Gender-atypical VET could have the potential to reduce gender segregation on the labour market and to lessen gender-specific inequalities. Nevertheless, studies indicate poorer utilisation prospects of such training qualifications. In order to examine these more closely, this article identifies challenges people face in their later employment trajectory if they opted for training in an occupation dominated by the other gender. The basis is provided by interviews with people who have left their gender-atypical training occupation and on expert interviews.
Geschlechtsuntypische Ausbildungen könnten das Potenzial haben, die Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt abzubauen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern. Studien deuten jedoch auf schlechtere Verwertungsperspektiven dieser Ausbildungsabschlüsse hin. Um diese näher zu beleuchten, werden im Beitrag Herausforderungen identifiziert, mit denen Personen im weiteren Erwerbsverlauf konfrontiert sind, wenn sie sich für eine Ausbildung in einem vom anderen Geschlecht dominierten Beruf entschieden haben. Grundlage sind Interviews mit Personen, die ihren geschlechtsuntypischen Ausbildungsberuf verlassen haben, sowie Expertinnen- und Experteninterviews.
A sharp decline in female participation in the dual vocational system pursuant to the Vocational Training Act (BBiG) or the Crafts and Trades Regulation Code (HwO) has been evident since the start of the 1990s. By 2019, the number of women as a proportion of all trainees had fallen by five percentage points. In the area of responsibility of trade and industry, it was even the case that a decline of just under eight percentage points was recorded. What impact is this having on developments in occupational structure? This article uses the Vocational Education and Training Statistics to illustrate how the ratio of occupations dominated by men or by women has shifted over the past three decades. It also investigates which differences in training success may emerge as a result of such an unequal distribution of the genders.
Seit Beginn der 1990er-Jahre wird ein verstärkter Rückgang der Ausbildungsbeteiligung junger Frauen im dualen System der Berufsausbildung nach BBiG/HwO beobachtet. Bis 2019 sank der Frauenanteil an allen Auszubildenden um mehr als fünf Prozentpunkte, im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel sogar um knapp acht Prozentpunkte. Welche Auswirkungen hat dies auf die berufsstrukturellen Entwicklungen? Im Beitrag wird auf Basis der Berufsbildungsstatistik aufgezeigt, wie sich das Verhältnis der von Männern oder von Frauen dominierten Berufe in den letzten drei Jahrzehnten verschoben hat. Überdies wird geprüft, welche Unterschiede im Ausbildungserfolg sich aus einer solchen Ungleichverteilung der Geschlechter ergeben können.
Das Poster präsentiert Zahlen zur geschlechtsspezifischen Entwicklung des beruflichen Qualifikationsniveaus, zur Verwertung beruflicher Qualifikationen im Beschäftigungssystem und zur Überqualifizierung von Frauen und Männern in den Berufshauptfeldern.
Rezension zu: MINT oder CARE? Gendersensible Berufsorientierung in Zeiten digitalen und demografischen Wandels. Elisabeth Schlemmer, Martin Binder (Hrsg.). Beltz Juventa, Weinheim 2019
Berufliches Wissen altert im Zuge des digitalen Wandels immer schneller und berufliche Weiterbildungsmaßnahmen gewinnen an Bedeutung, um Erwerbstätige auf neue und/oder veränderte Tätigkeitsanforderungen vorzubereiten. Inwiefern davon Berufe, die typischerweise von Männern ausgeübt werden, in anderer Weise betroffen sind als jene, in denen mehrheitlich Frauen tätig sind, ist bis dato unklar. Im Beitrag wird auf der Ebene von Berufsgruppen untersucht, ob sich ein geschlechtsspezifisches Risiko nachweisen lässt, von digitalen Substitutionsprozessen betroffen zu sein, und ob das bisherige Weiterbildungsverhalten von Erwerbstätigen an den digitalen Strukturwandel angepasst ist.
Professional knowledge is ageing ever more quickly in the course of the digital shift, and continuing vocational training measures are becoming increasingly significant in terms of preparing the labour force for new and/or altered task requirements. The extent to which occupations typically exercised by men are affected differently to occupations in which women are in the majority remains unclear at present. This article conducts an investigation at the level of occupational groups in order to discover whether there is any evidence of a gender-specific risk of being affected by digital substitution processes and whether the previous continuing training behaviour displayed by the labour force has been adapted to digital structural change.
Trotz zahlreicher Maßnahmen zur Förderung der Ausbildung von Frauen in technischen Berufen konnte ihr Anteil in den letzten mehr als 20 Jahren nicht erhöht werden. Er liegt im Jahr 2015 mit 12,4 Prozent auf dem Niveau von 1993. Dennoch lohnt ein genauerer Blick auf die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in technischen Ausbildungsberufen. Denn es zeigt sich: Es gibt durchaus frauendominierte technische Berufe.
Bei wachsender Ausbildungsplatzknappheit verschärfen sich die Übergangsprobleme weiblicher Jugendlicher mehr als die männlicher. Die Entwicklung typischer Männerberufe zu Mischberufen vollzieht sich rascher als die entsprechende Entwicklung bei typischen Frauenberufen. Die Probleme von weiblichen Jugendlichen in Männerberufen und männlichen Jugendlichen in Frauenberufen prägen sich in jeweils höheren Vertragslösungsraten sowie in auffallend günstigen Prüfungsresultaten bei weiblichen Jugendlichen - jedoch in sehr schlechten Ergebnissen bei männlichen Jugendlichen aus. Das sind einige Ergebnisse der hier vorgenommenen Auswertungen amtlicher Statistiken.
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