In der Bundesrepublik Deutschland hat jeder fünfte Erwerbstätige im Alter zwischen 20 und 30 Jahren keinen Berufsabschluss. Obwohl berufliche Leistungsfähigkeit und Motivation zur Weiterbildung vorhanden sind, bleiben die Qualifizierungspotentiale dieses Personenkreises ungenutzt. Im Rahmen der Modellversuchsreihe "Berufsbegleitende Nachqualifizierung" werden neue Ansätze einer arbeitsplatznahen und abschlussorientierten Weiterbildung für Beschäfigte ohne formal anerkannte Qualifizierung erprobt. Die Ergebnisse regen die Diskussion um betriebliche Personalentwicklungskonzepte für An- und Ungelernte erneut an.
Das Ziel der Reintegration von Mitarbeitern in den ersten Arbeitsmarkt kann von Beschäftigungsgesellschaften nur erreicht werden, wenn eine systematische Personalentwicklungsplanung und eine individuelle Qualifizierung erfolgen. Hinsichtlich des Qualifikationsbedarfs lassen sich vier Fortbildungsbereiche herausarbeiten: 1. das betriebswirtschaftliche Know-how des Managements, 2. die Qualifikationsanforderungen an Fachkräfte im Produktions- und Servicebereich, 3. die gezielte Weiterentwicklung beruflicher Qualifikationen auch während einer befristeten Beschäftigung, 4. die beruflichen Perspektiven problematischer Zielgruppen, die im Massnahmebereich beschäftigt werden. Der Beitrag kritisiert die Organisations- und Personalentwicklung in Beschäftigungsgesellschaften und skizziert Wege zur Verbesserung des Erwerbs und der Verwertung von Berufserfahrungen ihrer Mitarbeiter.
1995 hat das Bundesinstitut für Berufsbildung das Vorhaben 'Berufsbegleitende Nachqualifizierung' gestartet. Ziel ist die Umsetzung von berufsbegleitenden Qualifizierungsangeboten für junge Erwachsene ohne Berufsausbildung. Das Vorhaben unterstützt die Initiativen zur berufsbegleitenden Nachqualifizierung durch die Beratung von Trägern, Kostenträgern und zuständigen Stellen bei der inhaltlichen Konzeption und Gestaltung des Finanzierungsrahmens sowie durch die fachliche Betreuung von Modellversuchen, der Koordination und Förderung des Erfahrungsaustausches und der Dokumentation wichtiger Ergebnisse.
Angesichts des steigenden Bedarfs an gut ausgebildeten Fachkräften und der wachsenden Zahl der Arbeitslosen ohne Berufsausbildung ist die Qualifizierung von Ungelernten eine dringende Aufgabe der Berufsbildung geworden. Da die herkömmlichen Wege der Nachqualifizierung für den Personenkreis der (jungen) Erwachsenen aus verschiedenen Gründen nicht "packen", müssen Möglichkeiten zum Nachholen der Berufsausbildung geschaffen werden, die den individuell unterschiedlichen Lebenslagen, Berufsverläufen, Qualifizierungsbedürfnissen und -voraussetzungen der Zielgruppe angepasst sind. Die Koppelung von Erwerbstätigkeit mit Qualifizierung, die curricular und organisatorisch mit dem Arbeitsprozess abgestimmt ist und den Arbeitsplatz als Lernfeld benutzt, bietet für (junge) Erwachsene ohne Berufsausbildung eine Chance, den Berufsabschluss nachzuholen.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat 1991/1992 in den neuen Ländern eine Repräsentativstudie durchführen lassen mit dem Ziel, den Anteil der Ungelernten in der Altersgruppe der 20- bis 24-jährigen Wohnbevölkerung zu ermitteln, sowie die jungen Erwachsenen ohne anerkannte Berufsausbildung nach ihrer beruflichen Situation und ihren Perspektiven zu befragen.
Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse zweier Repräsentativstudien über junge Erwachsene ohne anerkannten Berufsabschluss von 1990 in den alten und 1991/92 in den neuen Bundesländern vor. In den alten wie auch in den neuen Bundesländern setzt sich der Personenkreis der jungen Erwachsenen ohne anerkannte Berufsausbildung aus sehr heterogenen Teilgruppen zusammen. Aufgrund des hohen Anteils von Arbeitslosen und von Erwerbstätigen ohne anerkannte Berufsausbildung in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist diesem Personenkreis dringend der Weg in stabile Beschäftigungsverhältnisse zu öffnen.
Im Rahmen des BIBB-Forschungsprojekts "Jugend, Ausbildung und Beruf" wurden in Zusammenarbeit mit SINUS, München, im Sommer 1985 1.000 repräsentativ ausgewählte Lehrlinge, 300 junge Fachkräfte mit Ausbildungsabschluß sowie je 100 Ausbilder, Berufsschullehrer und Eltern von Auszubildenden zu berufsbezogenen Erfahrungen, Wünschen und Erwartungen befragt. Die ersten aktuellen Ergebnisse aus der Lehrlingsbefragung liegen jetzt vor.
ln der Berufsbildungsforschung wurde bislang kaum beachtet, unter welchen Anforderungen und Belastungen die Eltern von Jugendlichen stehen, wenn es um Fragen der beruflichen Bildung und um Probleme des Berufseinstiegs geht. Der vorliegende Aufsatz behandelt die aktuelle Beziehung zwischen Eltern und Kindern während dieser wichtigen Phase. DieErgebnisse wurden aus einer Vorstudie des BIBB-Projekts "Jugend, Ausbildung und Beruf" gewonnen. Fazit: Aufgrund der Ausbildungs- und Berufsprobleme sind Eltern nicht nur finanziell stark belastet, sondern auch pädagogisch gefordert - und oft überfordert.
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