Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung steht im politischen und wissenschaftlichen Fokus. Doch wie junge Menschen in der Schweiz die Ausbildung erleben, war lange Zeit wenig bekannt. Zwischen den Anforderungen der Arbeitswelt, vorgefundenen Ausbildungsbedingungen und eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen müssen sie Strategien entwickeln, um sich im Berufsalltag zu behaupten. So zeigt dieser Beitrag, wie junge Menschen ihre berufliche Identität nicht nur durch Anpassung, sondern auch durch Widerstand, Distanzierung und Autonomiestreben formen, an welche Grenzen sie dabei stoßen, und welche Rolle die Betriebe dabei spielen.
Jugendliche und junge Erwachsene sind eine zentrale und sehr heterogene Zielgruppe der Berufsbildung. Demografisch betrachtet stellen sie eine vergleichsweise kleine, für die Zukunft jedoch äußerst wichtige Bevölkerungsgruppe dar. Die BWP greift mit dieser Ausgabe relevante Erkenntnisse aus der Jugend- und Sozialisationsforschung auf, die Impulse für die Gestaltung einer attraktiven beruflichen Ausbildung liefern. Die Beiträge richten den Blick auf die Lebenslagen und Lebenswelten von Jugendlichen, ihre Zukunftsperspektiven, ihre physische und mentale Gesundheit, ihre Bildungs- und Berufsorientierungen, aber auch auf die Frage, welchen Einfluss Berufsbildung als Sozialisationsraum für junge Menschen hat.
Ausbilder/-innen und Berufsschullehrer/-innen begleiten junge Menschen auf ihrem Weg in den Beruf. Sie leisten damit einen verantwortungsvollen Beitrag für die Ausbildung und Sozialisation der künftigen Fachkräfte und sorgen für eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung. Daher stehen die Gewinnung und Qualifizierung des beruflichen Bildungspersonals im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche neuen Anforderungen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und eine wachsende Heterogenität der Lernenden an das Bildungspersonal stellen und wie es selbst die täglichen Herausforderungen beurteilt. Gefragt wird nach dem Qualifizierungsbedarf – in quantitativer und qualitativer Hinsicht –, nach geeigneten Qualifizierungsangeboten und -formaten und nach den für ihre zukunftsorientierte Qualifizierung erforderlichen Rahmenbedingungen.
Obwohl Unternehmen im dualen Berufsbildungssystem der Schweiz eine entscheidende Rolle spielen, sind sie eher selten Gegenstand von Forschung. Das trifft besonders auf jene Personen zu, die dieses Ausbildungsmodell wesentlich prägen: die betrieblichen Berufsbildner/-innen. Eine Studie am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung hat sich daher dieser bislang nur wenig erforschten Gruppe angenommen, ihre Charakteristika sowie ihren Berufsalltag untersucht und ihre zentrale Rolle bei der beruflichen Sozialisierung identifiziert.
Der Beitrag stellt den Stand der Forschung und Erkenntnisse zu Weiterbildung in Migrantenunternehmen auf Grundlage einer Unternehmensbefragung aus dem Jahr 2013 vor. Anhand von Betriebsgrößenklassen, Wirtschaftszweigen und der Bildung der Inhaber/-innen werden die Unterschiede in der Weiterbildungsteilhabe zwischen Migranten- und Nicht-Migrantenbetrieben dargestellt. Auf Basis der Ergebnisse ist zu vermuten, dass neben betriebsstrukturellen Einflüssen auch weitere migrationsbedingte Einflüsse als Ursachen für die niedrigere Weiterbildungsteilhabe in Migrantenbetrieben in Betracht gezogen werden müssen. Hierzu werden mögliche Ansätze für weitere Untersuchungen vorgeschlagen.
Vocational education and training in German-speaking countries is traditionally aligned to the concept of the training occupation. Both the precise nature of this concept and the requirements made of it have regularly shifted in the past. The present article provides an overview of this development and describes current action areas with regard to structuring the training occupation in a future-oriented way so as to serve as the starting point for a flexible employment biography.
Vocational education and training in German-speaking countries is traditionally aligned to the concept of the training occupation. Both the precise nature of this concept and the requirements made of it have regularly shifted in the past. The present article provides an overview of this development and describes current action areas with regard to structuring the training occupation in a future-oriented way so as to serve as the starting point for a flexible employment biography.
Berufsbildung im deutschsprachigen Raum orientiert sich traditionell am Konzept des Ausbildungsberufs. Ausprägung und Anforderungen an dieses Konzept haben sich in der Vergangenheit immer wieder gewandelt. Der Beitrag gibt einen Überblick über diese Entwicklung und beschreibt aktuelle Handlungsfelder für eine zukunftsweisende Ausgestaltung des Ausbildungsberufs als Startpunkt für eine flexible Erwerbsbiografie.
Der Kenntnis- und Forschungsstand zur Lebenssituation und gesellschaftlichen Integration funktionaler Analphabetinnen und Analphabeten in Deutschland ist sehr gering. Dies betrifft auch Fragen der schulischen Sozialisation und beruflichen Integration. Auf der Grundlage erster Befragungen, die im Rahmen des Projekts AlphaPanel durchgeführt wurden, werden im Beitrag die schulischen und beruflichen Wege nachgezeichnet, die funktionale Analphabetinnen und Analphabeten vor dem Beginn eines Alphabetisierungskurses gegangen sind. Dabei werden besonders der Übergang in die berufliche Ausbildung und die Integration in den Arbeitsmarkt fokussiert. Die Ergebnisse belegen, dass zwar ein Großteil der Befragten einer Erwerbstätigkeit nachgeht, allerdings meist in Aushilfs- und Anlernberufen. Daher ist ein zentrales Motiv für die Teilnahme an einem Alphabetisierungskurs das Ziel, die berufliche Situation zu verbessern.
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.