Die Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen (FuU) der Bundesanstalt für Arbeit weisen Qualitätsdefizite auf, die u.a. auf einem weitgehenden Verzicht auf die Festlegung und Verfolgung potentialorientierter Standards für die Outputqualität in - AFG - gestützten FuU beruhen. Neuere Ansätze der systemischen Personal- und Organisationsentwicklung sowie ganzheitlich-evolutionäre Ansätze der Betriebspädagogik und des Führungskräftetrainings werden daraufhin überprüft, ob auf ihrer Grundlage eine an der Ergebnisqualität orientierte "systemische" Arbeitsmarktpolitik entwickelt werden kann.
Im Mittelpunkt der Ausführungen steht ein Modellversuch zur Motivation und Umschulung arbeitsloser Frauen, für den ein Umschulungskonzept in Form eines Lernortverbunds zwischen Berufsbildungsstätte und Fachbetrieben ausgearbeitet wurde. In der Kombination von außerbetrieblichen und betrieblichen Ausbildungsteilen liegt die Chance zu einer zielgruppen- und beschäftigungssystemorientierten Gestaltung der Umschulungsmaßnahmen. Der betriebliche Ausbildungsteil geht weit über ein bloßes Betriebspraktikum hinaus und erfordert eine intensive Kooperation zwischen den beiden Lernorten. Den Ausbildungprozeß beratend und unterstützend zu begleiten, ist Aufgabe von Sozialpädagoginnen, die auch für die Vorbereitung der Kooperationsbetriebe und der Umschülerinnen zuständig sind, mit dem Ziel, möglichst realistische Vorstellungen und Erwartungen zu entwickeln. Die Betriebe sind stärker in die Ausbildungsverantwortung einbezogen und identifizieren sich in höherem Maße mit dem Ausbildungserfolg ihrer Umschülerinnen. Umgekehrt ist auch die Entwicklung einer Betriebsbindung auf seiten der Frauen festzustellen.
In der BWP 6/88 wurde dargestellt, warum Betriebe Umschulungen durchführen, welche Anforderungen sie an betriebliche Umschüler/innen stellen und welche Probleme sie bei der Durchführung der Umschulung sehen. In dem Beitrag wird die Auswahl der Teilnehmer/innen für betriebliche Umschulungen durch das Arbeitsamt beschrieben. Hierbei wird deutlich, daß sich die Arbeitsberater/innen bei der Auswahl an den geschilderten betrieblichen Erwartungen orientieren. Es wird dabei insbesondere darauf eingangen, welche Chancen arbeitsmarktpolitische Zielgruppen haben, in diese Maßnahmen zu gelangen. Beide Beiträge basieren auf Ergebnissen eines vom Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführten Projektes zum Thema abschlußbezogene Umschulung in Klein- und Mittelbetrieben. Es handelte sich um eine qualitative Untersuchung mit dem Ziel, Erkenntnisse über Strukturen und Probleme abschlußbezogener Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen in Klein- und Mittelbetrieben zu gewinnen sowie praktizierte Lösungsansätze zu ermitteln.
Der vorliegende Beitrag basiert auf Ergebnissen eines vom Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführten Projekts zum Thema "Umschulung in Klein- Und Mittelbetrieben". Hierbei handelte es sich um eine quantitative Untersuchung mit dem Ziel, Erkenntnisse über Strukturen und Probleme abschlußbezogener Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen in Klein- und Mittelbetrieben zu gewinnen sowie praktizierte Lösungszusätze zu ermitteln. Im folgenden wird beschreiben, welche Motive Betriebe veranlassen, Fortbildungen und Umschulungen in einem anerkannten Ausbildungsberuf durchzuführen, die nach Wirksamkeitsuntersuchungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zu den erfolgversprechendsten Maßnahmen öffentlich geförderter Weiterbildung hinsichtlich der beruflichen (Wieder-)Eingliederung Arbeitsloser gehören.
Der Bericht stellt den bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Hintergrund dar, vor dem berufliche Nachqualifizierungsmaßnahmen als Modellversuche erprobt werden. Zielgruppe sind arbeitslose Erwachsene, die als Benachteiligte im Hinblick auf ihre Chance zur Wiedereingliederung in das Erwerbsleben gelten. Verdeutlicht werden soll mit der Darstellung auch, daß die hier vorgenommene Bündelung von Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik mit Hilfe von Forschungsergebnissen im Bereich der beruflichen Erwachsenenbildung besser geeignet erscheint, die in Regel-Umschulungsmaßnahmen schier unüberwindlich erscheinenden Hindernisse bei der Re-Integration von Langzeitarbeitslosen zu überwinden.
Die Erprobung in der Praxis der Arbeitsämter hat ein vom BIBB entwickeltes Verfahren zur Begutachtung der Förderungswürdigkeit von beruflichen Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen im Rahmen des Ausbildungsförderungsgesetzes bestanden. Die Arbeitsämter haben dieses Verfahren als zweckmäßiges und wesentliches Arbeits- und Hilfsmittel für die Überprüfung von Bildungsmaßnahmen übernommen.
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