Die zweite Phase des Programms LEONARDO DA VINCI ist zur Hälfte abgelaufen. Der Beitrag stellt wichtige Veränderungen in Anlage, Durchführung und Wirksamkeit des europäischen Berufsbildungsprogramms dar, wobei ausschließlich so genannte Innovationsprojekte betrachtet werden. Daneben werden im Programm mit erheblichem Mitteleinsatz Mobilitätsprojekte sowie Studien/ Erhebungen finanziert. Der Stand der Durchführung von LEONARDO wird anhand der vier Leitlinien Projektfindung, Projektauswahl, Ergebnisorientierung der Projekte, Nutzung und Umsetzung der Projektergebnisse dargestellt, um anschließend Hinweise für die künftige Programmgestaltung und insbesondere die neue Generation der europäischen Bildungsprogramme abzuleiten.
Seit den letzten Jahren ist es für junge Menschen schwieriger geworden, nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz zu finden. So haben sich die Aussichten auf Beschäftigungsmöglichkeiten nach der Ausbildung im Metall- und Elektrobereich drastisch verschlechtert. Waren es 1991 noch 12 Prozent (Metall) bzw. 10 Prozent (Elektro) der Absolventen, denen keine Übernahme in Aussicht gestellt wurde, waren es 1993 bereits 28 Prozent (Metall) bzw. 27 Prozent (Elektro). Die derzeit besonders gravierenden Integrationsprobleme ergeben sich vor allem aus der Nichtübernahme der eigenen Ausgebildeten in Großbetrieben und Betrieben mit ungünstiger wirtschaftlicher Situation. Um die Übergangsprobleme der jungen Facharbeiter kurzfristig zu reduzieren, werden unterschiedliche Konzepte entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Dazu gehören tarifvertragliche Regelungen und Betriebsvereinbarungen, aber auch landespolitische Bemühungen, um zur Überwindung des Problems an der zweiten Schwelle beizutragen. Es ist aber auch notwendig, langfristige Strategien zu entwickeln, um die Integration der nachwachsenden Generation in eine qualifizierte und existenzsichernde Berufstätigkeit zu gewährleisten.
Die vorliegende Literatur über die Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation ausländischer Jugendlicher belegt eine erhebliche Benachteiligung im allgemeinbildenden Schulsystem und eine statistisch nicht erfaßte hohe Arbeitslosigkeit bei dieser Gruppe von Jugendlichen. Der Zugang zur beruflichen Bildung ist ihnen vielfach dadurch verschlossen, daß ihnen die notwendigen schulischen und sprachlichen Voraussetzungen hierfür fehlen, die ausländerrechtlichen Bestimmungen einer Ausbildungs- und Arbeitsaufnahme entgegenstehen und sie besonders hart vom gegenwärtigen Ausbildungsplatzmangel betroffen sind. Damit ist ihnen der Weg in ein Randgruppendasein mit allen diskriminierenden Folgewirkungen vorgezeichnet.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in fast allen Berufsbereichen verändert auch Inhalte und Abläufe der Berufsbildung. Bereits in der ersten Förderrunde des Innovationswettbewerbs InnoVET wurde diese Entwicklung aufgegriffen und nimmt in der 2024 gestarteten zweiten Förderrunde Inno- VET PLUS deutlichere Formen an. Im Beitrag wird exemplarisch dargestellt, wie KI von den Projekten aufgegriffen wird.
Der Übergang von der Ausbildung in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis markiert eine sensible Phase in der beruflichen Biografie junger Menschen. Für Ausbildungsbetriebe ist er ein entscheidender Hebel zur Fachkräftesicherung, insbesondere vor dem Hintergrund demografischer Entwicklungen und eines zunehmenden Fachkräftemangels. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass dieser Übergang kein Selbstläufer ist, sondern aktiv begleitet und strukturell abgesichert werden muss. Der Beitrag beschreibt, wie beim Unternehmen Roche an den Standorten Mannheim und Penzberg das Übernahmemanagement gestaltet wird.
Die Fritsch GmbH in Steinwenden wurde 1949 als Elektrobetrieb gegründet. Heute beschäftigen Sie Fachkräfte aus vier Gewerken, hinzu kommt der kaufmännische Bereich. Der Familienbetrieb wird mittlerweile in dritter Generation geführt. Die Aus- und Weiterbildung der eigenen Fachkräfte spielt seit jeher eine zentrale Rolle. Welche Wege bei der Gewinnung und Qualifizierung von Auszubildenden und Beschäftigten verfolgt werden und wie Herausforderungen infolge der digitalen und sozial-ökologischen Transformation gemeistert werden, berichtet Julia Hunsicker in diesem Interview. Dabei richtet sie den Blick gerade auch auf die spezifischen Potenziale eines kleinen Betriebs.
Schwindendes Vertrauen in demokratische Institutionen, zunehmende Politikverdrossenheit und ein Erstarken extremistischer und populistischer Orientierungen sind Themen, mit denen sich die Berufsbildung mehr denn je auseinandersetzen muss. In November 2023 ehrte die Handwerkskammer Düsseldorf BIBB-Präsident Esser mit dem Georg-Schulhoff-Preis. Mit dem Preis werden Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die Berufsbildung verdient gemacht haben. In seiner Dankesrede stellte Esser Demokratiebildung als wichtigen Aspekt einer ganzheitlichen beruflichen Bildung in den Mittelpunkt – ein Thema, das ihn in seiner Bedeutung für unsere liberale Gesellschaft und die nachwachsenden Generationen weiter beschäftigt.
Im Beitrag werden Theorien behandelt, die Maßnahmen zur Berufsorientierung begründen können. Im ersten Schritt werden grobe Zielkategorien von Berufsorientierung erläutert. Dies erfolgt eingegrenzt auf Maßnahmen zum ersten Übergang in eine berufliche Ausbildung oder ein Studium. Im zweiten Schritt werden etablierte Theorien zur Berufswahl hinsichtlich zentraler Kernannahmen und Perspektiven vorgestellt und diese exemplarisch auf Maßnahmen bezogen. Abschließend folgen Hinweise, die bei der Konzeption von Maßnahmen bedacht werden sollten, um die Ziele zu erreichen.
Auf in die zweite Runde! Nach einer coronabedingten Virtual Edition im September 2021 werden die 22. Hochschultage vom 20. bis 22. März 2023 erneut in Bamberg stattfinden – dieses Mal jedoch wieder mit „echten“ Teilnehmenden vor Ort. Im Interview gibt das mittlerweile eingespielte Bamberger Ausrichter-Team Einblicke in das Tagungsprogramm.
Frauenberufe bezeichnen Berufe, die einen sehr hohen Frauenanteil aufweisen. Die Löhne in Frauenberufen sind im Durchschnitt geringer als in typischen Männer- oder Mischberufen, in denen Frauen nicht dominieren. Ob sich der durchschnittlich einkommensmindernde Effekt eines Frauenberufs je nach Qualifikationsniveau und je nach fachlicher Ausrichtung des Berufs unterscheidet, wurde jedoch bisher nicht ausreichend beantwortet und stellt den Fokus dieses Beitrags dar. Basierend auf der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 wird erstens untersucht, ob sich die Ausübung eines Frauenberufs unter Erwerbstätigen mit Berufsausbildung gleichermaßen auswirkt wie in der Gesamtheit aller Erwerbstätigen. Zweitens wird mit Fokus auf Erwerbstätige mit Berufsausbildung analysiert, ob alle Frauenberufe gleichermaßen geringere Löhne aufweisen oder Unterschiede in Abhängigkeit von der fachlichen Ausrichtung des ausgeübten Frauenberufs festzustellen sind.
Die Digitalisierung macht auch vor dem historisch gewachsenen und traditionsbewussten Handwerk nicht halt. Seit den letzten Neuordnungen der handwerklichen Elektroberufe gab es in der Berufspraxis einschneidende Veränderungen. Für die Sozialpartner war dies Anlass, im Jahr 2019 ein Neuordnungsverfahren anzustoßen. Der Beitrag präsentiert zunächst anhand der mit den Sachverständigen diskutierten Perspektiven den stattfindenden Wandel in der Berufsgruppe. Vor diesem Hintergrund werden im zweiten Teil die wichtigsten Änderungen der neugeordneten Berufe vorgestellt.
Rezension zu: Next Generation. Selbstgesteuert und projektbasiert lernen und arbeiten bei Swisscom. Antje Barabasch, Anna Keller, Marc Marthaler. hep Verlag, Bern 2020
Fast jedes zweite Unternehmen der deutschen Textil- und Modeindustrie ist im Frühjahr 2020 in die Versorgungslücke bei Schutzmasken gesprungen: Die Produktion betrug schon Ende April rund 22 Millionen Masken pro Woche, mit steigender Tendenz. Bei der Herstellung des dafür benötigten Vliesstoffs ist ein Textilberuf besonders gefragt: Produktionsmechaniker/-in-Textil.
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