Neue Ausbildungsberufe im Dienstleistungsbereich sollen Ausbildungsplätze in Bereichen erschließen, die traditionell bisher wenig oder in anderer Form ausbilden. Aus diesem Grund wurden im BIBB in den letzten Jahren eine Reihe von Ausbildungsberufen für den Dienstleistungssektor entwickelt. Ziel eines Forschungsprojektes des BIBB ist es nun, Strategien zur erfolgreichen Implementation solcher Ausbildungsberufe zu erschließen. Die Implementation wurde exemplarisch untersucht anhand des Automobilkaufmanns und der Berufe Kaufmann im Gesundheitswesen, Veranstaltungskaufmann und Sport- und Fitnesskaufmann. In einem ersten Schritt werden die am Prozess beteiligten Akteure und Implementationsträger zu ihren Erfahrungen bei der Einführung ausgewählter neuer Berufsbilder in die Praxis befragt. Eine Zielgruppe der Befragung sind die Auszubildenden selbst, die aus ihrer Perspektive die Implementation beschreiben und bewerten sollen. Erstes Fazit der Untersuchung: Das Ansehen der Ausbildungsberufe wird von den angehenden Kaufleuten zum großen Teil positiv bewertet, trotzdem wägen sie die Weiterempfehlung der Berufe eher ab, denn insbesondere bei der Umsetzung der Ausbildungsinhalte in die betriebliche Praxis gibt es kritische Stimmen.
Die bisherige Ausbildungslücke bei Ausbildungsberufen des Dienstleistungssektors soll nunmehr in den drei Bereichen Veranstaltung, Sport und Gesundheit geschlossen werden. Für die drei neuen Ausbildungsberufe "Veranstaltungskaufmann", "Sport- und Fitnesskaufmann", "Kaufmann im Gesundheitswesen" wurden die bildungspolitischen Eckwerte beschlossen. Die drei kaufmännischen Berufe sind durch gemeinsame Kernqualifikationen miteinander verbunden, die die Hälfte der Ausbildungszeit einnehmen. Wenn die Erarbeitung der Curricula planmässig verläuft, kann erstmalig ab August 2001 in diesen Berufen ausgebildet werden. Der Beitrag stellt die jeweiligen Ausbildungsprofile kurz vor.
Kaufmännische Ausbildungsmöglichkeiten fehlen unter anderem im Messe-, Ausstellungs- und Tagungsbereich, im Gesundheitswesen und für Sportvereine. Mit der Schaffung entsprechender neuer Berufe können nach Schätzungen des deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) insgesamt 1650 Ausbildungsplätze jährlich entstehen. Ausgehend von diesen Vorschlägen für neue kaufmännische Ausbildungsberufe und dem damit geschätzten Bedarf, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung einen neuen kundenorientierten Querschnittsberuf mit dem Arbeitstitel "Dienstleistungskaufmann/Dienstleistungskauffrau" vorgeschlagen. Seine Aufgabengebiete sind die Bereiche Einkauf, Marketing, Beratung und Betreuung von Kunden, Verkauf, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen sowie Rechnungswesen und Personalwesen.
Das Gesundheitswesen in Deutschland kränkelt. Zumindest steht es vor großen Herausforderungen. Infolge der demografischen Entwicklungen steigt der Versorgungsbedarf der Bevölkerung und die Koordination der unterschiedlichen Versorgungsbereiche wird immer komplexer. Gleichzeitig klagt die Branche über einen wachsenden Personalmangel. Wie kann vor diesem Hintergrund eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gewährleistet werden? Welche Baustellen im Gesundheitswesen müssen in Angriff genommen werden, welche Rolle spielt dabei die digitale Transformation und wie muss das Fachpersonal in den Gesundheitsberufen qualifiziert werden? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt Dr. Katja Vonhoff in diesem Interview.
Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich insbesondere durch demografische Entwicklungen, Fachkräftemangel, wirtschaftliche sowie technologische Veränderungen im Wandel und steht vor großen Herausforderungen. Davon betroffen ist eine Vielzahl nichtakademischer Gesundheitsberufe. Welche sind das und auf welchen Wegen der beruflichen Bildung werden sie ausgebildet? Der Beitrag gibt einen Überblick über die heterogene Ausbildungslandschaft im Gesundheitswesen und umreißt einige bereits angestoßene Reformen.
Die überbetriebliche Ausbildung erfüllt eine zentrale Aufgabe bei der Ausbildung des Fachpersonals. Durch die Digitalisierung und Vernetzung von Prozessen im Gesundheitshandwerk rücken neue Kompetenzen in den Vordergrund. Der Beitrag zeigt auf, welche Ausbildungskonzepte hierfür in der ÜBA entwickelt werden. Es werden Einblicke in vier Projekte gegeben, die im Programm INex-ÜBA gefördert werden.
Durch den E-Commerce entstanden in den letzten Jahren neue Tätigkeitsfelder, Prozesse und Geschäftsmodelle mit eigenen Arbeitsweisen und Vorgängen, die durch die etablierten kaufmännischen Ausbildungsberufe nicht abgedeckt waren. Das machte einen neuen Ausbildungsberuf erforderlich, der für die kaufmännischen Tätigkeiten im E-Commerce qualifiziert. Im Steckbrief werden die Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten und Zahlen zu dem seit 2018 neuen Beruf vorgestellt.
Das Suchen und die Auswahl von geeigneten Weiterbildungsangeboten kann für Weiterbildungsinteressierte eine Herausforderung darstellen. Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht Anbietern von Weiterbildungsdatenbanken die Entwicklung von innovativen Suchsystemen und komfortableren Benutzungsschnittstellen. Durch die Integration von Zusatzfunktionen wie die Bestimmung des aktuellen Wissenstands oder die Visualisierung von Ergebnissen können diese Systeme die Rolle einer virtuellen Assistenz einnehmen.
Die Wärmebereitstellung befindet sich im Umbruch. Zukünftige Heizsysteme müssen ab 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Heizungen mit Erdgas und Erdöl sind Auslaufmodelle. Heizungsbau, Gasnetzbetrieb und Klimagewerke spielen für diesen Wandel eine Schlüsselrolle. Von den vielfältigen Möglichkeiten, Raumwärme mit verbesserter CO2-Bilanz zu produzieren, stellt dieser Beitrag die Wärmepumpe und die Verbrennung von Wasserstoff in Heizungen genauer vor und betrachtet mögliche Auswirkungen auf Berufsbilder und Aufgaben der Fachkräfte.
Das Gastgewerbe wurde in der Coronapandemie ordentlich durchgeschüttelt. Da kam die Modernisierung der Hotelberufe zur rechten Zeit: Der Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau für Hotelmanagement greift viele Veränderungen in der Branche auf und bietet betriebswirtschaftliche Aspekte sowie weitere Schwerpunkte in den Bereichen Personalmanagement und kaufmännische Steuerung.
Mit der Novellierung der Metall- und Elektroberufe im Jahr 2018 sollte dem Anpassungsdruck begegnet werden, der diese Berufsbilder infolge der digitalen Transformation besonders trifft. Ziel war es, mit Standardinstrumenten die Flexibilisierung voranzubringen. Der Beitrag beleuchtet, wie dies gelungen ist und welche Schlussfolgerungen daraus für die Ausbildung der Metall- und Elektroberufe sowie die weitere Ordnungsarbeit gezogen werden können. Dabei nimmt er Bezug auf ein BIBB-Evaluationsprojekt und stellt Ergebnisse aus Regionalworkshops vor.
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