Das duale System der Berufsbildung hat sich in der Vergangenheit als wandlungsfähiges und damit erfolgreiches Berufsbildungssystem erwiesen. Angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen und im Hinblick auf seine zukünftige Leistungsfähigkeit ist von entscheidender Bedeutung, die Elemente, auf denen sein Erfolg beruht, konsequent zu entwickeln und zu stärken. Die Überlegungen dazu beschränken sich nicht auf das duale System, für das eine Erweiterung des Berufsspektrums durch Ausbildungsberufe mit praktisch-technischen bzw. theoretisch-technischen Qualifikationsschwerpunkten vorgeschlagen wird, sondern beziehen auch die Struktur des tertiären Bildungswesens ein. Die Einrichtung dualer Bildungsgänge im tertiären Bereich sollte sinnvollerweise mit einer stärkeren Strukturierung des Weiterbildungssektors mit dem Ziel der Erhöhung seiner Transparenz einhergehen. Unter Berücksichtigung der bildungspolitischen Entwicklung in der Europäischen Union wird aufgezeigt, wie die Aus- und Weiterbildung zu einem leistungsstarken und innovativen Berufsbildungssystem zusammengeführt werden kann, das die Grundlage für einen kontinuierlichen Erwerb von Qualifikationen bereitstellt.
Die Komplexität technischer Systeme auf dem Gebiet der Antriebs- und Automatisierungstechnik macht neue Wege in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften notwendig. Die hier vorgestellte 'Transferorientierte Fachdidaktik' ist das wesentliche Teilergebnis eines im Herbst 1993 abgeschlossenen COMETT II-Projektes. Im Zentrum dieses didaktischen Konzepts steht die konsequente Orientierung an den realen betrieblichen Anforderungen - insbesondere der zeitökonomischen Bedingungen - für das Handeln der Fachkräfte. Unter Rückgriff auf das in der Softwareentwicklung angewandte Verfahren der schrittweisen Vereinfachung wurde ein didaktisches Konzept erstellt, das sowohl den Aufgaben- und Funktionsbezug, die zeitliche Komponente als auch die Berücksichtigung systemischer Interdependenzen und Verknüpfungen systematisch im Qualifizierungsprozess integriert.
Die neuen Ausbildungsordnungen für die industriellen Metall- und Elektroberufe und der darin enthaltene Qualifikationsbegriff waren für die AEG der Anlaß, eine Ausbildungskonzeption zu erarbeiten, mit der die gestellten Anforderungen in der betrieblichen Ausbildung umgesetzt werden. Diese Ausbildungskonzeption wurde in den vergangenen Monaten auf der Basis einer fachlichen und pädagogischen Vorstrukturierung von Ausbildern der AEG erarbeitet. Vielfältige Erfahrungen und Gestaltungsvorstellungen konnten so in das Gesamtkonzept einbezogen werden. Die Umsetzung beginnt bereits im Sommer diesen Jahres mit dem Einstellungsjahrgang 1987. Es ist das Ziel des Beitrags, aus den konkreten Anforderungen der betrieblichen Praxis heraus die Bedeutung bestimmter zentraler Schlüsselqualifikationen zu begründen und deren gezielte Entwicklung und Förderung in der Ausbildung - im Rahmen einer Integrativen Ausbildungskonzeption - darzustellen.
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