Drei Jahre Testerfahrung im Bereich der Large- Scale-Kompetenzdiagnostik (LS-KD) im Berufsfeld Elektrotechnik erlauben eine erste Bilanz der Möglichkeiten und Grenzen dieses neuen Instruments zur Erhebung beruflicher Kompetenz. Anders als bei Prüfungen können die Kompetenzniveaus und -profile von Testgruppen aus unterschiedlichen Formen der Berufsausbildung vergleichend bestimmt werden. Voraussetzung dafür ist ein psychometrisch überprüftes Kompetenz- und Messmodell. Die Erhebung von Kontextdaten macht aus diesem Verfahren ein leistungsfähiges Instrument zur Analyse und Gestaltung beruflicher Bildungsprozesse und -strukturen. Im Beitrag werden konzeptionelle Grundlagen und Befunde des am Institut für Berufsbildung (I:BB) Bremen durchgeführten Projekts KOMET vorgestellt.
In der Region Wilhelmshaven ist im Bereich der industriellen Metall- und Elektroberufe durch den Modellversuch "GoLo" (Gestaltungsorientierte Berufsbildung im Lernortverbund) ein regionaler Berufsbildungsdialog angestoßen worden. Ausbildung wird dort im Verbund von Klein- und Mittelunternehmen in enger Verbindung mit der Berufsschule von Ausbildern und Lehrern gemeinsam konzipiert und durchgeführt. Dabei ergänzen sich die verschiedenen Berufsbildungspartner in der Ausbildung, so daß ihre Schwächen weitestgehend ausgeglichen werden und die Nutzung der jeweiligen Stärken zu einer qualitativen Verbesserung der Ausbildung führt. Das Wilhelmshavener Beispiel zeigt, wie die Umsetzung der Leitidee einer gestaltungsorientierten Berufsbildung mit Hilfe von integrierenden Lern- und Arbeitsaufgaben im Lernortverbund gelingt.
Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit, Ausblldungsplatzmangel, das (steigende) Angebot von Ausbildungsplätzen für Berufe ohne Zukunft und die offenbar begrenzten Möglichkelten der Bildungsplanung, Bildungsverwaltung und Bildungspolitik mit diesen Problemen fertig zu werden, beherrschen die Diskussion über das Berufsbildungssystem. Es geht um Quantitäten - berufliche Bildung als ökonomische Kategorie, Berufsbildungspolitik als eine Variante der Wirschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Die Qualität beruflicher Bildung ist aus dem Blickfeld geraten. Zu diesem Thema fand an der Universität Bremen ein Workshop statt, über den hier berichtet wird.
ln dem Beitrag wird versucht, einen groben konzeptionellen Rahmen zu entwickeln, innerhalb dessen Modellversucheals leitendes Forschungsparadigma der Berufsbildungsforschung anzusiedeln wären. Unter Modellversuch wird verstanden, daß die Bedingungen und Strukturen, unter denen das Modell im Laufe des Versuchs erstellt wird, als wesentlicher Forschungsgegenstand gelten. Dies schließt auch die noch kontrovers diskutierten Probleme einer angemessenen Innovationsstrategie ein. Die Ausführungen der Autoren stellen in gekürzter Form die Überlegungen zum Problembereich zusammen, wie sie im Modellversuch "Mehrmediensystem Elektrotechnik/Elektronik (MME)" theoretisch wie praktisch zur Anwendung gekommen sind.
Ausgehend von einer Klärung der Funktionen der Bildungstechnologie wird eine Definition dieses Begriffs vorgenommen. Als Ziel der Bildungstechnologie wird die Effektuierung von Bildungsprozessen deklariert. Verschiedene Definitionen von "Curriculum" werden nachgezeichnet und auf ihre bildungspolitischen Ansprüche hin untersucht. Im Anschluß an die Forderung nach einer Kooperation von Bildungstechnologie und Curriculumentwicklung wird das Argument widerlegt, objektivierter Unterricht behindere die Entwicklung offener Curricula. Die Merkmale einer bildungstechnologischorientierten Curriculumentwicklung werden dargesteilt und diskutiert.
Die Entwicklung von komplexen Lehrsystemen ist primär kein technologisches Problem, sondern in erster Linie Gegenstand gesellschafts- und bildungspolitischer Überlegungen, der Curriculumforschung und -entwicklung, der Bildungstechnologie und daraus resultierender gemeinsamer Anstrengungen von Staat und Bildungsindustrie. Ein offenes komplexes Lehrsystem stellt das Repertoire an Einzellehrsystemen und Organisationsmitteln für die Entwicklung von Kontextmodellen dar. Ein Kontextmodell wird für die spezielle Unterrichtssituation zusammengestellt bzw. entwickelt.
Im Rahmen einer vergleichenden Untersuchung wurde ein Lehrprogramm, das sowohl in Buchprogrammform als auchin audiovisueller Fassung für eine computergesteuerte Lehrmaschine in Parallelkonfiguration vorliegt, rund 100 Adressaten präsentiert. Gegenstand der Untersuchung war die Gewinnung von Aussagen über die Effizienz der beiden Präsentationsmodi sowie die Einstellung der Adressaten zu den unterschiedlichen Lehrprogrammformen. Dieaudiovisuelle Präsentationsform ist der Buchform der Tendenz nach überlegen.
Es wird ein Symbolalphabet für Medien vorgestellt, das die Abbildung komplexen Lehr- und Lerngeschehens in einem dafür vorgesehenen Raster ermöglicht. Das Verfahren ist das Ergebnis erster Überlegungen, die davon ausgehen, daß die verbale Abbildung komplexer Lehr- und Lernveranstaltungen uneinheitlich gehandhabt wird, unübersichtlich und unökonomisch ist und daß zukünftig Unterrichtsplanung immer häufiger auf "Montageteile" zurückgreifen kann und der Lehrer weniger Medium, dafür aber mehr Lernorganisator sein wird.
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