Der digitale Wandel ist in den Unternehmen angekommen und führt sowohl zu Veränderungen der Arbeits- als auch der Lernprozesse. Die CVTS5-Zusatzerhebung untersuchte durch eine telefonische Befragung und zwölf Betriebsfallstudien, welche digitalen Lernformen eingesetzt werden und worin die Herausforderungen bestehen. Zentrale Ergebnisse werden im Beitrag vorgestellt.
Wie kann ein Kernelement der dualen Berufsausbildung, das arbeitspraktische Lernen im Betrieb, auch für europäische Länder mit bislang rein schulbasierter Ausbildung praktisch erfahrbar gemacht werden? Diese Frage erläutert der Beitrag am Beispiel des Erasmus+-Projekts ICSAS (Integrating Companies in a Sustainable Apprenticeship System). In einer einjährigen Pilotphase wurde das Konzept des arbeitspraktischen Lernens in Schuhfabriken in Portugal und Rumänien erprobt und ausgewertet. Die Projektpartner beider Länder haben die offizielle Anerkennung der dualen Methode für den Bereich der Schuhindustrie beantragt. Die rumänischen Kultusbehörden haben dies bereits umgesetzt.
Die duale Berufsausbildung zeichnet sich durch eine wirksame Form der Verknüpfung von Lernformen und -orten aus. Sie verbindet Lernen in realen Arbeitssituationen mit einer systematischen, stärker theoriegestützten und durch Allgemeinbildung ergänzten Wissensvermittlung in der Berufsschule. Die duale Berufsausbildung wird aber nur attraktiv bleiben, wenn sie sich neuen Lernkonzepten und Inhalten öffnet, damit sie ein Zukunftsmodell bleibt - so der Präsident des BIBB, Manfred Kremer.
Lernen im Betrieb findet häufig nicht in didaktisch organisierten Lernumgebungen statt, sondern am Arbeitsplatz. Hier treffen pädagogische und ökonomische Interessen aufeinander. Vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen, wie z. B. der Integration lernschwacher Jugendlicher in den Betrieb oder der strukturellen Verknüpfung informellen Lernens mit Fragen der Zertifizierung und Anerkennung, entwickelt sich betriebliches Lernen weiter. Insbesondere entstehen Lernformen, die die Vorteile informellen und formalen Lernens zu verbinden suchen. Allerdings ist betriebliches Lernen vergleichsweise wenig erforscht. Im Beitrag werden Spezifika betrieblichen Lernens benannt, Veränderungen in den Lernformen nachgezeichnet und Perspektiven für eine stärker interdisziplinär ausgerichtete betriebliche Berufsbildungsforschung aufgezeigt, die diese Veränderungen begleiten und mitgestalten kann.
Betriebe haben in vielfältiger Art und Weise Einfluss auf das Lernen Erwachsener. Sie sind sowohl Lernorte, Bildungsanbieter als auch Bildungsfinanziers. Im Prozess der Arbeit wird zufällig oder gezielt gelernt, vor allem größere Betriebe bieten eigene interne Kurse im Unternehmen an oder finanzieren ihren Beschäftigten die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen bei externen Bildungsanbietern. In diesem Beitrag wird auf der Grundlage der europäischen Unternehmensbefragung CVTS untersucht, welche Lernformen in der betrieblichen Weiterbildung in Deutschland und in Europa vorherrschen und ob das Angebot in den vergangenen Jahren in Deutschland in der Mehrzahl der Unternehmen vielfältiger geworden ist.
Lernen im Arbeitsprozess ist eine zentrale Qualifizierungsform in der dualen Berufsbildung und eng mit dem Leitbild beruflicher Handlungsfähigkeit verbunden. Die Beiträge in dieser BWP-Ausgabe gehen der Frage nach, wie Arbeitsprozesse lern- und kompetenzförderlich gestaltet werden können und beleuchten hierzu neben organisationsbezogenen auch didaktische Fragestellungen. Zudem zeigen sie auf, in welcher Form arbeitsplatznahe Lernformen in der Aus- und Weiterbildung genutzt werden können und auch tatsächlich genutzt werden. Im Editorial hebt BIBB-Präsident Manfred Kremer die hohe Wirksamkeit der Verknüpfung von Lernformen und -orten hervor und plädiert, dafür die Vielfalt an Kombinationen von praktischem und theoretischem Lernen stärker zu nutzen. Weitere Beiträge im Heft beschäftigen sich mit Modellen betrieblicher Lernzeitkonten und dem Vertrauen älterer Beschäftigter in die eigene Weiterbildungsfähigkeit. Zu den diesjährigen Hochschultagen Berufliche Bildung gibt Prof. Dr. Thomas Bals im Interview einen Einblick in das Programm.
In der betrieblichen Weiterbildung sind entsprechende Lernformen nach wie vor wenig verbreitet. Anhand eines Beispiels aus der Entsorgungswirtschaft wird ein Ansatz vorgestellt, wie Formen arbeitsbezogenen Lernens genutzt werden können, um den Praxisanteil der Fortbildung zum Kraftwerker zu strukturieren. Die Lernformen werden über das beschriebene Beispiel hinaus verortet und Merkmale zu ihrer Konstruktion benannt. Abschließend werden perspektivisch Fragen zur Anerkennung im Arbeitsprozess erworbener Kompetenzen thematisiert.
Benachteiligtenförderung ist seit langem ein Bestandteil des Berufsbildungssystems. Ursprünglich stand die Frage im Vordergrund, wie für die Jungarbeiter ein sinnvolles Bildungsangebot der Berufsschule entwickelt werden könnte. Später, in den frühen 70er Jahren, sollte das Berufsvorbereitungsjahr die "Problemgruppen" des Berufsbildungssystems aufnehmen. Parallel dazu entstanden die ersten berufsvorbereitenden Lehrgänge, finanziert durch die Bundesanstalt für Arbeit. 1980 begann das sog. "Benachteiligtenprogramm" mit ca. 600 Ausbildungsplätzen in außerbetrieblichen Bildungseinrichtungen, bei Bildungsträgern. 1988 wurde das Programm in das AFG übernommen und damit zu einem Regelangebot gemacht. Seit 1982 gehören auch die "ausbildungsbegleitenden Hilfen" zum Unterstützungsangebot für betriebliche Auszubildende. Seit geraumer Zeit tauchen jedoch Fragen bzw. Forderungen nach Optimierung des Fördersystems auf. Gezielte und individuelle Förderung, Optimierung der Lernformen, Verbesserung der sozialpädagogischen Betreuung und Anbindung an die betriebliche Praxis, Zertifizierung erworbener Kompetenzen sind Stichworte, die die aktuelle Diskussion prägen. Der Beitrag geht diesen Entwicklungen nach.
Angesichts des raschen Wandels von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft braucht das Handwerk angemessene Qualifizierungsstrategien zu dessen Bewältigung. Die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) als Kompetenzzentren sollen Mängel der kleinbetrieblichen Ausbildung des Handwerks kompensieren. Die dabei bewährte überbetriebliche Lehrgangsunterweisung braucht neue berufspädagogische Perspektiven. Einen neuen Einstieg in das lebenslange Lernen in der Informationsgesellschaft, orientiert an der Wirtschafts- und Arbeitsform des Handwerks, stellt das Lernen am virtuellen Kundenauftrag dar. Er ermöglicht, die Ganzheitlichkeit des Kundenauftrags zu erleben und stellt damit eine Ergänzung traditioneller Lernformen dar.
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