Der sozialstrukturelle Wandel, die Alterung und Individualisierung der Gesellschaft lassen den Bedarf an sozialen und personenbezogenen Diensten weiter wachsen. Der Strukturwandel im Gesundheits- und Sozialwesen führt zur Herausbildung neuer Ausbildungs- und/oder Weiterbildungsberufsprofile. Es gibt sprunghafte Zuwächse an neuen Weiterbildungsberufen in den traditionellen Kernsektoren des Gesundheits- und Sozialwesens. Hier liefert die Beobachtung des Fort- und Weiterbildungsmarktes für die Aufgaben der Früherkennung präzise Informationen über den qualifikatorischen Zustand bestehender Berufe und den berufsbildungspolitischen Handlungsbedarf.
Insbesondere für neu entstehende Tätigkeitsbereiche und Beschäftigungsfelder des Arbeitsmarktes, die (noch) nicht über die BBiG/HwO-typischen Verbands- und Interessenvertretungsstrukturen verfügen, fehlt es an kontinuierlichen, regulierten und frühzeitigen Informationen zu beschäftigungsrelevanten beruflichen Entwicklungsprozessen. Hier setzt eine der Früherkennungsstudien des Bundesinstituts für Berufsbildung (www.bibb.de) an: Informationssystem zur Dauerbeobachtung und Früherkennung von Qualifikationsentwicklungen in Tätigkeitsfeldern ausserhalb es Geltungsbereichs des BBiG. Die Entstehung neuer beruflicher Einsatzfelder in den personenbezogenen Dienstleistungen wurde exemplarisch in den Bereichen Gesundheit/ Soziales, Bildung/ Erziehung, Freizeit/Sport sowie in den Schnittpunkten dieser innovativen Tätigkeitsfelder untersucht. Der Beitrag beschreibt den methodischen Ansatz, exemplarische Ergebnisse der durchgeführten Fallstudien, in deren Ergebnis ein 4-Stufen- Modell zur Früherkennung von Qualifikationsentwicklungen entwickelt wurde, und verdeutlicht an dem Fallbeispiel "Tagesmutter" das 4-Phasen-Modell. Es ist vorgesehen, dieses Modell zur Früherkennung dauerhaft zu installieren.
Analysiert werden Stand und Perpektiven einer bundeseinheitlichen Regelung der Altenpflegeausbildung im Hinblick auf die Profilbildung der Altenpflege im Konzept der Pflegeberufe. Vor dem Hintergrund der aktuellen bildungspolitischen Situation der Altenpflegeausbildung werden die vorhandenen Regelungen der Bundesländer wie auch die Entwürfe für eine bundeseinheitliche Regelung kritisiert und Thesen zur Verbesserung der Ausbildung formuliert. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen Forderungen nach einer inhaltlichen Neubestimmung der Profile der Pflegeberufe und einer Veränderung der Ausbildungsstrukturen und -bedingungen. Aus der Sicht der Berufsbildungsforschung ist es notwendig, dass Bund und Länder sich auf eine Neustrukturierung des Gesamtberufsfeldes mit grundlegender Neuschneidung der Pflegeberufe einigen.
Der Bedarf an Nachwuchskräften in der Pflege, insbesondere in der Altenpflege erhöht sich ständig. Altenpflege ist schon heute ein krisenfester Beruf und wird dies aufgrund der demographischen Entwicklung auch in Zukunft bleiben. Der Beitrag beschreibt Anforderungen und Arbeitsbedingungen in diesem Beruf, geht auf seine Bedeutung ein und kritisiert die Ausbildungssituation und die geringe Bezahlung des Altenpflegepersonals.
Am 13. Mai 1993 wurde der vom Bundesministerium für Gesundheit vorgelegte novellierte Entwurf eines Gesetzes über technische Assistenten und Assistentinnen in der Medizin, der den Rahmen für die Ausbildung und Berufszulassung bundeseinheitlich regelt, vom Bundestag verabschiedet. Die Verfasserin setzt sich kritisch mit den Änderungen auseinander.
Dem demografisch bedingten Anstieg an Betreuungsbedarf für ältere Pflegebedürftige steht ein unzureichendes Versorgungsangebot in der stationären und ambulanten Altenhilfe sowie im Angebot für ältere Behinderte gegenüber. Diese Situation wird sich in der nächsten Zeit noch verschärfen, wenn in allen Wirtschaftsbereichen der Mangel an Nachwuchskräften deutlicher wird. Das heißt: Es wird mehr Pflegepersonal benötigt. Dabei stellt sich aber auch die Frage, welche Art von Pflegepersonal benötigt wird: Welche Berufe mit welchem Qualifizierungsumfang? Denn gegenüber der Versorgungsstruktur, die sich in den vergangenen Jahren mit dem Aufbau der ambulanten Dienste grundlegend verändert hat, ist die Qualifikationsstruktur weitgehend unverändert geblieben. Der Beitrag richtet ein besonderes Augenmerk auf die Versorgungslücke im Bereich der Hauspflege. Zur Gewinnung des dringend benötigten Pflegepersonals wird eine flexible Qualifizierungsstrategie vorgeschlagen in Form eines teilnehmerorientierten Baukastenkonzepts, bei dem sich Einzelbestandteile je nach Teilnehmervoraussetzung zu Aus-, Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten kombinieren lassen.
Ausgehend von der Tatsache, dass Frauen nach wie vor sogenannte typische Frauenberufe wählen, wird das Berufsfeld Gesundheit, das gemeinhin als ein Frauenarbeitsmarkt besonderer Art und Güte gilt, daraufhin untersucht, ob sich Ansätze für offene und versteckte Diskriminierungen von Frauen im Berufsbildungs- und Beschäftigungssystem aufzeigen lassen. Die Analyse ergibt, dass die nichtärztlichen Gesundheitsberufe durch arbeitsplatzbezogene, eng spezialisierte Ausbildungsgänge, fehlende Durchlässigkeit und fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten gekennzeichnet sind, so dass ihnen die Autorin einen Sackgassencharakter attestiert. Infolge hoher Arbeitsintensität und Stress können die Beschäftigten in der Gesundheitsarbeit ihr ursprüngliches Ziel, Menschen zu helfen, nur bedingt erfüllen. Bei der rechtlichen Situation werden die überwiegend schulischen Ausbildungsgänge, die nicht dem Berufsbildungsgesetz unterliegen, und die Reduzierung des beruflichen Handlungsspielraums der nichtärztlichen Gesundheitsberufe auf "Arbeit nach ärztlicher Anweisung" als diskriminierend kritisiert.
Ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste haben in den letzten Jahren in der Gesundheitspolitik aller Bundesländer einen zentralen Stellenwert erhalten. Demgegenüber findet die Ausbildung für die meisten Gesundheitsberufe noch immer überwiegend in Krankenhäusern statt. Welche unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen die Arbeit in den ambulanten Diensten gegenüber der Arbeit in stationären Einrichtungen erfordert, soll daher in einem BIBB-Forschungsprojekt geklärt werden.
In den 1960er und frühen 1970er Jahren bestimmte in zunehmendem Maße die Technik die Gestaltung der Gesundheitsversorgung. Diese Entwicklung wurde im Verlauf der 1970er Jahre immer stärker kritisiert. Vielmehr stellte sich die Frage nach neuen, umfassenderen Versorgungsformen im Gesundheitswesen. Damit erhob sich zugleich die Frage nach den Konsequenzen für die verschiedenen Gesundheitsberufe, wie z. B. die, welche neuen Inhalte und veränderten Arbeitsformen zur Realisierung umfassender, patientenorientierter Gesundheitsversorgung erforderlich wären. Das Zauberwort war "Teamarbeit".
Der vorliegende Beitrag ist aus einem BIBB-internen Diskussionspapier zur Qualifikationsforschung entstanden, das 1979 von einer Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern mehrerer Hauptabteilungen des Bundesinstituts wurde. Die Diskussion, die durch das Expertencolloquium des BIBB "Qualifikationsforschung und berufliche Bildung" im Jahre 1978 ausgelöst worden war, hat ihren Niederschlag im Programmbudget des BIBB, in einzelnen Projekten sowie in mehreren projektbezogenen Weiterbildungsveranstaltungen, die die hier enthaltenen Grundüberlegungen weiter präzisieren, gefunden.
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