Am 29. November 2004 veranstaltete das BIBB in Zusammenarbeit mit dem DIHK, der IG-Metall und ver.di einen Workshop zu den Fortbildungsregelungen Bankfachwirt/-in und Industriemeister/-in. Anlass waren die sinkenden Erfolgsquoten bei beiden Fortbildungsregelungen, die hinterfragt, analysiert und bewertet wurden. Handlungsbedarf wird in beiden Fortbildungsregelungen gesehen, insbesondere in der praxis- und handlungsorientierten Erstellung von Prüfungsaufgaben. Das BIBB wird die Ergebnisse des Workshops auswerten und für die Generierung von Forschungsprojekten im Rahmen der Weiterbildung nutzen.
Seit 1998 ist eine neue Verordnung zur Prüfung des Industriemeisters Metall in Kraft. Kern der neuen Prüfung ist, dass im Prüfungsteil zu den handlungsspezifischen Qualifikationen nicht mehr nach Fächern und fachteiligem Wissen geprüft wird, sondern anhand von sog. betrieblichen Situationsaufgaben. Der Beitrag stellt Ergebnisse einer Befragung von Prüfungsteilnehmern zur Qualität der Vorbereitungslehrgänge dar, die die Umsetzung von Handlungsorientierung in der Fortbildung verdeutlichen.
Die mittleren Positionen in der industriellen Produktion und in den produktionsnahen Bereichen waren bislang traditionelle Aufstiegspositionen für Fachkräfte mit einem dualen Ausbildungsabschluss. Die demographische und technologische Entwicklung sowie der betriebliche Strukturwandel tragen dazu bei, dass die Zahl dieser Positionen abnimmt und dass auf die Positionen in der mittleren Qualifikationsebene Absolventen der Fachhochschulen drängen. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer empirischen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung zum Rekrutierungsverhalten der Betriebe in der industriellen Produktion. Analysiert werden die Substitutionsprozesse auf der mittleren Qualifikationsebene. Befragt wurden Fortbildungsabsolventen zu ihrer Berufssituation sowie Betriebe zur ihrer Personalpolitik und den Aufstiegschancen von Facharbeitern. Die Ergebnisse zeigen, dass es vor allem in den angelagerten technischen Bereichen schwieriger wird, sich bei Stellenbesetzungen gegen Ingenieure durchzusetzen. Dies trifft vor allem die Techniker, die sich gleichzeitig noch gegen die an Bedeutung zunehmenden Fachspezialisten behaupten müssen. Industriemeister hingegen können eigentlich nur in ihrem eigenen Betrieb aufsteigen, da die Meisterpositionen sehr selten öffentlich ausgeschrieben werden. Dennoch spielt der Funktionsbereich oberhalb der Facharbeiterebene bei den Umstrukturierungen der Industriebetriebe eine wesentliche Rolle. Zwar ist davon auszugehen, dass die Anzahl derartiger Positionen abnimmt, doch nur wenige Unternehmen werden auf die untere bzw. mittlere Führungskraft verzichten.
Grundlage für den laufenden Neuordnungsprozess "Industriemeister Metall" bildet eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHT), Gesamtmetall und der IG Metall vom November 1994. Der Beitrag informiert über den Stand des Neuordnungsprozesses und skizziert die einzelnen Prüfungsteile. Die zukünftige Qualifizierung orientiert sich an betrieblichen Arbeitsaufgaben und stellt die Handlungsfähigkeit des Meisters sowie die Verwertbarkeit der Qualifikationen in den Mittelpunkt.
Meister aus der ehemaligen DDR haben ein Qualifikationsniveau, das dem der Industriemeister in den alten Bundesländern entspricht. Die Qualifizierung zum Industriemeister erfolgte dennoch teilweise über andere Inhalte. Trotz formaler Anerkennung der in der ehemaligen DDR erworbenen Meisterabschlüsse nach dem Einigungsvertrag ist es angemessen, vorhandene Defizite auszugleichen und in Qualifizierungsmaßnahmen die Kenntnisse zu vermitteln, die der Arbeitsmarkt jetzt auch den Meistern der ehemaligen DDR abverlangt. Um die Abweichungen zwischen der Meisterqualifizierung in der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik zu identifizieren und die Voraussetzungen für die Ermittlung von Qualifizierungsbedarf für VE-Meister zu liefern, werden am Bundesinstitut die Inhalte der Meisterqualifizierung miteinander verglichen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, laufende und geplante Qualifizierungsmaßnahmen für Meister in den neuen Bundesländern zu strukturieren, zu vereinheitlichen und qualitativ zu bestimmen.
Am Bundesinstitut für Berufsbildung läuft seit Anfang 1991 ein Vorhaben mit dem Ziel, Meister der ehemaligen DDR mittels einer speziellen Anpassungsfortbildung unterstützend auf die beruflichen Veränderungen einzustellen. Um inhaltliche Aussagen treffen zu können, werden Funktionsbilder und Qualifizierungsinhalte miteinander verglichen.
Die Meister in der Industrie und insbesondere die Meister in der Ver- und Entsorgung nehmen in den Betrieben Funktionen ein, die es ihnen bei entsprechender Autorisierung und Qualifizierung ermöglichen, die Umweltbelastungen aufgrund von Unwissenheit und Fahrlässigkeit beim Umgang mit umweltbelastenden Verfahren, Produkten und Stoffen erheblich einzuschränken. Voraussetzung dafür ist jedoch, daß einerseits die Betriebe den Meistern diese Funktion bewußt zuweisen und andererseits eine bessere Qualifizierung der Meister auf dem Gebiet "umweltbewusstes Handeln" stattfindet. Dies gilt sowohl für die Weiterbildung zum Industriemeister als auch für die Weiterbildung bereits berufstätiger Industriemeister und insbesondere für die Weiterbildung der Meister in der Ver- und Entsorgung. Bedingung für umweltgerechteres Verhalten eines Betriebes insgesamt bleibt jedoch das verantwortungsvolle Handeln aller Hierarchieebenen im Unternehmen.
Zur Ermittlung von Berufstätigkeiten dienen Arbeitsanalysen, was jedoch Im Hinblick auf die Gewinnung von Informationen zur Curriculumentwicklung mit Schwierigkeiten verbunden ist. Sie liegen in der Auswahl der zu untersuchenden Arbeitsplätze und der Vorgehensweise bei der Arbeitsanalyse, die eine nahezu umfassende Darstellung der Berufstätigkeiten ermöglichen soll und sich nicht auf die Ermittlung handwerklicher Tätigkeiten beschränken darf. Darüber hinaus besteht die Gefahr der Fortschreibung bestehender Arbeltsplatzbedingungen. Am Beispiel des Tätigkeitsbereichs "Anlagenführer" wird trotzdem versucht, ein praktikables Instrumentarium zur umfassenden Analyse der Berufstätigkeiten vorzustellen, das sowohl die der arbeitswissenschaftlichen Methodik eigene "mikroskopische" Vorgehensweise als auch "makroskopische" Elemente enthält.
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