Trotz umfassender Forschung und einer beachtlichen Zahl von Maßnahmen und Programmen ist es bislang nicht gelungen, den Anteil von Frauen in technischen Berufen wesentlich zu erhöhen. Dies nimmt der Beitrag zum Anlass, einen handlungsorientierten Forschungsansatz vorzustellen, der konkrete praktische Optionen zur Erhöhung des Anteils weiblicher Auszubildender in technischen Lehrberufen untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei zum einen der Einfluss von Kindheitsaktivitäten und zum anderen mögliche Maßnahmen des Berufsmarketings. Hierzu werden Ergebnisse einer Online-Befragung von 1.339 Auszubildenden in Niederösterreich vorgestellt.
Partizipative Forschung ist ein Weg, um den digitalen Wandel in Arbeit und Beruf zu analysieren und zu gestalten. Partizipation meint hier, dass die Personen und Gruppen am Forschungs- und Gestaltungsprozess mit ihrem Wissen und ihren Interessen beteiligt werden, die von einer konkreten Digitalisierungsmaßnahme betroffen sind. Auf diese Weise lässt sich die digitale Arbeitswelt nicht nur nachhaltig gestalten, vielmehr wird auch Wissen erzeugt, das sowohl Beschäftigte als auch Entscheider/-innen dazu befähigt, den Herausforderungen der Digitalisierung angemessen zu begegnen. Im Beitrag werden Grundannahmen und Funktionen des Forschungsansatzes vorgestellt und anhand von Gestaltungsfeldern veranschaulicht.
Der vom Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung Halle-Leipzig e.V. (isw) im Rahmen der Früherkennungsinitiative FreQueNz verfolgte Forschungsansatz geht davon aus, dass neue Qualifikationen prinzipiell bereits in der Anfangsphase ihrer Herausbildung als Trendqualifikationen erkannt und beschrieben werden können. Vom isw wurde erstmals das neue, aus Erfahrungen der Marktforschung abgeleitete methodische Konzept des Branchenscouting eingesetzt. Der Beitrag stellt Untersuchungsergebnisse aus dem Bereich der IT- und Multimediabranche vor.
Mit dem Früherkennungssystem Qualifikationsentwicklung will das Bundesinstitut für Berufsbildung anhand unterschiedlicher Fragestellungen und methodischer Herangehensweisen Erkenntnisse über aktuelle und zukünftige Entwicklungen der beruflichen Qualifikationsanforderungen gewinnen. Der Beitrag stellt Ergebnisse aus den bisherigen beiden Erhebungswellen der Stellenanzeigenanalysen und aus der gerade abgeschlossenen Weiterbildungsträgerbefragung vor, wobei das Potenzial der unterschiedlichen Untersuchungsansätze in beiden Teilstudien betrachtet wird. Die Befunde beider Teilvorhaben belegen, dass sich mit den unterschiedlichen Herangehensweisen zur Früherkennung von Qualifikationsentwicklung parallele Trends auf dem Stellenmarkt und in der Weiterbildung erkennen lassen.
Die international vergleichende Berufsbildungsforschung befindet sich noch weitgehend im Anfangsstadium. Angesichts der Dynamik des europäischen Integrationsprozesses können Erkenntnisse des internationalen Vergleichs wichtige Hinweise auf eine zukunftsorientierte Gestaltung der Berufsbildungspolitik und der Berufsbildungspraxis geben. Über die in der Vergangenheit dominierende Darstellung von ausländischen Berufsbildungssystemen hinaus wird die vergleichende Berufsbildungsforschung zukünftig stärker die Anpassungs- und Gestaltungsprobleme von Politik und Praxis der beruflichen Aus- und Weiterbildung angesichts eines durch den europäischen Binnenmarkt akzentuierten sozioökonomischen Strukturwandels thematisieren müssen. Dabei wird auch die vergleichende Evaluation der Anpassungs- und Leistungsfähigkeit von Berufsbildungssystemen an Bedeutung gewinnen. Damit die vergleichende Berufsbildungsforschung den mit dem Zusammenwachsen Europas verbundenen Aufgaben gerecht werden kann, muß diese Forschungseinrichtung personell und institutionell stabilisiert sowie die grenzüberschreitende Forschungskooperation weiter ausgebaut und finanziell besser abgesichert werden.
Verfolgt man unsere Medien zu Fragen der Berufsentwicklung, insbesondere zur Frage der Entwicklung beruflicher Anforderungen infolge neuer Techniken, hat man allen Grund, verwirrt zu sein. Auf der einen Seite häufen sich die Statements von Experten - meist Arbeitgebervertretern -, die den Eindruck vermitteln, neue Werkstoffe, neue Produktionstechniken und -verfahren führten unaufhaltsam zu steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz und damit zur Notwendigkeit qualifizierter Ausbildung. Auf der anderen Seite häufen sich die Hiobsbotschaften von Experten - meist Arbeitnehmervertretern -, die den Eindruck erwecken, die Folgen neuer Technologien und Techniken seien zwangsläufig vor allem menschenleere, geisterhafte Fabriken, Säle voller Bildschirm- und Routinearbeitsplätze in Büros und Verwaltungen und damit einhergehende Dequalifizierung von Arbeitsplätzen und Arbeitskräften.
Der vorliegende Beitrag ist aus einem BIBB-internen Diskussionspapier zur Qualifikationsforschung entstanden, das 1979 von einer Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern mehrerer Hauptabteilungen des Bundesinstituts wurde. Die Diskussion, die durch das Expertencolloquium des BIBB "Qualifikationsforschung und berufliche Bildung" im Jahre 1978 ausgelöst worden war, hat ihren Niederschlag im Programmbudget des BIBB, in einzelnen Projekten sowie in mehreren projektbezogenen Weiterbildungsveranstaltungen, die die hier enthaltenen Grundüberlegungen weiter präzisieren, gefunden.
Die berufliche Integration behinderter Jugendlicher und Erwachsener ist ein vordringliches Anliegen der Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Die Einlösung des allgemein anerkannten Anspruchs auf eine gleichwertige Beteiligung Behinderter am gesellschaftlichen Leben - die wesentlich von einer beruflichen Qualifizierung abhängt - bereitet gegenwärtig noch Schwierigkeiten. Chancengleichheit für Behinderte ist weder im Berufsbildungssystem noch im Beschäftigungssystem erreicht. Vom Bundesinstitut für Berufsbildung wird ein Forschungsprojekt geplant, das neben einer Bestandsaufnahme der beruflichen Bildung Behinderter Grundlagen zur Weiterentwicklung der beruflichen und sozialen Integration der Behinderten erarbeiten soll. Der Forschungsansatz wird vor dem Hintergrund der Situation Behinderter, den berufsbildenden Maßnahmen für diese Gruppe sowie den Informations- und Forschungsdefiziten dargestellt.
ln diesem Aufsatz wird die sozialwissenschaftliche Untersuchung zum Modellversuch "Mehrmediensystem Elektrotechnik/Elektronik" (MME) vorgestellt. Sie befaßt sich mit dem Problem der Effektivität eines mit Hilfe objektivierter Lehrsysteme gestalteten Unterrichts. Dabei liegt das Schwergewicht auf der Analyse seiner "affektiven Nebenwirkungen", also seiner zwar nicht intendierten, aber auftretenden Auswirkungen auf Einstellungen, Motive, Verhaltenserwartungenusw. der Beteiligten und der Frage nach den sozialen, persönlichkeitsspezifischen und bildungstechnologischenBedingungen für erfolgreiches Lernen mit diesen des MME.
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