Nahezu alle Jugendlichen besitzen ein Smartphone und nutzen es täglich. Dies stellt das betriebliche Ausbildungspersonal oftmals vor Herausforderungen: Wann ist Smartphone-Nutzung akzeptabel, wann störend und wie reagiert man angemessen? Der Beitrag greift diese Frage auf und benennt Perspektiven für einen gesunden und produktiven Umgang mit dem Smartphone – ohne auf wirkungslose Verbote oder autoritäre Kontrolle zu setzen.
Der Einsatz von digitalen Medien ist in der beruflichen Bildung vor allem dann lernförderlich, wenn er von den Lernenden selbst gezielt und effektiv gesteuert wird. Mediennutzung und Selbststeuerung stellen dabei hohe Anforderungen an die Lernenden, die von Wissenschaft und Politik formuliert und begründet und von der Bildungspraxis hinreichend berücksichtigt werden müssen. In diesem Beitrag stellen wir je ein Kompetenzraster für digital gestütztes und selbstgesteuertes Lernen vor und unternehmen analytische Überlegungen zu deren Verbindung. Ihr Ziel ist der Entwurf eines integrierten Kompetenzrasters für das selbstgesteuerte Lernen mit digitalen Medien.
In der Arbeitswelt wird kollaborativem Arbeiten und Lernen unter Einsatz digitaler Medien zukünftig eine zentrale Bedeutung zukommen. Wie können junge Menschen im Rahmen der Ausbildung darauf vorbereitet werden? Am Elektro Technologie Zentrum (etz) wurde das Konzept »Überbetriebliche Ausbildung 4.0« entwickelt, bei dem die Prinzipien Handlungsorientierung und Selbststeuerung durch Kollaboration ergänzt werden. Der Beitrag beschreibt, wie durch die Gestaltung von Lernräumen in der überbetrieblichen Ausbildung das Einüben kollaborativer Arbeitsmethoden unterstützt werden kann.
Der Alltag vieler junger Menschen ist nahezu vollständig digitalisiert. Resultieren daraus auch veränderte Erwartungshaltungen und Ansprüche gegenüber der Ausbildung im Betrieb? In der Fachliteratur wird immer wieder auf zahlreiche Vorteile durch den Einsatz neuer Medien hingewiesen. Doch sehen betriebliche Ausbilder/-innen dieses Potenzial und nutzen es? Eine Unternehmensstudie der Hochschule der Medien Stuttgart hat in Kooperation mit der KUKA AG in Augsburg diese Fragen aufgegriffen mit dem Ziel, eine gemeinsame Zukunftsvision für die Ausbildung im Unternehmen zu erarbeiten. Einschätzungen und Wünsche sowohl der Ausbilder/-innen als auch der Auszubildenden werden in diesem Beitrag vorgestellt und reflektiert.
Das Internet als Lern- und Kommunikationsinstrument setzt neue Standards für die Entwicklung von Bildungskonzepten. Es werden Bildungsangebote benötigt, die den Auszubildenden schnell und arbeitsplatznah Wissen vermitteln und sie auf Selbststeuerung und Eigenverantwortlichkeit der Wissensaufnahme vorbereiten. Das Bildungspersonal wiederum muss befähigt werden, ein solches zeitgemässes Verständnis des Lehr- und Lernprozesses auf der Grundlage IT-gestützter Bildungskonzepte umzusetzen. In diesem Sinne wird im Beitrag die Bildungstechnologie, hier das Internet, als ein Instrument zur Gestaltung von Bildungskonzepten aufgefasst und der Frage nachgegangen, was das Internet zur Unterstützung innovativer Bildungskonzepte in der Berufsbildung leisten kann. Internetgestützte Bildungskonzepte fördern den Paradigmenwechsel in dreierlei Hinsicht: (1) von der Fachsystematik zur Handlungsorientierung, indem die Bildungstechnologie für die Bereitstellung modular strukturierter und an Aufgabenstellungen der Lernenden orientierte Lernmodule genutzt wird, (2) von den Lehrenden zu den Lernenden, indem sich die Bereitstellung von Bildungsangeboten an den Bedürfnissen der Lernenden ausrichtet, (3) von singulären zu integrierten ganzheitlich ausgerichteten Bildungskonzepten, die Qualifizierung, Information und Kommunikation interaktiv und integrativ anbieten.
Der Begriff des selbstgesteuerten Lernens hat sich seit einigen Jahren auch in der didaktisch-methodischen Diskussion der Berufspädagogik als Leitmotiv etabliert. Begründet wird dies mit den Veränderungen in der Arbeitswelt, der Flexibilisierung, der beschleunigten Wissensveralterung oder der Globalisierung. Gleichzeitig wird die "tendenzielle Auflösung traditioneller Beruflichkeit in eine Erwerbs- Bastelbiographie", die Eigeninitiative und Selbstgestaltung erfordert, angekündigt. Zur Bewältigung dieser Offenheiten und Unsicherheiten wird selbstgesteuertes Lernen propagiert. Die Autoren nehmen eine Begriffsklärung vor und erörtern dann, wie Selbststeuerungsfähigkeit entsteht, wie Lernende in der Berufsbildung selbstgesteuerte Lernprozesse durchführen können und welche Voraussetzungen und Fähigkeiten sie dafür benötigen und gehen abschliessend auf Selbstlernprozesse unterstützende methodische Ansätze ein.
Angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, vor denen sowohl Deutschland als auch die Niederlande stehen, ist die Notwendigkeit kontinuierlicher Qualifikations- und Kompetenzentwicklung unbestritten. Favorisiert werden in beiden Ländern Konzepte, die die Selbststeuerung und Selbstorganisation beruflicher Weiterbildung und ihre Integration in betriebliche Personal- und Organisationsentwicklungsstrategien ermöglichen. Unterschiede zwischen beiden Ländern bestehen jedoch in der Rolle des Staates im Weiterbildungssektor. Während die Weiterbildung in Deutschland weitgehend den Marktteilnehmern überlassen bleibt, ist von der niederländischen Regierung eine breite Initiative gestartet worden, um lebensbegleitendes Lernen in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern.
Auch im Ausbildungszentrum bei Ford in Köln versucht man, durch Einführung projektorientierter Aufgabenstellungen in der beruflichen Grund- und Fachbildung die Lernmotivation der Auszubildenden zu verbessern. Bei den 63 am Modellversuch beteiligten Werkzeugmachern wurden in der Grundausbildung bereits höhere Lernleistungen und mehr Eigeninitiative stellt, nachdem wesentliche Ausbildungsinhalte anhand der Herstellung von fünf funktionsfähigen Kleinprojekten vermittelt worden sind. Daneben wurden die herkömmlichen fünf Grundlehrgänge zum Drehen, Fräsen, Stoßen, Schmieden und Schweißen und zwei Kurse für technisches Zeichnen und Rechnen beibehalten.
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