Der Beitrag beschreibt die Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe (GES-Berufe) anhand von drei Merkmalen, die Aufschluss über die Anforderungen, das gesellschaftliche Ansehen sowie die Gratifikationen dieser Ausbildungsberufe geben. Zur besseren Einordnung werden sie mit Berufsmerkmalen dualer Ausbildungsberufe verglichen.
Gesellschaftliche Debatten um systemrelevante Berufe im Kontext der Coronapandemie haben Fragen der Wertigkeit und Wertschätzung beruflicher Tätigkeiten jenseits ökonomischer Kriterien intensiviert. Mit dem Vergleich von zwei Listen systemrelevanter Berufe verbinden wir die Beschreibung der Wertigkeit anhand von Merkmalen wie Arbeitslohn, Berufsprestige und Arbeitsbelastung mit Analysen zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten in diesen Berufen. Mit der Frage, ob sich die Lasten oder Verantwortungen in Krisenzeiten gleichmäßig auf Beschäftigte aller Qualifikationsniveaus verteilen, möchten wir eine erweiterte Perspektive auf die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung eröffnen. Als Datengrundlage dient die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2018.
Societal debates on occupations in essential work within the context of the pandemic have fuelled questions relating to the value and appreciation of occupational tasks beyond economic criteria. We compare two lists of essential occupations in order to describe their valuation on the basis of characteristics such as wages, prestige and workload together with an analysis of the qualification levels of employees in these occupations. Our aim is to widen the perspective on the equivalence of general and vocational education by addressing the question as to whether burdens or responsibilities are distributed evenly across workers at all qualification levels in times of crisis. The 2018 BIBB/BAuA Employment Survey serves as our database.
Das Alters- und Pflegezentrum Sunneziel Meggen im Schweizer Kanton Luzern bietet älteren Menschen vielfältige Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten. Zur Qualifizierung der hier tätigen Fachkräfte bildet die Einrichtung in neun Grund- und Ausbildungsberufen aus. Zudem werden Studierende in ihren Praxisphasen professionell angeleitet. Magdalena Fuchs ist seit 2011 Bildungsbeauftragte und somit nicht nur für Aus- und Weiterbildung des Fachkräftenachwuchses, sondern auch für die Qualifizierung und Begleitung des Bildungspersonals verantwortlich.
In der Fachliteratur wird immer wieder auf veränderte Arbeitsanforderungen des betrieblichen Ausbildungspersonals verwiesen. Daraus werden Forderungen zur Professionalisierung und Qualifizierung abgeleitet, die auch zur Qualitätsentwicklung betrieblicher Ausbildung beitragen können. In diesem Beitrag werden die Aufgaben und Tätigkeiten und die durch das Ausbildungspersonal wahrgenommenen Veränderungen der berufspädagogischen Anforderungen analysiert. Es wird deutlich, dass die Differenz zwischen Anforderungen und berufspädagogischen Qualifikationen und Kompetenzen dieser Personengruppe eher wächst.
Die Digitalisierung der Arbeit in den High-Tech-Bereichen der Automobilindustrie und der Automobilzulieferindustrie ist beispielhaft für die Veränderung von Tätigkeits- und Anforderungsprofilen der Fachkräfte im Maschinen-und Anlagenbau. Im Rahmen eines Pilotprojekts hat das BIBB gemeinsam mit der Volkswagen Akademie exemplarisch Arbeitsaufgaben und Tätigkeitsprofile in Bereichen des Betreibens, der Wartung und Instandhaltung von Produktionssystemen untersucht. Diese wurden mit vorhandenen Ausbildungsberufen und der gegenwärtigen Ausbildungspraxis verglichen. Nach einer kurzen Beschreibung des Vorgehens werden im Beitrag Ergebnisse benannt und Schlussfolgerungen für mögliche Veränderungen der Ausbildungsgestaltung im Rahmen bestehender Berufe gezogen. Wie diese gegenwärtig schrittweise umgesetzt werden, wird abschließend aufgezeigt.
Technische Möglichkeiten der automatisierten Steuerung von Arbeitsprozessen verändern die Arbeitswelt. Hierzu werden Szenarien mit unterschiedlichen Effekten für das Arbeiten und Lernen in der digitalen Wirtschaft diskutiert. Entwicklungen in wettbewerbsstarken Branchen wie der Automobilindustrie können als Frühindikator für Veränderungen in den Tätigkeits- und Anforderungsprofilen auf Facharbeiterebene dienen. Daher lohnt ein Blick hinter die Werktore eines der weltweit führenden Automobilhersteller.
Während sich die Berufs- und Wirtschaftspädagogik noch in den 1970er- und 1980er-Jahren in verschiedenen Forschungsarbeiten der Qualifizierung des betrieblichen Ausbildungspersonals angenommen hat, gibt es dazu kaum empirisch fundierte Arbeiten aus der jüngeren Vergangenheit. Insofern stellt das betriebliche Ausbildungspersonal in der Berufsbildungsforschung aktuell eine »vernachlässigte Gruppe« dar, die nicht nur aus wissenschaftlichen Erkenntnisinteressen, sondern auch aus Fragen der praktischen Gestaltung von Ausbildungsprozessen und Qualifikationsfragen wieder verstärkt in den Blick genommen werden sollte. Dies ist auch das Anliegen der Dissertationsschrift von Kathrin Brünner.
Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahrs am 1. August 2014 tritt die modernisierte Berufsausbildung zum Süßwarentechnologen und zur Süßwarentechnologin in Kraft. Mit der Entwicklung des neuen Berufsbilds wurde auf die Veränderungen der Arbeitswelt in der Branche reagiert. Der Beitrag stellt die wesentlichen inhaltlichen Neuerungen des Ausbildungsberufs vor und behandelt das Strukturmodell »Einsatzgebiete«.
Eine historisch-systematische Forschung, die sich mit dem Professionswissen, den Handlungsstrukturen, den Arbeitssituationen und dem Berufsbewusstsein des betrieblichen Bildungspersonals differenziert beschäftigt, existiert nur in Ansätzen. Dies hängt u. a. damit zusammen, dass die Berufs- und Wirtschaftspädagogik lange Zeit überwiegend Berufswissenschaft der Berufsschullehrkräfte war und das betriebliche Ausbildungspersonal erst seit Erlass des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) zu ihrem Gegenstand gemacht hat. Im Rückblick auf das vergangene Jahrhundert wird im Beitrag verdeutlicht, wie stark die Auffassungen von der betrieblichen Ausbildungstätigkeit vom Menschenbild der jeweiligen Zeit abhängen. Zudem werden Gründe für ein vergleichsweise gering ausgeprägtes professionelles Selbstverständnis des betrieblichen Ausbildungspersonals erörtert. Bei der Beantwortung der Frage, was Berufsausbilder/-innen zukünftig können und demzufolge wissen müssen, gilt es stärker als bisher, Erkenntnisse zu nutzen, welche die berufs- und wirtschaftspädagogische Forschung bereithält.
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