leicht über die Insel hinaus. Hier sollen durchaus subjektive Standpunkte zu dieser Thematik aufgeführt werden. Dazu wurden Artikel dreier Tageszeitungen ausgewertet, die als "meinungsbildend" gelten können. Der Beitrag will die NVQs weniger von der streng fachlichen Seite beleuchten, sondern demonstrieren, welche thematischen Aspekte die britische Tagespresse für ein breiteres Leserspektrum aufbereitet, und auch, in welcher Form das geschieht.
Das Centre for Economic Performance in London hat eine Studie durchgeführt, die berufliche Bildungsabschlüsse in Großbritannien und Deutschland vergleicht. Anhand formaler und inhaltlicher Kriterien werden die britischen Berufsqualifikationen und die deutschen Berufsabschlüsse in Beziehung gesetzt und die Qualifikationsstrukturen beider Länder miteinander verglichen. Dabei werden folgende Aspekte berücksichtigt: Dauer der Bildungsgänge, Eingangsvoraussetzungen, Qualität von Prüfungen, typische Bildungs- und Berufskarrieren, Bildungsinhalte, vermittelte Fertigkeiten und Kenntnisse sowie der Anteil von allgemeinbildenden Inhalten an beruflichen Bildungsgängen. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass das Niveau der Berufsabschlüsse im dualen System dem Level 3 im NVQ-Schema (National Vocational Qualification) mit Tendenz zu Level 4 entspricht. Basierend auf dieser Einschätzung wird die Zahl der Bildungsabschlüsse in beiden Gesellschaften verglichen. Obwohl die Zahl gerade auch höherer beruflicher Qualifikationen in Großbritannien im Zeitverlauf zunimmt, liegt sie noch immer deutlich unter der in Deutschland erreichten Anzahl.
In Großbritannien wird Modularisierung in der Berufsbildung als Instrument gesehen, mit dessen Hilfe eine Balance zwischen Flexibilität, Koordination und Zusammenhalt eines Systems erreicht werden kann, das nicht nur die Berufsausbildung, sondern auch die Weiterbildung einschließt. Der Beitrag klärt die Begriffe Modul und Modularisierung, skizziert das englische System nationaler beruflicher Qualifikationen (National Vocational Qualifications = NVQs) und analysiert Möglichkeiten und Probleme der Koordinierung modular strukturierter Berufsbildungssysteme am Beispiel des englischen Systems.
Mit der Einführung des europäischen Binnenmarktes und der Erweiterung der Union haben sich neue Rahmenbedingungen für das Zusammenleben herausgebildet. Vor dem Hintergrund der sich ändernden Anforderungen an Arbeit und Qualifikation geht es in diesem Beitrag darum, die Bildungschancen junger Menschen aus eingewanderten Familien näher zu betrachten. Welche Bevölkerungsgruppen gehören zu den Modernisierungsgewinnern bzw. -verlierern und welche Chancen der beruflichen Qualifizierung und der beruflichen sowie sozialen Integration erhalten Jugendliche und junge Erwachsene, deren Eltern emigriert sind, und die zumindest einen Teil ihrer Kindheits- und Jugendzeit in Deutschland oder einem anderen europäischen Land verbracht haben? Die Analyse konzentriert sich auf vier Länder mit einem bedeutenden Potential junger Menschen aus eingewanderten Familien: Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland.
Zu den Aktivitäten, die das Berufsbildungsprogramm PETRA in der Europäischen Union bisher gefördert hat, gehören Forschungspartnerschaften zu ausgewählten Themen der beruflichen Erstausbildung. Ein Team von Bildungsforschern aus sechs Mitgliedsstaaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande und Spanien) untersuchte in einem zweijährigen Projekt die Nutzung von Modulen in der beruflichen Erstausbildung.
Der Beitrag berichtet über den Modellversuch WOKI, dessen Ziel es war, übertragbare 'Lernarrangements' zu entwickeln, um an den Lernorten Schule und Betrieb angehenden Industriekaufleuten die für die Fabrik der Zukunft nötige berufliche Handlungskompetenz - insbesondere Schlüsselqualifikationen - zu vermitteln. WOKI hat zentrale Probleme einer zukunftsorientierten Ausbildung im dualen System angesprochen, übergreifende und stimmige inhaltliche Lösungen konzipiert und zu einem beträchtlichen Teil auch in 'Lernarrangements' methodisch umgesetzt. Seine Konzeption und seine Ergebnisse sind auf überregionalen Tagungen ebenso wie auf internationalen Symposien in der Bundesrepublik, in der ehemaligen DDR, in Großbritannien und in den USA vorgestellt und diskutiert worden. Das Verzeichnis von Veröffentlichungen enthält bisher mehr als 60 Titel. An mehreren Standorten sind Ergebnisse des Modellversuchs bereits übernommen worden. Mehrere mittelständische Unternehmen haben als 'Transfer-Betriebe' Lernarrangements erprobt.
Im Gegensatz zum akademischen Bereich haben Jugendliche, die in der Berufsausbildung stehen oder sich auf einen Beruf vorbereiten, bisher relativ wenig Möglichkeiten, berufsbezogene Auslandserfahrungen zu sammeln. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt "Berufliche Bildung im Bereich neuer Technologien im europäischen Austausch" entwickelt. Es beinhaltet den Austausch der Jugendlichen zwischen Deutschland und England. Im diesem Ausbildungsprogramm sollen nicht nur neue Technologien erlernt, sondern vor allem allgemeinbildende, soziale und politische Aspekte integriert werden. Der Artikel behinhaltet eine ausführliche Beschreibung des Projektes und berichtet über den Stand der Ausbildungssituation in Großbritannien. Abschließend werden neue Perspektiven genannt.
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