Die Biotechnologie gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Bislang bleiben die erhofften Wachstums- und Beschäftigungseffekte aber hinter den Erwartungen zurück. Als ein entscheidendes Innovationshemmnis kristallisiert sich der Mangel an naturwissenschaftlich-technisch versierten Fachkräften mit anwendungsnaher Ausrichtung heraus. Es gelingt bisher nur unzureichend, Eliten für die Umsetzung der Ergebnisse von Spitzenforschung zu entwickeln. Die Kompetenzengpässe resultieren vor allem aus Versäumnissen im Ausbildungs- und Weiterbildungssystem, wie eine aktuelle Studie des IAI (Institut für Angewandte Innovationsforschung Bochum) zeigt.
Die Strategien der Internationalisierung lassen sich an drei Zielen ausrichten: Qualifizierung der Beschäftigten eines Landes für die globalisierte Ökonomie, Schaffung eines europäischen Bildungsraumes, Wissenstransfer und weltweite Vermarktung von Bildungsangeboten.
Das Verhältnis von individuellen Kompetenzprofilen und tatsächlicher Kompetenznachfrage innovativer Betriebe ist nach Analysen des Instituts für angewandte Innovationsforschung (IAI) durch drei massgebliche Fehlentwicklungen gekennzeichnet: 1. gravierende Differenzen zwischen vorhandenen Personalkapazitäten und notwendigen Kompetenzen, 2. hoher Nachentwicklungsaufwand bei den Betrieben, 3. fehlende "mittlere" Kompetenzebene. Diese Faktoren belegen, dass die Kompetenznachfrage innovativer Unternehmen im Ausbildungssystem untergewichtet ist und das vorhandene Ausbildungssystem unzureichend ist, den bestehenden Strukturwandel zu bewältigen. Die Autoren schlagen vor, die Kompetenzlücke nicht allein von "oben" (Hochschulbereich) zu schliessen, sondern auch von unten, d.h. durch die Weiterentwicklung des insbesondere in den gewerblichen Bereichen bewährten dualen Ausbildungssystems auf hohem Niveau. Aus dem Handwerk sind hierzu erste Modellprojekte zu kooperativen Ausbildungsformen bekannt (duale Ausbildung und berufsbegleitendes Studium, Verzahnung von Meister-Lehrgängen und Studieninhalten von Fachhochschul-Studiengängen). Die Benachteiligung von gewerblichen Ausbildungsgängen gegenüber akademischen hat die Ausbreitung derartiger Modelle bisher verhindert.
Jugendliche wachsen in einer Gesellschaft auf, die vom technologischen, politischen und kulturellen Wandel geprägt ist. Hinzu kommen die Herausforderungen einer offenen, demokratischen Gesellschaft und die zunehmend international verflochtene Politik und Ökonomie. Auch langfristige und eruptive Krisen bestimmen das Aufwachsen. Vieles deutet darauf hin, dass sich dadurch auch die Anforderungen an die Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben – Qualifizieren, Binden, Regenerieren und Partizipieren – erhöht haben. Der Beitrag stellt drei zentrale gesellschaftliche Entwicklungen vor und diskutiert, wie diese mit der Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben zusammenhängen.
Jugendliche ohne Berufsausbildung sind ein Dauerthema der Berufsbildungsforschung und -politik. In Deutschland zählt jede/-r fünfte junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren zu dieser Gruppe. Jede/-r vierte 14- bis 25-Jährige möchte zudem nach der Schule lieber arbeiten gehen, anstatt einen berufsqualifizierenden Abschluss anzustreben. Der wiederentdeckte Beitrag von Klaus Schweikert führt zurück in die 1970er- Jahre, als das Thema unter dem Stichwort Jungarbeiter diskutiert wurde, und erinnert an die bildungspolitischen Reformen jener Zeit.
Jugendliche und junge Erwachsene sind eine zentrale und sehr heterogene Zielgruppe der Berufsbildung. Demografisch betrachtet stellen sie eine vergleichsweise kleine, für die Zukunft jedoch äußerst wichtige Bevölkerungsgruppe dar. Die BWP greift mit dieser Ausgabe relevante Erkenntnisse aus der Jugend- und Sozialisationsforschung auf, die Impulse für die Gestaltung einer attraktiven beruflichen Ausbildung liefern. Die Beiträge richten den Blick auf die Lebenslagen und Lebenswelten von Jugendlichen, ihre Zukunftsperspektiven, ihre physische und mentale Gesundheit, ihre Bildungs- und Berufsorientierungen, aber auch auf die Frage, welchen Einfluss Berufsbildung als Sozialisationsraum für junge Menschen hat.
Trotz erster ordnungspolitischer Vorgaben hat sich das interprofessionelle Lehren und Lernen in der Ausbildung in den Gesundheitsberufen noch nicht flächendeckend in Deutschland durchgesetzt. Im Projekt interEdu wurde ein Rahmencurriculum zur Förderung von Kompetenzen für die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung entwickelt und praktisch erprobt. Hintergründe und erste Erfahrungen werden im Beitrag vorgestellt.
Rezension zu: Mit dem Förderschwerpunkt EsE in die Ausbildung? Analysen zu förderschulischen Übergangsvorbereitungen und -prozessen. Philipp Hascher. wbv Verlag 2025
Frauen mit Fluchtgeschichte sind am Ausbildungsmarkt unterrepräsentiert und auch ihre beruflichen Ausbildungswege sind wissenschaftlich bislang wenig untersucht. Der Beitrag greift dieses Forschungsdesiderat auf. Auf Basis qualitativer Interviews aus dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt FEMPower wird analysiert, inwiefern Ausbildungsbetriebe diese Gruppe als Fachkräftepotenzial unzureichend wahrnehmen. Aus einer kritisch-analytischen Perspektive werden im Beitrag intersektionale Hürden identifiziert und praxisbezogene Empfehlungen für eine inklusivere Personalpolitik formuliert.
Im Februar 2025, genau 55 Jahre nach Gründung des Bundesinstituts für Berufsbildungsforschung, besuchte der ehemalige BIBB-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Schmidt das Bundesinstitut. Auf Einladung des Forschungsdirektors Prof. Dr. Hubert Ertl erinnerte er als Zeitzeuge an die Anfänge des Instituts in den 1970er-Jahren. Eindrücklich schilderte Hermann Schmidt, wie es in einer bildungspolitisch bewegten Zeit mit großem Engagement aller Beteiligten gelang, ein Forschungsinstitut für berufliche Bildung mit Leben zu füllen. Das große Interesse der BIBB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an dieser Reise durch die ersten drei Jahrzehnte der Institutsgeschichte war für die BWP-Redaktion Anlass für dieses Interview.
In diesem Beitrag wird untersucht, ob sich die in der Arbeitsmarktforschung neu eingesetzte Konversationsanalyse auf bildungsbezogene Aufgaben übertragen lässt. Das Leitbild orientiert sich an der selbstbestimmten Rolle der Lernenden. Eine explorative empirische Pilotstudie mit Studierenden einer Wirtschaftsuniversität analysiert Augmentations- und Automationspotenziale von KI bei der Lösung komplexer Aufgaben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methodik auch im Bildungskontext einsetzbar ist und wertvolle Erkenntnisse für KI-gestützte Lernprozesse liefern kann.
Der hier wiederentdeckte Beitrag von Sigrid Damm-Rüger entstand in der frühen Phase der Digitalisierung. Personalcomputer hielten flächendeckend Einzug in die Arbeitswelt und die Autorin fragt, ob der technische Wandel zwangsläufig zu höheren Arbeits- und Qualifikationsanforderungen der Fachkräfte führe und wie diese zu erforschen seien. Informationstechnik und Digitalisierung haben in den vergangenen 40 Jahren weiter an Fahrt aufgenommen, die Fragen von Sigrid Damm-Rüger bleiben gleichwohl virulent und sollen hier zum Ausgangspunkt für eine kleine Zeitreise durch die Digitalisierung bis hin zum Einzug von KI genommen werden.
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.