Der Strukturwandel in Wirtschaft und Arbeit erfordert gut qualifizierte Fachkräfte, gerade auf mittlerer Qualifikationsebene. Bereits heute zeigen sich jedoch Fachkräfteengpässe in einzelnen Branchen und Berufen. Gleichzeitig nehmen Hinweise zu, dass ein erhebliches Potenzial an Fachkräften nicht genutzt wird. Entgegen dem Trend, den Fachkräftemangel zu beklagen, richtet diese BWP-Ausgabe den Blick auf Fachkräftepotenziale und geht der Frage nach, was heute zu tun ist, um Potenziale durch passgenaue Aus- und Weiterbildung, mehr qualifizierte Zuwanderung und zielführende Integrationsprozesse besser zu erschließen.
Bei der Identifizierung des Fachkräfte- und Qualifizierungsbedarfs spielt ein breit aufgestelltes Monitoring auf kommunaler Ebene eine wichtige Rolle. Vor dem Hintergrund kommunal ausgerichteter Förderprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wird im Beitrag die neue bundesweite Fachstelle „Fachkräftesicherung/Bildung im Strukturwandel“ (FaBiS) vorgestellt und ihre Verankerung im Fachnetzwerk der Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement beschrieben.
Andauernde Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und der resultierende Strukturwandel werfen die Frage auf, ob Berufsausbildungen weiterhin erfolgreiche Berufslaufbahnen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen. In diesem Beitrag werden daher für die Schweiz Erwerbslosigkeit und Löhne von Beschäftigten mit verschiedenen Bildungswegen miteinander verglichen. Es zeigt sich, dass Personen mit Berufsausbildung eine höhere Beschäftigung aufweisen und dass sich die Lohnverteilungen von Personen mit berufs- und allgemeinbildenden Abschlüssen deutlich überlappen.
Berufliches Wissen altert im Zuge des digitalen Wandels immer schneller und berufliche Weiterbildungsmaßnahmen gewinnen an Bedeutung, um Erwerbstätige auf neue und/oder veränderte Tätigkeitsanforderungen vorzubereiten. Inwiefern davon Berufe, die typischerweise von Männern ausgeübt werden, in anderer Weise betroffen sind als jene, in denen mehrheitlich Frauen tätig sind, ist bis dato unklar. Im Beitrag wird auf der Ebene von Berufsgruppen untersucht, ob sich ein geschlechtsspezifisches Risiko nachweisen lässt, von digitalen Substitutionsprozessen betroffen zu sein, und ob das bisherige Weiterbildungsverhalten von Erwerbstätigen an den digitalen Strukturwandel angepasst ist.
Inklusion und selbstbestimmte Teilhabe sind zwei Leitmotive, mit denen in den vergangenen Jahren in Deutschland ein gesamtgesellschaftlicher Strukturwandel angestoßen wurde, der vor allem auch Auswirkungen auf die Leistungserbringung in der beruflichen Rehabilitation hat. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert in diesem Kontext mit dem Projekt PAUA die Weiterentwicklung von Berufsbildungswerken. Im Beitrag werden gewonnene Erfahrungen und Perspektiven vorgestellt.
Im länderübergreifenden Cluster Energietechnik Berlin-Brandenburg arbeiten Unternehmen und Wissenschaftler/-innen von 30 Forschungseinrichtungen und Hochschulen an innovativen Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende. Mit dem Weiterbildungssystem Energietechnik (WBS ET) wurden und werden standardisierte Zusatzqualifikationen entwickelt, um Fach- und Führungskräfte für den Strukturwandel in der Region fit zu halten bzw. fit zu machen. Hintergrund, Konzeption und Umsetzung dieses entwicklungsoffenen Systems werden im Beitrag vorgestellt.
Der rasante Transformationsprozess der Berufsausbildung im Rahmen der Wiedervereinigung – gestartet mit der Übernahme des Berufsbildungsgesetzes für die DDR zum 1. September 1990 – hatte nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Berufsbildungspraxis in den neuen Bundesländern, sondern rückblickend auch weitreichende berufsstrukturelle Veränderungen zur Folge. Wie diese Entwicklungen im Hinblick auf die Tertiarisierung der dualen Berufsausbildung aussehen und welche unterschiedlichen Auswirkungen sich für Frauen und Männer in Ost- und Westdeutschland daraus ergeben, wird in diesem Beitrag untersucht.
Der Begriff Work-Life-Balance ist in aktuellen Diskussionen über die Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Offenbar dient er dazu, von Arbeitskräften individuell wahrgenommene Probleme zu artikulieren sowie betrieblichen und gesellschaftlichen Handlungsbedarf zu identifizieren. Aber sind die mit dem Begriff benannten Probleme und Handlungsbedarfe ein neues Phänomen? Welche Veränderungen der Arbeitswelt haben dazu geführt, dass Work-Life-Balance (erst jetzt) zum Thema wurde? Und welche blinden Flecken weist der Work-Life- Balance-Diskurs auf, d. h., welche Annahmen über Leben und Arbeit werden (implizit) getroffen, welche Zielgruppen werden adressiert bzw. nicht adressiert und welche Verantwortungszuschreibungen für eine misslungene bzw. gescheiterte Work-Life-Balance werden vorgenommen?
Mit dem Beitrag wird ein kritischer Blick auf die Work-Life-Balance-Debatte geworfen, um damit zur Beantwortung der genannten Fragen beizutragen sowie weiteren Forschungsbedarf aufzuzeigen.
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