Die Fritsch GmbH in Steinwenden wurde 1949 als Elektrobetrieb gegründet. Heute beschäftigen Sie Fachkräfte aus vier Gewerken, hinzu kommt der kaufmännische Bereich. Der Familienbetrieb wird mittlerweile in dritter Generation geführt. Die Aus- und Weiterbildung der eigenen Fachkräfte spielt seit jeher eine zentrale Rolle. Welche Wege bei der Gewinnung und Qualifizierung von Auszubildenden und Beschäftigten verfolgt werden und wie Herausforderungen infolge der digitalen und sozial-ökologischen Transformation gemeistert werden, berichtet Julia Hunsicker in diesem Interview. Dabei richtet sie den Blick gerade auch auf die spezifischen Potenziale eines kleinen Betriebs.
Die Wärmebereitstellung befindet sich im Umbruch. Zukünftige Heizsysteme müssen ab 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Heizungen mit Erdgas und Erdöl sind Auslaufmodelle. Heizungsbau, Gasnetzbetrieb und Klimagewerke spielen für diesen Wandel eine Schlüsselrolle. Von den vielfältigen Möglichkeiten, Raumwärme mit verbesserter CO2-Bilanz zu produzieren, stellt dieser Beitrag die Wärmepumpe und die Verbrennung von Wasserstoff in Heizungen genauer vor und betrachtet mögliche Auswirkungen auf Berufsbilder und Aufgaben der Fachkräfte.
Der Europass präsentiert sich im fünfzehnten Jahr seines Bestehens als rundum erneuertes Online-Portal mit neuem Look und neuen Funktionen. Seit 2018 arbeitet die EU-Kommission daran, das Instrument für die Anforderungen der Digitalisierung fit zu machen und Synergien zu anderen europäischen Instrumenten und Portalen zu verstärken. Der Artikel befasst sich mit den Zielen und erweiterten Angeboten der neuen Plattform und stellt diese auch in Relation zu den bisherigen Europass-Dokumenten. Zudem wird der Zusammenhang mit anderen europäischen Instrumenten und Netzwerken erläutert.
Überbetriebliche Berufsbildungszentren (ÜBS) leisten einen wesentlichen Beitrag, Fachkräfte auf vielfältige Art und Weise aus- und weiterzubilden. Am Beispiel des Elektrobildungs- und Technologiezentrums e. V. (EBZ) Dresden wird im Beitrag der Auf- und Ausbau einer ÜBS vor dem Hintergrund der Entwicklungsprozesse nach der deutschen Wiedervereinigung beleuchtet. Insbesondere wird darauf Bezug genommen, wie die schrittweise Etablierung des EBZ sowohl in der Region als auch in bundesweiten Netzwerken durch veränderte Rahmenbedingungen und neue Herausforderungen begünstigt wurde und damit eine sukzessive Anpassung und Erweiterung des Bildungsangebots erfolgte. Abschließend werden Perspektiven für eine weitere Vernetzung im internationalen Raum skizziert.
Die Folgen des demografischen Wandels sind regional sehr unterschiedlich spürbar und führen in manchen Berufsfeldern bereits jetzt zu Fachkräfteengpässen.
Die Beiträge im Heft zeigen diese Entwicklungen auf und gehen der Frage nach, welche Herausforderungen sich daraus für das Bildungs- und Beschäftigungssystem ergeben. Nicht nur die Politik, sondern insbesondere Betriebe und Bildungseinrichtungen sind gefordert, diesen zum Teil einschneidenden Veränderungen mit innovativen Strategien zu begegnen. Hierzu präsentiert die BWP-Ausgabe Forschungsbefunde und praktische Ansätze, die gleichermaßen für Betriebe, Bildungsanbieter und regionale Netzwerke von Bedeutung sind.
In Verbindung mit dem Konzept Lebenslangen Lernens hat das Netzparadigma in den vergangenen Jahren zunehmend an Stellenwert gewonnen. Wenngleich Netzwerke durchaus kritisch betrachtet werden können, entstehen durch den Einzug netzwerkförmiger Arrangements im Bildungsbereich neue fachliche Gestaltungsaufgaben. In dem Beitrag werden neue professionellen Anforderungen an Netzwerk-Moderation und reflexiver Netzwerksteuerung beleuchtet. Mit der Veralltäglichung von Netzwerken als integrativer Bestandteil von Bildungsarbeit reichen bloße Problemlösungsversprechen nicht mehr aus. Angemessene Formen von Monitoring und Evaluation gewinnen an Stellenwert.
Netzwerkbildung ist ein Lösungsansatz, mit dem Bildungsträger vor allem im Berufsbildungsbereich versuchen, auf neue Marktanforderungen zu reagieren. Der Beitrag stellt einen im Rahmen von Modellversuchsarbeiten entwickelten Leitfaden eines "optimalen" Bildungsnetzwerks vor, der auf der Grundlage einschlägiger Ansätze aus der Unternehmensführung ausgestaltet wurde. Er kann als Orientierungshilfe dienen, um die Rahmenbedingungen in Netzwerken auf zentrale Erfolgsmerkmale hin zu untersuchen. Der Leitfaden wurde auch bei der im Modellversuch zu leistenden Netzwerkevaluation eingesetzt, deren Ergebnisse vorgestellt werden.
Der Umgang mit Vielfalt in der Berufsausbildung bei Ford ist aus der Diversity-Unternehmensstrategie der Ford Motor Company abgeleitet und fokussiert die Förderung der sozialen und persönlichen Kompetenzen der Auszubildenden. "Vielfalt als Lösung - nicht als Problem" lautet die Kurzfassung dieses Ansatzes. Das pädagogische Konzept der Ford-Berufsausbildung ist Gegenstand dieses Beitrags. Dargestellt werden Ansätze und Maßnahmen, die das Miteinander fördern und gleichzeitig individuelle Defizite der Auszubildenden kompensieren. Befragungen der Auszubildenden und Forschungsergebnisse belegen den Erfolg des Konzepts.
Die Einrichtung von Ausbildungsplätzen in neuen und neu gegründeten Ausbildungsberufen stellt hohe Anforderungen an die Unternehmen. Gerade hochspezialisierte Betriebe, die ihre Fachkräfte selbst ausbilden wollen, können meist nicht alle Bestandteile einer Ausbildungsordnung selbst vermitteln oder nur unter sehr hohem Aufwand. So sind die in den letzten Jahren im Bereich der neuen Technologien entstandenen Ausbildungspartnerschaften und branchenspezifischen Ausbildungsnetzwerke als eine zukunftsweisende Antwort auf diese Herausforderung zu verstehen. Die drei vorgestellten Praxisbeispiele zeigen, welches Potenzial das Instrument Ausbildungspartnerschaft zur Einführung neuer Ausbildungsberufe bereithält." Bei den Praxisbeispielen handelt es sich um die "Ausbildungskooperative Mechatroniker Bremen", das Dortmunder Ausbildungskonsortium Biologielaboranten und den Ausbildungsverbund Mikrotechnologie Berlin.
Seit der Rückbesinnung auf den Arbeitsplatz als Lernort muss sich die Berufsbildung unmittelbar mit dem dynamischen Wandel der Organisation von Arbeit und technischen Innovationen auseinander setzen. Sie wird dabei mit vielen neuen Herausforderungen konfrontiert. Eine davon bezieht sich auf die Entgrenzung inner- und zwischenbetrieblicher Arbeits- und Produktionsprozesse und deren Verknüpfung in übergreifenden Arbeits- und Wissensnetzwerken. Für berufliches Lernen sind dabei auch erfahrungsgeleitetes Lernen und Arbeiten und die damit zusammenhängenden verborgenen Seiten beruflichen Handelns von entscheidendem Interesse. Am Beispiel eines Modellversuchs zum Lernen und Arbeiten in Betriebsgrenzen überschreitenden Strukturen und Prozessen (Abnehmer-Zulieferer-Ketten im Fahrzeugbau) werden die gewonnenen Erfahrungen vorgestellt.
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