Jugendliche und junge Erwachsene sind eine zentrale und sehr heterogene Zielgruppe der Berufsbildung. Demografisch betrachtet stellen sie eine vergleichsweise kleine, für die Zukunft jedoch äußerst wichtige Bevölkerungsgruppe dar. Die BWP greift mit dieser Ausgabe relevante Erkenntnisse aus der Jugend- und Sozialisationsforschung auf, die Impulse für die Gestaltung einer attraktiven beruflichen Ausbildung liefern. Die Beiträge richten den Blick auf die Lebenslagen und Lebenswelten von Jugendlichen, ihre Zukunftsperspektiven, ihre physische und mentale Gesundheit, ihre Bildungs- und Berufsorientierungen, aber auch auf die Frage, welchen Einfluss Berufsbildung als Sozialisationsraum für junge Menschen hat.
In dem Beitrag wird über einen Bremer Modellversuch berichtet, dessen Hauptaufgabe es war, herauszufinden, wie eine Berufsausbildung curricular und lernorganisatorisch gestaltet werden muss, um Jugendliche, die sich bereits aus dem Bildungssystem verabschiedet haben, zu einem erfolgreichen Berufsausbildungsabschluss zu führen. Aufgrund der Erfahrungen, die im Modellversuch gewonnen wurden, werden die unmittelbare Verknüpfung von Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung sowie die Lernform "Projektmethode" als erfolgversprechende Wege der Berufsausbildung von Schulverweigerern empfohlen.
Im ersten Teil seines Artikels erläutert der Autor zunächst den Begriff der Schlüsselqualifikation und stellt dann Ansätze zur Begründung und Legitimation von Schlüsselqualifikationen vor. Dabei geht er vor allem auf die berufs- und wirtschaftspädagogische Diskussion und das 1973/74 von Mertens entwickelte Konzept ein.
Der Verfasser skizziert mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Erklärungsmodelle Unterricht als Komplex von Handlungsprozessen zwischen Schülern und Lehrern (Auszubildenden und Ausbildern). Aus dem Blickwinkel der Sozialisationstheorie wird das Ziel von Bildungsprozessen darin gesehen, sowohl auf kognitiver als auch auf affektiver und psychomotorischer Ebene Qualifikationen für erfolgreiches, dabei durchaus kritisches und reflexives Rollenhandeln zu vermitteln. Der Rahmen des Artikels erlaubt darüber hinaus allerdings keine Analyse der gesamten unterrichtlichen Handlungspraxis, von der aus die Möglichkeit gegeben wäre, Bildungstechnologie hinsichtlich ihrer Sozialisationsbedingungen und -Wirkungen vollständig einzuschätzen.
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