Bei der beruflichen Qualifizierung junger Menschen sieht sich das Bildungspersonal immer neuen Anforderungen gegenüber. Allerdings sind gerade Ausbilder/-innen nur schwer für die Teilnahme an Fortbildungen zu gewinnen, wenn sich diese nicht direkt mit berufsfachlichen Fragen befassen. Das zeigte sich auch bei der Erprobung einer von der Fachstelle Übergänge in Ausbildung und Beruf (überaus) entwickelten Qualifizierung zu Anforderungen, die bei der Ausbildung von Flüchtlingen entstehen können. Der Beitrag zeichnet den Akquiseprozess nach und fragt, an welchen Stellen Bildungsanbieter ansetzen können, um die Bereitschaft zur Teilnahme an berufspädagogischen Qualifizierungsangeboten zu erhöhen. Deutlich wird, dass persönliche Kontakte dabei eine zentrale Rolle spielen.
Training staff involved in the vocational training of young people are constantly confronted with new requirements. Nevertheless, it is difficult to persuade trainers to take part in training if the programmes on offer do not deal directly with professional and occupation-related issues. Such a circumstance was also revealed during the piloting of a training scheme developed by the Office for Transitions to Training and Work (“überaus”) to look at the demands which may emerge when providing training to refugees. This article traces the acquisition process and asks which starting points training providers can use in order to increase willingness to take part in vocational pedagogy training programmes. It becomes clear that personal contacts have a major part to play in this process.
Bei der Frage, wie Prüfungsaufgaben verständlich formuliert werden können, werden meist Personen in den Blick genommen, die Deutsch als Zweitsprache erlernt haben. Doch auch muttersprachliche Prüflinge profitieren von Aufgaben, die frei von vermeidbaren sprachlichen Hürden sind. Der Beitrag benennt Gründe, warum die Diskussion um sprachbewusste Prüfungen aktuell wieder verstärkt geführt wird, und stellt Anregungen vor, wie Prüfungsaufgaben verständlich formuliert werden können, ohne dabei den fachlichen Anspruch zu reduzieren.
When considering how examination tasks can be formulated in a comprehensible way, attention normally focuses on persons who have learned German as a second language. However, native speaker candidates also benefit from assignments which are free from avoidable linguistic hurdles. This article states the reasons why the debate surrounding language-aware examinations is once again being pursued more vigorously and presents suggestions how examination tasks can be expressed in an understandable form without reducing the technical requirements.
Für die Arbeit mit Flüchtlingen und Auszubildenden mit Migrationserfahrung ist eine Auseinandersetzung mit sprachlichen, kulturellen und psychosozialen Aspekten alltäglicher Interaktionen nützlich, um schwierigen Situationen angemessen begegnen zu können. Im Rahmen eines vom BMBF geförderten BIBB-Projekts entwickelt die Fachstelle überaus im BIBB in Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Bildungsträger Fresko derzeit ein Qualifizierungskonzept für betriebliche Ausbilder/-innen, das über eine reine Sprachsensibilisierung hinausgeht und den Erwerb fachlicher Kenntnisse mit der gemeinsamen Reflexion von persönlichen Erfahrungen und Bewertungen verbindet. Hintergründe, Zielsetzung und konzeptionelle Grundlagen werden im Beitrag vorgestellt.
When working with refugees and trainees from a migration background, an examination of language, cultural and psychological aspects involved in day-to-day interaction is useful for responding to difficult situations appropriately. As part of a BIBB project funded by the Bundesminsterium für Bildung und Forschung (BMBF) [Federal Ministry of Education and Research], the Office for Transitions to Training and Work (überaus) at the BIBB is currently developing a qualification concept for company-based trainers in collaboration with the Wiesbaden-based training provider Fresko which extends beyond mere language awareness and combines the acquisition of specialist knowledge with the shared reflection on personal experiences and evaluations. The article presents the background, objectives and conceptual foundations.
Although the possibility of linking professional and language learning in occupational action situations makes a company an interesting learning venue, it also raises challenges for trainers. Systematic language teaching cannot take place within the company. Nevertheless, training staff serve as language role models and are able to support trainees by adopting a language-sensitive attitude. The article describes situations which constantly lead to difficulties and misunderstandings from the point of view of company-based trainers. It reflects upon these situations in conjunction with experiences gained from providing remedial German language teaching in order to derive ideas for progressive ways of dealing with language at the company.
Die Möglichkeit, fachliches und sprachliches Lernen in beruflichen Handlungssituationen zu verknüpfen, macht den Betrieb zu einem interessanten Lernort, stellt Ausbilder/-innen aber auch vor besondere Anforderungen. Eine systematische Sprachvermittlung kann im Betrieb nicht erfolgen. Das Ausbildungspersonal wirkt aber als sprachliches Vorbild und kann Auszubildende durch eine sprachsensible Haltung unterstützen. Aus der Sicht von betrieblichen Ausbilderinnen und Ausbildern werden im Beitrag Situationen beschrieben, in denen es immer wieder zu Schwierigkeiten und Missverständnissen kommt. Zusammen mit Erfahrungen aus dem Stützunterricht Deutsch werden diese reflektiert, um daraus Anregungen für einen förderlichen Umgang mit Sprache im Betrieb zu abzuleiten.
Nicht alle jungen Leute, die eine Ausbildung beginnen bzw. beginnen wollen, sprechen so gut Deutsch, dass sie die damit verbundenen sprachlichen und kommunikativen Anforderungen bewältigen können. Wie ein BIBB-Forschungsprojekt zur Bedeutung des Migrationshintergrunds in der Ausbildung zeigt, ist das Ausbildungspersonal auf Schwierigkeiten, die sich daraus im betrieblichen Alltag ergeben können, in der Regel nicht vorbereitet. Damit sprachlich-kommunikative Fähigkeiten auch am Lernort Betrieb gefördert werden können, sollte das Ausbildungspersonal dafür sensibilisiert und qualifiziert werden.
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