Dem Vorhaben, Ausbildungsprofile in dreisprachiger Fassung zu veröffentlichen, liegt der Gedanke zugrunde, den Absolventen einer dualen Ausbildung ein Abschlusszeugnis ebenfalls in dreisprachiger Fassung auszustellen, dem dann als Anlage das Ausbildungsprofil in deutsch, englisch und französisch beigefügt ist. Das Ausbildungsprofil enthält wesentliche Strukturmerkmale eines staatlich anerkannten Ausbildungsberufes (Berufsbezeichnung, Ausbildungsdauer, berufliche Fähigkeiten) sowie eine globale Darstellung der von den Ausgebildeten wahrnehmbaren Tätigkeits- und Aufgabenbereiche. Zur Zeit werden im Bundesinstitut für Berufsbildung für etwa 46 Ausbildungsberufe neue Ausbildungsordnungen vorbereitet. Für sie werden bereits die neukonzipierten Ausbildungsprofile mitentwickelt.
Zum 1. August 1996 sind für über zwanzig Berufe neue Ausbildungsordnungen in Kraft getreten. Aufgeführt werden die Gründe für die Neuordnungen sowie die Rolle der Bundesregierung und der Sozialpartner im Neuordnungverfahren. Weiterhin werden Überlegungen zur Bedeutung der Entwicklung neuer Ausbildungsberufe und zum Begriff "Zukunftsberufe" angestellt.
Die Reform der beruflichen Bildung ist ein dynamischer Prozess, der von sehr unterschiedlichen Herausforderungen beeinflusst wird. Der Abbau an Ausbildungsplätzen, der Einfluss technologischer und wirtschaftlicher aber auch gesellschaftlicher Veränderungen auf Arbeitsorganisation und Berufsanforderungen, die Entwicklung und Erprobung neuer Lehr- und Lernformen, die unterschiedlichen Vorstellungen zur Finanzierung der dualen Berufsausbildung, demographische Veränderungen sowie Auswirkungen der Globalisierung der Märkte und des internationalen Wettbewerbs sind die wesentlichen Entwicklungsströme, die derzeit Einfluss auf die berufliche Aus- und Weiterbildung nehmen. In dem Beitrag setzen sich Mitarbeiter des Bundesinstuts für Berufsbildung mit zentralen Zukunftsfragen der beruflichen Bildung auseinander. Die einzelnen Abschnitte befassen sich mit Überlegungen zum Berufskonzept und der Notwendigkeit, Aus- und Weiterbildung systematischer miteinander zu verzahnen, mit der Verschiebung der Altersstruktur der Erwerbstätigen, den Folgen der fortschreitenden Europäisierung für die nationale Berufsbildungspolitik, Ansätzen zur Modularisierung der beruflichen Bildung und mit verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung der dualen Berufsausbildung.
Im Sinne der EU-Richtlinien müssen Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit integraler Bestandteil der Berufsausbildung sein. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat ein neues Ausbildungsmittel entwickelt, das diesem integrativen Ansatz durch exemplarische Ausbildungsaufgaben gerecht wird. Der Einsatz dieses Mediensets zielt auf die Entwicklung einer beruflichen Handlungsfähigkeit, die den Sicherheits- und Gesundheitsschutzaspekt einbezieht.
Die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe sind dem gesetzlichen Auftrag nach an die technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung anzupassen. Durch das in der Bundesrepublik praktizierte Mitwirkungsrecht der Sozialparteien ist das Verfahren der Neuordnung überalterter Ausbildungsregelungen und der Schaffung neuer Ausbildungsstrukturen sehr zeitaufwendig. Der Beitrag geht auf Vorschläge für eine effizientere und zügigere Neuordnung der Ausbildungsberufe ein und stellt Überlegungen zur Umsetzung von Reformvorschlägen an. Dabei werden einige Probleme deutlich, die sich durch das Bedingungsgefüge der Aktualität von Lern- und Prüfungsinhalten, der Dauer der Erarbeitungs- und Abstimmungsverfahren, der mitverantwortlichen Einbeziehung der Sozialpartner und schließlich der staatlichen Verantwortung für die Ordnung der Ausbildungsberufe ergeben. Trotz dieses komplexen Gefüges von Einflußfaktoren sind die geforderten Reformen des Ordnungsverfahrens realisierbar, indem das Verfahren flexibilisiert und am Ordnungsbedarf und -umfang orientiert wird.
Der Beitrag führt von den Wurzeln der dualen Berufsausbildung zur Etablierung des dualen Systems in seiner heutigen Ausprägung, wobei der historische Schwerpunkt auf der Darstellung der Arbeit des "Deutschen Ausschusses für technisches Schulwesen" (DATSCH) und seiner Nachfolgeeinrichtung, dem "Reichsinstitut für Berufsausbildung in Gewerbe und Handel" liegt. Medien im Sinne von Ausbildungsmitteln haben bei der Entwicklung der dualen Berufsausbildung einen systembildenden Beitrag geleistet. Vor dem Hintergrund der historischen Besonderheiten der dualen Berufsausbildung werden die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung und Erprobung neuer Medien und Vermittlungskonzepte sowie der Optimierung der dualen Berufsausbildungsstruktur veranschaulicht. Der letzte Abschnitt des Artikels geht auf die Errichtung des Bundesinstituts für Berufsbildung ein, zu dessen Aufgaben auch die Förderung der Bildungstechnologie gehört. Er beschreibt die Arbeit des Bundesinstituts im Bereich der Entwicklung und Erprobung von Ausbildungsmitteln/Medien.
Für die Anforderungen des Umweltschutzes in der Berufsausbildung ist die Entwicklung von Medien von besonderer Bedeutung. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat ein Ausbildungsmittel herausgegeben, das die Auszubildenden in den Ausbildungsberufen der Metalltechnik und der Elektrotechnik mit Grundfragen des Umweltschutzes vertraut macht und mit dem angestrebt wird, in der Ausbildung "umweltbezogene Handlungsfähigkeit" zu erreichen. Der Beitrag skizziert den Hintergrund der Entstehung und den Aufbau dieses Ausbildungsmittels.
Die berufliche Bildung gilt als ein entscheidener Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Mit der Vollendung des EG-Binnenmarktes werden die Berufsbildungssysteme der EG-Staaten sowie deren Absolventen stärker als bisher miteinander konkurrieren. Daher ist es erforderlich, sich mit wesentlichen Fakten und Rahmenbedingungen des dualen Systems der Bundesrepublik Deutschland auseinanderzusetzen. Im Vergleich mit anderen Berufsbildungssystemen, besonders Frankreichs, sollen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung erkannt werden. Der Autor betrachtet die wesentlichen Fakten und Rahmenbedingungen des dualen Systems der Bundesrepublik Deutschland und vergleicht es mit den Berufsbildungssystemen anderer EG-Staaten. Im Hinblick auf die europäische Integration und eine mögliche Annäherung der Berufsbildungssysteme kommt er zu dem Schluß: "Für die Berufsausbildung in Deutschland ist das duale System mit dem Konsensprinzip und dem offenen Zugang zu gleichwertigen Ausbildungsberufen unverzichtbar. Eine Weiterentwicklung des dualen Systems sollte hinsichtlich der methodisch-didaktischen Gestaltung und der Individualisierung der Berufsausbildung erfolgen. Hierbei könnten die Ausbildungsdauer in stärkerem Maße als bisher der individuellen Lernfähigkeit angepaßt, kombinierte Aus- und Weiterbildungsgänge entwickelt und der Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung beispielsweise durch die Errichtung einer offenen Universität Rechnung getragen werden."
Die Umgestaltung der Berufsausbildung in den neuen Ländern hat u. a. beim Einsatz neuer Ausbildungsmittel die Frage aufgeworfen, nach welchen Kriterien Medien anzuwenden seien. Die in diesem Zusammenhang vom Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführten Seminare boten Berufsbildungsexperten aus den neuen Ländern eine erste Möglichkeit, sich über die Medienanwendung sowie deren Rahmenbedingungen zu informieren. Der folgende Beitrag beschreibt diese Arbeit und die dabei gesammelten Erfahrungen.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat den gesetzlichen Auftrag, die Bildungstechnologie durch Forschung zu fördern. Unter Bildungstechnologie sind in diesem Zusammenhang Lehr- / Lernmittel für die betriebliche Berufsausbildung zu verstehen. Die vom Bundesinstitut entwickelten Ausbildungsmittel sollen zum Aufbau einer beruflichen Handlungsfähigkeit und zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden beitragen. Die Bildungstechnologieforschung beobachtet und analysiert die technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsorganisation und die Ausbildungsbedingungen. Die ermittelten für die berufliche Bildung bedeutsamen Inhalte werden didaktisch aufbereitet und in eine für den Lehr-/ Lernprozeß geeignete Form umgesetzt. Die Ergebnisse fließen in beispielhaft entwickelte Ausbildungsmittel ein, die unmittelbar in der praktischen Berufsausbildung eingesetzt werden können. Bedingt durch die Veränderungen der Rahmenbedingungen unterliegen auch die Ausbildungsmittel einer ständigen Weiterentwicklung. Dabei ist bezogen auf die Konzeption abzusehen, daß es zukünftig nicht darauf ankommt, den bestehenden Ausbildungsmitteln weitere "Fertigkeitsübungen" hinzuzufügen als vielmehr berufliche Handlungsfähigkeit durch didaktisch-methodische Maßnahmen zu erzielen. Eine detaillierte Untersuchung hat ergeben, daß die in den neuen Ausbildungsverordnungen genannten Fertigkeiten manueller Arbeitstechniken im wesentlichen Gegenstand der berufsfeldbreiten Grundbildung sind. Die Förderung der beruflichen Handlungsfähigkeit und übergeordneter Qualifikationen gewinnt dagegen während der gesamten Ausbildung zunehmend an Bedeutung. Hierzu Unterlagen zu entwickeln, wird den Schwerpunkt zukünftiger Arbeit in der Medienentwicklung bilden.
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