Die Versicherungswirtschaft verfügt über ein dreistufiges abgestimmtes und aufbauendes Berufsbildungssystem mit folgenden Abschlüssen: Versicherungskaufmann, Versicherungsfachwirt und Versicherungsbetriebswirt. Die Neuordnung erstreckte sich auf die Ausbildungsordnung zum Versicherungskaufmann, die am 01.08.1996 in Kraft getreten ist, und die Fortbildung zum Geprüften Versicherungsfachwirt. Hier handelte es sich um die Neuordnung der Prüfungsregelungen im Rahmen einer bundeseinheitlichen Prüfungsordnung, die am 16.03.1998 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurden. Der Beitrag beschreibt die veränderten Qualifikationsanforderungen in der Versicherungswirtschaft, erläutert das Leitziel der beruflichen Handlungskompetenz in der neugestalteten Ausbildungsordnung und geht auf unterstützende Maßnahmen zur Umsetzung der Ausbildungsordnung und des Rahmenlehrplans ein. Außerdem wird das Strukturkonzept der Prüfungsordnung zum anerkannten Abschluss "Geprüfter Versicherungsfachwirt/Geprüfte Versicherungsfachwirtin" dargestellt.
Demokratische Gesellschaften leben vom freiwilligen Engagement ihrer Bürger/-innen. Dies setzt Autonomie im Handeln, Denken und Urteilen voraus. Der klassische Begriff dafür heißt "Mündigkeit". Er bezeichnet die individuelle Fähigkeit von Gesellschaftsmitgliedern, ein aufgeklärtes, verantwortungsbewusstes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Diese Definition lässt jedoch die Frage offen, welche besonderen Kompetenzen zur Wahrnehmung politischer Teilhaberechte in demokratischen Gesellschaften erforderlich sind. Der folgende Beitrag gibt Antworten. Dazu werden Debattenhintergründe und ausgewählte Konzepte demokratischer Handlungskompetenz seit den 1990er-Jahren vorgestellt und darauf aufbauend die Möglichkeiten demokratischer Kompetenzförderung in der Berufsbildung skizziert.
Sowohl die Politikdidaktik als auch die Berufs- und Wirtschaftspädagogik fordern seit Jahrzehnten die Integration des Politisch-Demokratischen in die berufliche Bildung. Auch die Kultusministerkonferenz hebt als Lernziel die Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in sozialer, ökonomischer, ökologischer und individueller Verantwortung hervor. Gleichwohl bestehen nach wie vor vielfach Umsetzungsdefizite. Der Beitrag verfolgt das Ziel, das Verhältnis von beruflicher Handlungskompetenz und Demokratiekompetenz konzeptionell zu bestimmen. Anhand von zwei Praxisbeispielen werden das Politische des Beruflichen und didaktisch-methodische Zugänge für die Lernorte aufgezeigt. In der abschließenden Reflexion werden konzeptionelle und bildungspolitische Schlussfolgerungen gezogen und Empfehlungen ausgesprochen.
Ein ganzheitlicher Bildungsauftrag ist laut Berufsbildungsgesetz Kernelement der Ausbildung im dualen System. Angesichts zunehmender Politikverdrossenheit und Populismus fragen sich ausbildende Betriebe verstärkt, welche Aspekte politischer Bildung sie vermitteln können, ohne Gefahr zu laufen, seitens der Auszubildenden als weltanschaulich tendenziös oder manipulativ wahrgenommen zu werden. Der Beitrag zeigt auf, welche Anknüpfungspunkte hierfür die seit 2021 geltenden Standardberufsbildpositionen bieten. Ziel ist es u. a., übergreifende Kompetenzen, die auch Teil der beruflichen Handlungsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt sind, über die gesamte Ausbildung zu fördern. Dazu gehören auch gesellschaftlich-demokratische Kompetenzen und Werte wie Partizipation, Diskursfähigkeit, Solidarität und Toleranz.
1996 gab das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie ein sogenanntes Bildungs-Delphi in Auftrag. Erforscht werden sollte das Expertenurteil zur Frage, was die Bildungssysteme in Zukunft leisten sollten und wie sie sich wahrscheinlich bis 2020 entwickeln werden. Für die Berufsbildung stellten Helmut Kuwan, Joachim Gerd Ulrich und Heinz Westkamp die Ergebnisse 1998 in einem BWP-Artikel vor. 22 Jahre später wagt die BWP im Interview mit einem der drei Autoren den Blick zurück, aber auch in die Zukunft.
1996 erschien die erste digitale Literaturdokumentation zur beruflichen Bildung – damals als CD-ROM mit rund 25.000 Nachweisen. Mittlerweile finden Nutzer/-innen rund 60.000 Dokumente in dieser für die berufliche Bildung zentralen, internetbasierten Datenbank. Der Weg dorthin wird im Beitrag nachgezeichnet. Nach einem Blick auf die Anfänge vor 25 Jahren werden aktuelle Herausforderungen und geplante Weiterentwicklungen skizziert.
Mit Einführung des Lernfeldkonzepts verband sich 1996 das Ziel, Unterricht entlang betrieblicher Geschäftsprozesse zu organisieren und so zu einer besseren Verknüpfung schulischen und betrieblichen Lernens beizutragen. Doch auch 20 Jahre später beziehen sich Lernprozesse in Schule und Betrieb kaum aufeinander. Dies belegt eine Interviewstudie, in der gefragt wurde, wie die beteiligten Akteure die Verknüpfung schulischen und betrieblichen Lernens wahrnehmen. Zentrale Ergebnisse werden im Beitrag vorgestellt. Auf dieser Grundlage wird für eine Ausdifferenzierung des Lernfeldkonzepts plädiert, was bezogen auf die Lernorte, den Lerngegenstand und die Lernprozesse der dualen Berufsausbildung veranschaulicht wird.
Die berufliche Qualifikationsstruktur in Deutschland weist seit geraumer Zeit eine Tendenz zur Höherqualifizierung auf. Laut OECD sind die Akademikerzahlen in Deutschland im internationalen Vergleich jedoch immer noch sehr niedrig und es wird geraten, diese zu erhöhen. Welche möglichen Folgen eine einseitige Ausrichtung auf die Erhöhung der Akademikerquoten für die Entwicklung der Qualifikationsstruktur der deutschen Bevölkerung haben könnte, soll hier aufgezeigt werden. Dazu werden die Entwicklung der Studierendenzahlen und Übergänge zwischen den Qualifikationsbereichen untersucht sowie Entwicklungen zu Nachfrage und Angebot von Qualifikationen seit 1996 dargestellt bzw. mithilfe entsprechender Modellrechnungen bis zum Jahr 2030 prognostiziert.
Der Beitrag nimmt das Verständnis von Kompetenz in den Verordnungen der dualen Ausbildung für den beruflichen Teil in den Fokus. Es wird dargestellt, auf welche Weise das Kompetenzverständnis in den Rahmenlehrplänen für den beruflichen Unterricht in den dualen Ausbildungsgängen formuliert wird. Die Grundlage für dieses Kompetenzverständnis wurde in der sogenannten Handreichung der KMK von 1996 gelegt. Diese Handreichung wird im ersten Abschnitt konzentriert dargestellt. Hierauf aufbauend werden im zweiten Abschnitt Herausforderungen skizziert, um schließlich im dritten Abschnitt zu der aktuellen Fassung der Handreichung von 2011 zu kommen. Auf diese Weise wird aufgezeigt, wie sich das Kompetenzverständnis verändert hat und wodurch diese Veränderung motiviert war. Dabei wird auch deutlich, dass in der Handreichung gleichzeitig drei Kompetenzansätze thematisiert werden.
Seit nunmehr zehn Jahren werden in vielen Wirtschaftszweigen tarifliche Vereinbarungen zur Ausbildungsförderung geschlossen. Die Tarifparteien wollen hiermit dazu beitragen, die schwierige Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt und die teilweise schlechten Übernahmechancen von Ausbildungsabsolventen und -absolventinnen zu verbessern. Im Beitrag werden - ausgehend von den aktuellen Strukturen im Jahre 2005 - die wichtigsten Veränderungen der tariflichen Ausbildungsförderung seit 1996 zusammenfassend beschrieben. Es wird außerdem der Frage nachgegangen, ob mit den bestehenden Vereinbarungen eine hohe Wirksamkeit erreicht werden kann. Anhand von Good-Practice-Beispielen werden dann Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Zielerreichung besser sichergestellt werden könnte. Abschließend wird aus den Ergebnissen ein Gesamtfazit gezogen.
Das 1996 erlassene Berufsbildungsgesetz in China übertrug der Wirtschaft und allen gesellschaftlichen Bereichen weiterreichende Verantwortung für die Reformen in der beruflichen Bildung. Hieran knüpfen die Beschlüsse des Staatsrates von 2005 an und stellten Aufgaben für den Zeitraum 2006 - 2010. Die Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt) unterstützt seit vielen Jahren Anstrengungen der chinesischen Regierung zur Modernisierung der Berufsbildung. Aktueller Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die Lehrerfortbildung.
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