Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in fast allen Berufsbereichen verändert auch Inhalte und Abläufe der Berufsbildung. Bereits in der ersten Förderrunde des Innovationswettbewerbs InnoVET wurde diese Entwicklung aufgegriffen und nimmt in der 2024 gestarteten zweiten Förderrunde Inno- VET PLUS deutlichere Formen an. Im Beitrag wird exemplarisch dargestellt, wie KI von den Projekten aufgegriffen wird.
Vor gut 20 Jahren wurde die gestreckte Abschluss- bzw. Gesellenprüfung als alternatives Prüfungsmodell probeweise eingeführt. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie hoch der Anteil der Ausbildungsberufe mit diesem Prüfungsmodell an den neugeordneten Berufen der letzten 20 Jahre ist und wie sich die Berufe mit gestreckter Abschluss- bzw. Gesellenprüfung auf die einzelnen Zuständigkeits- und Berufsbereiche verteilen.
Frauenberufe bezeichnen Berufe, die einen sehr hohen Frauenanteil aufweisen. Die Löhne in Frauenberufen sind im Durchschnitt geringer als in typischen Männer- oder Mischberufen, in denen Frauen nicht dominieren. Ob sich der durchschnittlich einkommensmindernde Effekt eines Frauenberufs je nach Qualifikationsniveau und je nach fachlicher Ausrichtung des Berufs unterscheidet, wurde jedoch bisher nicht ausreichend beantwortet und stellt den Fokus dieses Beitrags dar. Basierend auf der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 wird erstens untersucht, ob sich die Ausübung eines Frauenberufs unter Erwerbstätigen mit Berufsausbildung gleichermaßen auswirkt wie in der Gesamtheit aller Erwerbstätigen. Zweitens wird mit Fokus auf Erwerbstätige mit Berufsausbildung analysiert, ob alle Frauenberufe gleichermaßen geringere Löhne aufweisen oder Unterschiede in Abhängigkeit von der fachlichen Ausrichtung des ausgeübten Frauenberufs festzustellen sind.
Occupations with a very high proportion of women are designated as female-dominated occupations. Wages in female-dominated occupations are on average lower than in typical male-dominated occupations and in mixed occupations not dominated by women. Whether this average income-reducing effect of female-dominated occupations differs across educational levels and across occupational fields has not yet been analysed and forms the focus of the present article. Using the 2018 BIBB/BAuA Employment Survey, we first investigate whether the effect of female-dominated occupations is different for the group of employed persons with a vocational education and training (VET) degree than for the whole group of employed persons with all educational levels. Second, by focusing on employed persons with a VET degree, we analyse whether all female occupations are poorly paid or whether any differences arise depending on the specific field of the female-dominated occupation.
Seit Jahrzenten ist in der Bundesrepublik Deutschland ein Anstieg der Abiturientenquote zu beobachten. Diese Entwicklung geht einher mit einer höheren Studierneigung von Schulabsolventinnen und -absolventen und einem Rückgang in der dualen Berufsausbildung. Durch die Einführung von dreijährigen Bachelorstudiengängen stellt sich die Frage, ob Unternehmen für Tätigkeiten auf mittlerer Fach- und Führungsebene Fachkräfte mit einem akademischen Abschluss gegenüber beruflich Qualifizierten vorziehen. Der Beitrag geht der Frage in den Branchen Handel, Logistik, Banken und Tourismus nach und stellt hierzu Ergebnisse eines BIBB-Forschungsprojekts vor.
Der Beitrag widmet sich der Beschulung in sogenannten Mischklassen, einer Form der ausbildungsplatznahen Beschulung in Sachsen-Anhalt, die eine Möglichkeit des gemeinsamen Unterrichtens in Berufsbereichen/Berufsgruppen an berufsbildenden Schulen darstellt. Neben konkreten Arbeitsdefinitionen werden Ursachen für die Einführung von Mischklassen sowie schulorganisatorische und mikrodidaktische Veränderungen aufgezeigt. Auf der Grundlage ausgewählter Ergebnisse einer hierzu durchgeführten explorativen Studie wurde ein 'Katalog von Akzeptanzbedingungen' für die Bildung von Mischklassen erstellt, der im Beitrag in Auszügen vorgestellt wird. Die Autoren formulieren abschließend Empfehlungen, wie Mischklassenbeschulung in Sachsen-Anhalt weiterentwickelt und optimiert werden kann.
Im OECD-Bericht "Education at a Glance" (Bildung auf einen Blick) von 2004 weisen - basierend auf dem Mikrozensus 2002 - Erwerbspersonen mit dualer Berufsausbildung in allen Altersgruppe höhere Erwerbslosenraten auf als Erwerbspersonen mit einem Berufsfachschulabschluss (je nach Altersgruppe +2 Prozent bzw. +3 Prozent) Wie sind diese Unterschiede zu erklären? Sind sie auf die unterschiedlichen Ausbildungssysteme zurückzuführen, oder werden Personen verglichen, die sich systematisch in arbeitsmarktrelevanten Merkmalen unterscheiden? Mit der vereinfachten Zulassung von Berufsfachschulabsolventen zur Kammerprüfung sind nach dem neuen Berufsbildungsgesetz diese Fragen von besonderem Interesse. Auf Basis des Mikrozensus 2003 wird in dem Beitrag aufgezeigt, wie sich Absolventen der unterschiedlichen Systeme (duales System, Berufsfachschulen) hinsichtlich ihrer Erwerbschancen unterscheiden, wenn vergleichbare Bedingungen geschaffen werden. Die Analysen geben keine Hinweise darauf, dass es systematische Unterschiede im Erwerbslosigkeitsrisiko zwischen Absolventen einer dualen Berufsausbildung und vollqualifizierender BFS gibt, die auf die spezifische Form der Ausbildung (Schule vs. Betrieb) zurückzuführen sind. Auf den ersten Blick vermeintlich erkennbare Unterschiede beruhen auf Selektivitätseffekten: unterschiedliche Bildungsniveaus und unterschiedliche Berufsbereiche sowie Ost/West-Unterschiede, die das Arbeitsmarktrisiko maßgeblich beeinflussen.
Eine Studie hat die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten durch Fort- und Weiterbildung in ausgewählten Berufsbereichen des Gesundheits- und Sozialwesens erfasst und die Arbeitsmarktrelevanz der wichtigsten Fort- und Weiterbildungsqualifikationen geprüft. Die Analyse zeigt, dass die Struktur des Fort- und Weiterbildungssystems grundsätzlich in hohem Maße durch Intransparenz gekennzeichnet ist. Vor dem Hintergrund der länderspezifischen Qualifizierungsregelungen hat sich eine äußerst problematische Qualifizierungsvielfalt entwickelt. Der Verfasser plädiert in Anbetracht dieser Situation für Bundesregelungen in der beruflichen Weiterbildung, die den Zugang, die Qualitätssicherung, die Zertifizierung sowie die Finanzierung der Weiterbildung betreffen, als einen ersten und wichtigen Schritt.
Thema des Beitrages ist, wie die Berufsverläufe der Erwerbstätigen derzeit durch Berufswechsel geprägt werden und welche damit zusammenhängenden Sachverhalte und Entwicklungen sich daraus ergeben. Grundlage ist eine repräsentative Befragung der Erwerbstätigen in Deutschland, die gemeinsam von BIBB und IAB 1998/99 durchgeführt wurde. Die Daten belegen, dass ein Teil der Veränderungen und Entwicklungen am Arbeitsmarkt über die beruflichen Wechselprozesse der Erwerbstätigen aufgefangen wird. Von den Erwerbstätigen hat rund ein Drittel im Laufe des Berufslebens mindestens einmal den Beruf gewechselt, acht Prozent darunter mehrmals. Dabei zeigt sich deutlich ein Trend hin zu den Dienstleistungsberufen. Das berufliche Bildungssystem produziert flexible Arbeitskräfte. In den meisten Fällen hat sich die berufliche Mobilität für den Einzelnen gelohnt. Die Anpassung an die veränderten Bedingungen ist allerdings mit hohen Weiterbildungsanstrengungen und Anpassungsleistungen verbunden. Gleichzeitig bewirkt der Berufswechsel einen Verlust der Verwertbarkeit der in der Ausbildung erworbenen Kompetenzen. Erforderlich seien daher auch in Zukunft stärkere Anpassungen an den veränderten Qualifikationsbedarf durch Neustrukturierungen und Weiterentwicklungen der Berufe.
Vorgestellt werden erste Ergebnisse einer Befragung von Berufsfachschulabsolventen/-innen des Jahres 1998, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 1999 durchgeführt hat. Von besonderem Interesse sind dabei Fragen nach dem Verbleib, nach der Verwertung der an den Berufsfachschulen erworbenen Qualifikationen und nach Ausbildungsdefiziten, und zwar primär im Vergleich zwischen verschiedenen Berufsgruppen, aber auch verschiedenen Absolventenjahrgängen und mit Absolventen des dualen Systems. In die Untersuchung einbezogen waren die Länder Baden- Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen mit Bildungsgängen aus drei Berufsbereichen (Technische Assistentinnen, Wirtschaftsassistentinnen, Dienstleistungsassistentinnen). Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass Berufsfachschulen eine Multifunktionalität haben und einen eigenständigen Beitrag im deutschen Berufsbildungssystem leisten; ihre Bildungsgänge werden weiter an Bedeutung zunehmen, weil sie in hohem Masse auch für Dienstleistungstätigkeiten qualifizieren. Um den Weg über die Berufsfachschule noch attraktiver und erfolgreicher zu machen, müssten mehr Praxisnähe, eine moderne Ausstattung und die Förderung überfachlicher Qualifikationen sichergestellt werden.
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