Der Weg zur Arbeit und damit empfundene Belastungen haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten. Sofern dies auch für Auszubildende zutrifft, stellt sich die Frage, ob jene, die eine größere Distanz zu ihrem Ausbildungsbetrieb zurücklegen müssen, eher geneigt sind, ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig zu lösen, als junge Menschen die ihre Ausbildungsstelle am Wohnort haben. Im Beitrag wird auf Basis der Berufsbildungsstatistik dieser Frage nachgegangen.
Geschlechtsuntypische Ausbildungen könnten das Potenzial haben, die Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt abzubauen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern. Studien deuten jedoch auf schlechtere Verwertungsperspektiven dieser Ausbildungsabschlüsse hin. Um diese näher zu beleuchten, werden im Beitrag Herausforderungen identifiziert, mit denen Personen im weiteren Erwerbsverlauf konfrontiert sind, wenn sie sich für eine Ausbildung in einem vom anderen Geschlecht dominierten Beruf entschieden haben. Grundlage sind Interviews mit Personen, die ihren geschlechtsuntypischen Ausbildungsberuf verlassen haben, sowie Expertinnen- und Experteninterviews.
Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile auch in der Arbeitswelt angekommen. Wie bereits bei früheren technologischen Innovationen stellen sich erneut Fragen nach Ersetzung (Substitution) respektive Ergänzung (Augmentation) menschlicher Arbeit. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Folgen die Nutzung von KI für Arbeitsergebnisse aus Beschäftigtensicht hat. Hierzu werden aktuelle Befragungsdaten des Projekts Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (DiWaBe 2.0) ausgewertet und auf Ebene von Berufshauptgruppen der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) differenziert. Im Ergebnis zeigt sich eine unterschiedliche Exposition der Berufe sowie eine relevante Korrelation von Substitutions- und Augmentationseffekten.
Der niederländische Qualifikationsrahmen (NLQF) wurde 2011 als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) eingeführt. Im Januar 2025 wurde er gesetzlich verankert. Im Beitrag wird dargestellt, wie sich der NLQF auf die Stärkung der Transparenz von Qualifikationen, die Standardisierung und Steuerung in den formalen und nicht-formalen Bildungsbereichen und auf Initiativen zum lebenslangen Lernen auswirkt und wie sein Zukunftspotenzial in einer sich entwickelnden Bildungslandschaft einzuschätzen ist.
Deutschland und die Schweiz sind in Sachen gegenseitiger Berufsanerkennung näher zusammengerückt. Seit September 2021 besteht ein erleichtertes Verfahren zur gegenseitigen Anerkennung von Berufen. Ziel ist es, qualifizierten deutschen und schweizerischen Fachkräften die Berufsausübung und Weiterbildung im jeweils anderen Land zu erleichtern sowie die grenzüberschreitende Mobilität zu fördern. Im Beitrag werden die konkrete Ausgestaltung des Abkommens, die Unterstützungsaufgaben des BIBB sowie deren Umsetzungsstand dargestellt.
Die duale Berufsbildung in Deutschland gilt in der ganzen Welt als vorbildlich. Im eigenen Land verliert sie jedoch an Ansehen. Immer weniger Jugendliche bewerben sich um eine Ausbildung, während die Zahl der Studierenden zugenommen hat. Wie lässt sich diese Entwicklung erklären? Im Folgenden möchte ich auf zwei Ursachen näher eingehen: zum einen auf den Anerkennungsverlust der beruflichen Bildung durch die Erosion des Mittelschichtversprechens infolge der wachsenden Einkommensungleichheit, zum anderen auf die Folgen der Bildungsexpansion und die damit verbundenen wachsenden Statuserwartungen. Das Ansehen der dualen Ausbildung – so das Fazit – kann nicht allein durch bildungspolitische Reformen verbessert werden, sondern muss in eine nachhaltige Aufwertung und höhere gesellschaftliche Anerkennung von Facharbeit eingebettet sein.
Die Berufswahl von Schülerinnen und Schülern wird durch die Familie, Freunde und das nähere Umfeld geprägt. Doch gerade jungen Frauen fehlt es oft an weiblichen Vorbildern, wenn es um gewerblich-technische Berufe geht. Hier setzt das Projekt girlsatec an. Junge Frauen, die eine Ausbildung in einem technischen Beruf absolvieren oder diese bereits beendet haben, fungieren als Botschafterinnen und ermöglichen Schülerinnen im Rahmen der Berufsorientierung Einblicke in ihren Berufsalltag. Im Beitrag wird das Projekt skizziert und aufgezeigt, wie eine gezielte Förderung der Botschafterinnen zum Erfolg und Fortbestand des Projekts beiträgt.
In einem Forschungsvorhaben untersuchte das BIBB, ob die Voraussetzungen für einen neu zu schaffenden dualen Ausbildungsberuf im Bereich der Medizinprodukteaufbereitung gegeben sind. Dabei wurden u.a. die betrieblichen Strukturen, Tätigkeitsschwerpunkte und Qualifikationsbedarfe für Beschäftigte in der Medizinprodukteaufbereitung näher untersucht. Der Beitrag beschreibt Ergebnisse und erläutert, warum ein neuer dualer Ausbildungsberuf empfohlen wird.
Die hohe Veränderungsgeschwindigkeit durch die digitale Transformation führt dazu, dass neben fachlichen vor allem überfachliche Kompetenzen in den Fokus betrieblichen Lernens rücken. Der Beitrag geht der Frage nach, wie zukünftig relevante Schlüsselkompetenzen praxisnah identifiziert werden können und stellt hierzu Ergebnisse aus dem Projekt „LidA – Lernen in der digitalisierten Arbeitswelt“ vor. Dabei werden zwei zentrale Schlüsselkompetenzen näher erläutert: „Selbstlernkompetenz“ und „Wissen teilen“. Zudem wird skizziert, wie die Schlüsselkompetenzen über mitarbeiterindividuelle Lernpfade gefördert werden können.
Mit dem Besuch von Auszubildenden in Schulen, die über ihre Berufe berichten, etabliert sich in Deutschland ein weiteres Instrument der Berufsorientierung. Der Beitrag stellt das Konzept vor und erläutert mit Hilfe der Impression-Management- und Self-to-Prototype-Matching-Theorie seine besonderen Potenziale. Ausbildungsbotschafterbesuche haben demnach nicht nur die Funktion, authentische Informationen zu einem Beruf zu transportieren. Sie liefern den Schülerinnen und Schülern vielmehr auch in identitätspsychologischer Hinsicht wichtige Anhaltspunkte. Anschaulich wird ihnen vor Augen geführt, was das für junge Menschen sind, die Klempner/-innen, Bäcker/-innen oder Kaufleute für E-Commerce werden wollen. Der Beitrag weist abschließend auf eine Studie hin, in der dieser Ansatz näher untersucht werden soll.
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