Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Allerdings profitieren nicht alle Personengruppen gleichermaßen vom Aufschwung am Arbeitsmarkt. Vor allem unter den Arbeitslosen aus dem Rechtskreis des SGB II gibt es eine fatale Tendenz zur Verstetigung von Exklusion. Dies ist besonders problematisch, wenn die Exklusion vom Arbeitsmarkt junge Menschen am Beginn ihrer Erwerbsbiografie trifft. Im Beitrag wird das Pilotprojekt »ZIEL – Zielgerichtete Integration junger Langzeitarbeitsloser« in Sachsen vorgestellt und untersucht, welchen Beitrag es leisten kann, den Teufelskreis von Arbeitslosigkeit, Verlust an Beschäftigungsfähigkeit und Qualifikationsverschleiß zu durchbrechen.
The labour market situation has seen positive development in recent years. Demand for skilled workers has risen and the number of unemployed has fallen. However, not all groups of people benefit equally from the upturn in the labour market. For the unemployed who qualify for benefits under the jurisdiction of the Second Book of the Social Code (SGB II), the entrenchment of exclusion is a fatal trend. This is especially problematic when young people’s exclusion from the labour market occurs at the beginning of their employment biography. The article introduces the pilot project “ZIEL – Zielgerichtete Integration junger Langzeitarbeitsloser” [Goal – goal-directed integration of the young long-term unemployed] in Saxony and investigates how it can help to break the vicious cycle of unemployment, diminishing employability and erosion of qualifications.
Ein fehlender Berufsabschluss erhöht das Risiko, arbeitslos zu werden und dauerhaft zu bleiben. Ziel des Bremer Modellvorhabens »Nachqualifizierung als Vorbereitung auf die Externenprüfung (NQVorE)« ist es, nicht ausreichend formal qualifizierte Arbeitslose über eine gezielte Nachqualifizierung zu einem anerkannten Berufsabschluss zu führen. Im Beitrag werden Erfahrungen mit individuell auf die Bedarfe der Adressaten ausgerichteten Kompetenzüberprüfungen und Nachqualifizierungsmaßnahmen vorgestellt und diskutiert.
Der Einstieg in den Arbeitsmarkt ist für junge Erwachsene eine berufliche Herausforderung. Gelingt dieser nach einer abgeschlossenen Berufsbildung nicht, kann dies zu erheblichen Belastungen der jungen Menschen und ihrer beruflichen Karriere führen. Im Beitrag werden Hypothesen zu Bedingungen der Jugendarbeitslosigkeit nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung formuliert und empirisch überprüft. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich arbeitslose von nicht arbeitslosen Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen unterscheiden und wie die Gefahr von Jugendarbeits losigkeit bereits in der Berufsausbildung frühzeitig erkannt werden kann. Abschließend werden praktische Maßnahmen vorgestellt, wie bereits in der Ausbildung der Jugendarbeitslosigkeit vorgebeugt werden kann.
In Deutschland werden ältere Menschen vom Arbeitsmarkt systematisch ausgeschlossen. Im Beitrag werden Lösungswege einer "Good-Practice" für eine adäquate Integrationsförderung der am Arbeitsmarkt am stärksten benachteiligten Zielgruppe aufgezeigt. Im Rahmen einer Initiative Perspektive 50plus "Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" wird in Nürnberg das Konzept der AktivFirma nach der Methode der Arbeitsfabrik erfolgreich erprobt. Erste Ergebnisse zeigen eine positive Bilanz. Neben dem direkten Übergang in eine Beschäftigung gibt es besondere Fortschritte im Bereich der sozialen Integration.
In dieser Ausgabe werden unterschiedliche Förderansätze vorgestellt: Angefangen von Ausbildungspatenschaften im Rahmen eines überregionalen Übergangsmanagement, der Ausbildung behinderter Menschen im "regulären" Berufsbildungssystem bis hin zu innovativen Konzepten zur Förderung und Qualifizierung älterer Langzeitarbeitsloser. Im Kommentar "Förderung durch Differenzierung" hebt Professor Dr. Reinhold Weiß, Forschungsdirektor des BIBB, hervor, dass ergänzende Förderkonzepte notwendig sind, die den sehr unterschiedlichen Lernmotiven, Entwicklungszielen, Lernvoraussetzungen und Begabungen der Auszubildenden Rechnung tragen. In der Rubrik Diskussion werden Ausbildungsbausteine als Modell zur Modernisierung des Berufsbildungssystems in den Blick genommen.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung evaluiert seit März 1999 die Umsetzung und Wirkung der Artikel 2, 3, 4, 7 und 9 des Sofortprogramms (Förderung von lokalen und regionalen Projekten - Artikel 2, Trainingsprogramm für noch nicht vermittelte Bewerber - Artikel 3, Erstes Ausbildungsjahr in außerbetrieblicher Ausbildung - Artikel 4, Nach- und Zusatzqualifizierung - Artikel 7 und Qualifizierungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen - Artikel 9). Hierbei wird ein handlungsorientierter Ansatz verfolgt, der sowohl die Analyse als auch die Mitgestaltung der Prozesse erfasst. Die vorgestellten Ergebnisse geben den Stand bis Ende September wieder. Es zeigt sich, dass das Programm von den Jugendlichen gut angenommen wird, die Begleitforschung macht aber auch deutlich, dass die unterschiedlichen Maßnahmen, Angebote und Aktivitäten vor Ort koordiniert werden müssen.
Vor dem Hintergrund der 10. Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes von 1993 wurden Untersuchungen zur Situation arbeitsloser Aussiedler/-innen sowie zur Angebotspraxis der Bildungsträger durchgeführt. Insgesamt haben sich die Ausgangsbedingungen für eine berufliche und soziale Integration von Aussiedlern erheblich verschlechtert. Kosteneinsparungen und die 10. Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes gefährden ihre berufliche Integration. Von Arbeitslosigkeit betroffen sind besonders Angehörige von Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen sowie Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft, Akademiker und Frauen. Um den Eingliederungsprozess von Aussiedlern in die Berufs- und Arbeitswelt wirksam zu unterstützen, müsste eine langfristig angelegte Förderpolitik stabile Finanzierungsgrundlagen zur Verbesserung sprachlicher und beruflicher Fähigkeiten schaffen.
Im Mittelpunkt der Ausführungen steht ein Modellversuch zur Motivation und Umschulung arbeitsloser Frauen, für den ein Umschulungskonzept in Form eines Lernortverbunds zwischen Berufsbildungsstätte und Fachbetrieben ausgearbeitet wurde. In der Kombination von außerbetrieblichen und betrieblichen Ausbildungsteilen liegt die Chance zu einer zielgruppen- und beschäftigungssystemorientierten Gestaltung der Umschulungsmaßnahmen. Der betriebliche Ausbildungsteil geht weit über ein bloßes Betriebspraktikum hinaus und erfordert eine intensive Kooperation zwischen den beiden Lernorten. Den Ausbildungprozeß beratend und unterstützend zu begleiten, ist Aufgabe von Sozialpädagoginnen, die auch für die Vorbereitung der Kooperationsbetriebe und der Umschülerinnen zuständig sind, mit dem Ziel, möglichst realistische Vorstellungen und Erwartungen zu entwickeln. Die Betriebe sind stärker in die Ausbildungsverantwortung einbezogen und identifizieren sich in höherem Maße mit dem Ausbildungserfolg ihrer Umschülerinnen. Umgekehrt ist auch die Entwicklung einer Betriebsbindung auf seiten der Frauen festzustellen.
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