In den Jahren 2009 und 2010 ist der Anteil ausbildender Betriebe deutlich zurückgegangen. Gleiches gilt für den Anteil der Auszubildenden an der Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Deutet dies auf eine Krise der dualen Ausbildung hin? Nähere Analysen zeigen, dass diese Entwicklungen nicht nur mit Veränderungen des Ausbildungsmarkts erklärt werden können, sondern auch im Zusammenhang mit einem Wandel der Beschäftigtenstruktur zu sehen sind.
Die Frage, wie hoch der Anteil der Jugendlichen ist, die eine duale Berufsausbildung aufnehmen, ist ebenso einfach wie wichtig und doch nicht leicht zu beantworten. In der Bildungsberichterstattung finden mehrere Indikatoren Verwendung, deren Bezugsgruppen allerdings stark variieren und die aufgrund recht unterschiedlicher Werte bisweilen für Verwirrung sorgen. Im Folgenden werden die gebräuchlichsten Indikatoren auf Basis von Statistiken vorgestellt.
Die Ausbildungsbeteiligung ausländischer Jugendlicher sinkt seit zehn Jahren kontinuierlich. Der Mangel an Ausbildungsstellen wirkt sich für ausländische Jugendliche besonders negativ aus, sie werden zunehmend vom Ausbildungsstellenmarkt verdrängt. Der Beitrag stellt die Entwicklung der Ausbildungsbeteiligung ausländischer Jugendlicher anhand von zwei Indikatoren der amtlichen Statistik dar und diskutiert die Ursachen ihrer Verdrängung aus dem dualen System der Berufsausbildung.
Die Ausbildungsbeteiligungsquote (AQ) von Jugendlichen im dualen System wurde 2005 vom BIBB auf eine neue, den veränderten Bedingungen entsprechende, Datengrundlage gestellt. Betroffen sind die zugrunde gelegten ausbildungsrelevanten Altersgruppen und die verwendeten Datenquellen, die im Beitrag erläutert werden.
Die Ermittlung von Ausbildungsbetriebsquoten gehört zum festen Repertoire der quantitativen Analyse betrieblicher Ausbildungsleistungen. Ob das angesichts unterschiedlicher Betriegrößen zu rechtfertigen ist, wird mittels empirischer Daten und einzelner Fallbeispiele untersucht. Ergebnis ist, das unter bildungspolitischem Aspekt Ausbildungsbetriebsquoten nur begrenzte Rückschlüsse auf die quantitativen Ausbildungsleistungen und Ausbildungsplatzreserven zulassen. Im Beitrag werden die Unterschiede zwischen Ausbildungsquoten und Ausbildungsbetriebsquoten erläutert und an Beispielen illustriert.
Der Rückgang der Neuabschlüsse für die Ausbildung im dualen System der Berufsausbildung führt zu einer geringeren Ausbildungsquote. Diese lag in den 90er Jahren zwischen 65 und 69 Prozent; rund zwei Drittel der Jugendlichen nahmen damals eine solche Ausbildung auf; für das Jahr 2002 beträgt der Wert nur noch 62 Prozent." Die Berechnung der Ausbildungsquote wurde anhand der Ausbildungsanfänger (Input) und der erfolgreichen Prüfungen (Output) vorgenommen.
In dem Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwieweit die neuen Beschäftigungsfelder im Informations- und Telekommunikationsbereich (IT) jungen Frauen und Männern gleichermassen neue berufliche Perspektiven eröffnen oder worin die Unterschiede im Zugang zu Ausbildung und Verlauf des Ausbildungsprozesses bestehen. Bezogen auf die vergangenen vier Jahre sind durchschnittlich nur 14 Prozent aller Auszubildenden in den neuen IT-Berufen Frauen. Die Ausbildungsquote von Frauen ist sogar leicht fallend trotz einer steigenden Zahl von Ausbildungsplatzangeboten. Der Beitrag zeigt, dass in den neuen IT- Berufen herkömmliche Geschlechtergrenzen neu entstehen.
Immer mehr Betriebe suchen im Outsourcing, das heißt in der Auslagerung von Geschäftsbereichen oder Dienstleistungen, neue Strategien, um sich Vorteile am Markt, Kostenentlastung, eine klare kundenorientierte Profilbildung usw. zu verschaffen. Welche Auswirkungen sich daraus für die Berufsausbildung ergeben, wurde erstmals vom Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelt. Untersucht wurde, wie sich Outsourcing auf die Ausbildungsquote und das Ausbildungsverhalten der Betriebe auswirkt und welche Folgen für den betrieblichen Teil der Berufsausbildung sich ergeben bzw. zu erwarten sind. Die in dem Beitrag dargestellen Ergebnisse basieren auf Befragungen von Ausbildungsverantwortlichen aus Großbetrieben aller Wirtschaftszweige. Fazit der Umfrage: Die Ausgliederungen werden Einschränkungen in Umfang und Berufsstruktur der Ausbildung zur Folge haben, und die quantitativen und qualitativen Standards der Ausbildung werden künftig nicht mehr zu halten sein.
Im Ausbildungsjahr 1994 ist ein Mangel an Ausbildungsplätzen offenkundig geworden, der aufgrund der strukturellen Umbrüche im Industrie- und Dienstleistungsbereich auch in den kommenden Jahren bestimmend bleiben dürfte. Es stellt sich daher die Frage, ob der öffentliche Dienst seiner politischen Verantwortung für die Bereitstellung von (zusätzlichen) Ausbildungsplätzen nachkommt. Zunächst wird das Ausbildungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber überprüft. Da sich ihre Ausbildungsleistungen anhand der amtlichen Statistiken über die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im öffentlichen Dienst nicht hinreichend bewerten lassen, werden eigene Berechnungen angestellt, die belegen, dass die Ausbildungsquoten deutlich unter denen der gewerblichen Wirtschaft liegen. In Anbetracht der Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt wird das Ausbildungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber kritisiert, weil ihre Haltung die krisenhaften Tendenzen im Berufsbildungssystem eher verstärkt als ihnen beispielhaft entgegenzuwirken.
Das Bauhauptgewerbe gehört zu den wenigen Wirtschaftszweigen, bei denen jährlich in Form einer Totalerhebung umfangreiches Zahlenmaterial über Beschäftigte, Fachkräfte, gewerbliche Auszubildende, Betriebsgrößen u . ä . ermittelt wird . Diese Merkmale sind auch im Statistikprogramm des Ausbildungsplatzförderungsgesetzes enthalten, konnten jedoch bisher für die Ausbildungsbetriebe aufgrund erhebungstechnischer Schwierigkeiten noch nicht ermittelt werden. Um so wichtiger ist es, Informationen aus anderen Datenquellen heranzuziehen, um Aufschlüsse über die berufliche Bildung zu erhalten. Das Statistische Bundesamt hat jetzt für das Bauhauptgewerbe die Zahlen für 1979 vorgelegt.
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