Seit dem Schuljahr 2009/10 praktizieren allgemeinbildende und berufsbildende Schulen im Landkreis Hameln-Pyrmont ein Kooperationsmodell, das Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 und 10 neben dem allgemeinbildenden Schulabschluss eine breite berufliche Grundbildung vermittelt. Jugendliche sollen so bei ihrer Berufswahlentscheidung unterstützt und ihre Ausbildungschancen verbessert werden. Was zunächst als Schulversuch begann, konnte bereits im dritten Jahr in Regelform überführt werden und hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt. Im Beitrag werden die Beweggründe zur Entwicklung und die Konzeption des Modells beschrieben. Die Einmündungs- und Übergangszahlen belegen den Erfolg dieses Modells. Dieser wird nicht zuletzt durch eine enge Kooperation der Schulleitungen und den regelmäßigen fachlichen Austausch der Lehrkräfte ermöglicht.
Die (Teilzeit-)Berufsschule hat in Deutschland einen besonderen Stellenwert als dualer Lernortpartner. Rückläufige Schülerzahlen stellen sie jedoch vor strukturelle Herausforderungen bei der Organisation des berufsspezifischen Unterrichts. Auf der Grundlage von Ergebnissen aus einem BIBB-Entwicklungsprojekt werden exemplarisch für zwei Ausbildungsberufe die unterschiedlichen Ausgangslagen und Lösungsansätze beschrieben.
Digitale Medien haben sich in der Arbeitswelt wie auch im privaten Bereich sehr viel schneller durchgesetzt als im Bildungswesen bzw. in der beruflichen Bildung. Medienkompetenz wird vor allem informell erworben und weniger in formalen Lernkontexten. Angesichts rückläufiger Schülerzahlen könnte das Modell einer "virtuellen Berufsschule", in der der Unterricht durch Medien unterstützt wird, könnte eine Lösung sein - so Prof. Weiß im Editorial. Eine wichtige Rolle für die mediale Aus- und Fortbildung des Fachkräftenachwuchses könnten dabei die überbetrieblichen Ausbildungsstätten übernehmen.
Wachsende Schülerzahlen an vollqualifizierenden Berufsfachschulen außerhalb BBiG/HwO wie schwankende Zahlen unversorgter Ausbildungsplatzbewerber werfen die Frage nach dem Stellenwert dieser Schulen im Berufsbildungssystem auf. Dazu zählen auch Überlegungen zu einer veränderten, das duale System ergänzenden strategischen Ausrichtung der Berufsfachschulen. Der Beitrag gibt Informationen zur quantitativen Entwicklung und Verteilung der Absolventen nach stark besetzten Berufen. Er benennt mit dem Bildungsgang verknüpfte Chancen, aber auch Probleme, die eine Verwertung der Ausbildung behindern.
Der berufliche Verbleib von Absolventen der Berufsfachschulen ist nach wie vor wenig erforscht trotz steigender Schülerzahlen. Eine Diplomarbeit "Beruflicher Verbleib von Berufsschulabsolventen - Eine empirische Untersuchung im Rahmen des Regionalprojektes Sachsen" an der Technischen Universität Dresden untersuchte nun, in welchem Maße Autonomie, Kompetenz und soziale Einbindung Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und damit die Qualität der beruflichen Eingliederung besitzen. Die Untersuchung folgt dem erziehungswissenschaftlichen Verbleibbegriff von ZIMMERMANN, wonach entscheidend für die berufliche Eingliederung das Erleben von Autonomie, Kompetenz und sozialer Einbindung ist. Der Beitrag präsentiert ausgewählte Ergebnisse. Zunächst wird der Erwerbsstatus der Absolventen dargestellt, in einem weiteren Schritt der Zusammenhang zwischen den Formen des Erlebens und der Persönlichkeitsentwicklung nachgewiesen und schließlich beschrieben, in welchem Maße sich die erwerbstätig gewordenen Absolventen in ihrem Arbeitskontext autonom, kompetent und sozial eingebunden erleben. Die Befunde sprechen für die systematische Einbeziehung dieser Größen in künftige Verbleibsuntersuchungen.
Seit 1991 steigen die Schülerzahlen in Berufsfachschulen an. Dagegen sinkt die Zahl der Auszubildenden. Der Beitrag geht diesen Entwicklungen nach. Aus den Erhebungen des statistischen Bundesamtes lassen sich die Relationen zwischen dualer und schulischer Berufsausbildung ableiten sowie das Geschlechterverhältnis bei vollschulischer Berufsqualifizierung und die Schwerpunkte der Berufsbereiche ermitteln. Überproportionale Steigerungen der Schülerzahlen sind in den Bereichen der datenverarbeitenden/kaufmännischen und der Gesundheits- und Dienstleistungsberufe zu verzeichnen. Häufig übernimmt die Berufsfachschule jedoch lediglich eine Puffer- bzw. Warteschleifenfunktion für Ausbildungsplatzbewerber, die auf dem Ausbildungsstellenmarkt keinen Platz im Beruf ihrer Wahl erhalten haben.
Die beruflichen Vollzeitschulen haben eine wichtige Funktion sowohl für die Berufsvorbereitung als auch für die Ausbildung, hier insbesondere im Bereich der Gesundheitsdienstberufe. Die Ausführungen befassen sich mit den quantitativen und strukturellen Veränderungen der Vollzeitschulen seit Beginn der 80er Jahre und beziehen sich auf das Berufsvorbereitungsjahr, das Berufsgrundbildungsjahr, die Berufsfachschulen, die Kollegschulen in Nordrhein-Westfalen und die berufsvorbereitenden Förderlehrgänge der Bundesanstalt für Arbeit. Tabellarisch dargestellt sind die Schülerzahl, die angestrebten Übergänge in eine duale Ausbildung und die Schülerzahl in Schulen des Gesundheitswesens.
Über 50.000 Jugendliche waren es vor knapp zehn Jahren, die an den von den Berufsschulen eingerichteten Maßnahmen zur Berufsvorbereitung - zumeist als Berufsvorbereitungsjahr (BVI) bezeichnet - teilnahmen. Seither ist ihre Zahl bis zum Schuljahr 1987/88 auf rd. 26.300, also um fast die Hälfte zurückgegangen. Diese ingesamt erfreuliche Bilanz ist nicht zuletzt auf die demographische Entwicklung zurückzuführen. Die Zahl der Schulabgänger hat in diesem Zeitraum deutlich abgenommen, bei den Schulabgängern nach Beendigung der Vollzeitschulpflicht um knapp 34 %, bei denjenigen ohne Hauptschulabschluß, die vor allem die Adressaten berufsvorbereitender Maßnahmen sind, sogar um gut 44 %.
Der Beitrag stellt in 17 Tabellen Zahlen zur Verfügung, die Aufschluss über Altersstruktur, Entwicklung der Schülerzahlen an verschiedenen Schulformen, Schulabschlüsse, Teilnahme an berufvorbereitenden Maßnahmen und Berufsausbildung geben.
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