Die Modellrechnung befasst sich mit der Frage, ob sich ein höherer beruflicher Bildungsabschluss finanziell lohnt. Die dazu herangezogenen Daten basieren auf einer repräsentativen Querschnittserhebung von 24.000 Erwerbstätigen in den alten Bundesländern, der BIBB/IAB-Erhebung von 1991/1992. Die Brutto-Monatseinkommen werden für unterschiedliche Qualifikationsgruppen bis zu einem fiktiven Lebensalter aufsummiert. Die längeren Ausbildungs- und Ausfallzeiten während des Berufslebens werden dabei berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen, dass Fachhochschul- und Hochschulausbildungsgänge auch rein finanziell eine lohnende Investition darstellen.
Auf der Basis einer repräsentativen Erwerbstätigenbefragung (BIBB/IAB-Erhebung 1991/92) wird untersucht, welche Karrierewege den Abiturienten in Bezug auf Einkommen, beruflicher Zufriedenheit und Arbeitsplatzsicherheit den größten Erfolg versprechen. Erwerbstätige Abiturienten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden den Abiturienten gegenübergestellt, die nach dem Abitur andere Optionen wahrgenommen haben. Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse hervorzuheben: Abiturienten, die keine weiteren formalen Abschlüsse erworben haben, waren am häufigsten arbeitslos bzw. in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Diejenigen, die nach dem Abitur eine betriebliche oder schulische Berufsausbildung absolviert haben, erzielen zwar die niedrigsten Einkommen, ihre Arbeitsmarktchancen scheinen aber relativ günstig zu sein. Eine Doppelqualifikation (Berufsausbildung plus Hochschulstudium) bringt zwar keine finanziellen Vorteile, doch bezüglich der Sicherheit des Arbeitsplatzes und der beruflichen Zufriedenheit schneiden die Doppeltqualifizierten besser ab als Akademiker ohne Zusatzqualifikation.
Im Rahmen der BIBB/IAB-Erhebung 1991/92 wurden auch die Personen erfaßt, zu deren Aufgaben die Ausbildung von Lehrlingen gehört. Ihre Erwerbssituation wird untersucht und mit den Angaben der übrigen Befragten verglichen. Rund 5,3 Millionen Erwerbstätige beteiligen sich an der Qualifizierung von Auszubildenden. Die überwiegend männlichen Ausbilder sind schulisch und beruflich deutlich besser qualifiziert als Nichtausbilder und interessieren sich stärker für Weiterbildungsmaßnahmen. Ihre Arbeitsbedingungen sind tendenziell härter, die an sie gestellten Arbeitsanforderungen vielseitiger als die anderer Arbeitnehmer, und ihre wöchentliche Arbeitszeit ist überdurchschnittlich hoch. Trotzdem äußern sich Ausbilder deutlich zufriedener über ihre Tätigkeit.
Meldungen über wachsende Aufwendungen der Unternehmen für die Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter kennzeichnen die 80er und 90er Jahre. Wieviel Zeit und Geld Privatpersonen für ihre Weiterbildung aufwenden, war bis heute unbekannt. Die Bereitschaft von Privatpersonen, Kosten für die berufliche Weiterbildung selber zu tragen, ist von einer Vielzahl sozioökonomischer Faktoren abhängig. Die Wirkung solcher Faktoren auf Kosten und Nutzen beruflicher Weiterbildung steht im Mittelpunkt des Beitrages. Grundlage für diese Analyse ist eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu "Individuellen Kosten und Nutzen beruflicher Weiterbildung". Die Auswertung der Befragungsergebnisse zeigte, dass wachsende Teilnehmerzahlen in der beruflichen Weiterbildung als Ausdruck einer allgemeinen positiven Grundeinstellung gegenüber Bildungsmaßnahmen gesehen werden kann. Neben den Aufwendungen der Wirtschaft leisten die Teilnehmer einen erheblichen Eigenbetrag für ihre berufliche Qualifizierung. Die Vorstellung von eher geringen Ausgaben, die die einzelnen zu tragen haben, muß angesichts der ermittelten individuellen Kosten beruflicher Weiterbildung revidiert werden. Hinter den allgemeinen Durchschnittskosten für Weiterbildung je Teilnehmer von 1053 DM (West) und 848 DM (Ost) verbergen sich oft unterschiedliche Eigenbeiträge. So investierte z.B. durchschnittlich jeder einzelne aus der Gruppe der Facharbeiter nach seinen Angaben 75 (West) bzw. 65 Prozent (Ost) eines monatlichen Nettoeinkommens 1992 in seine Weiterbildung.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat 1991/1992 in den neuen Ländern eine Repräsentativstudie durchführen lassen mit dem Ziel, den Anteil der Ungelernten in der Altersgruppe der 20- bis 24-jährigen Wohnbevölkerung zu ermitteln, sowie die jungen Erwachsenen ohne anerkannte Berufsausbildung nach ihrer beruflichen Situation und ihren Perspektiven zu befragen.
Im Rahmen eines BIBB-Forschungsprojekts wurden junge Erwachsene aus den neuen Bundesländern, die eine Berufsausbildung abgeschlossen hatten oder zum Erhebungszeitpunkt Auszubildende, Schüler oder Studenten waren, zu ihren beruflichen Plänen befragt. Untersucht wurde u.a., welche beruflichen Veränderungen die jungen Erwachsenen im kommenden Jahr anstreben und wo sie ihre beruflichen Pläne verwirklichen wollen. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Befragung wurden Schlussfolgerungen für die Berufsbildungs- und Arbeitsmarktpolitik in den neuen Bundesländern gezogen.
Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse zweier Repräsentativstudien über junge Erwachsene ohne anerkannten Berufsabschluss von 1990 in den alten und 1991/92 in den neuen Bundesländern vor. In den alten wie auch in den neuen Bundesländern setzt sich der Personenkreis der jungen Erwachsenen ohne anerkannte Berufsausbildung aus sehr heterogenen Teilgruppen zusammen. Aufgrund des hohen Anteils von Arbeitslosen und von Erwerbstätigen ohne anerkannte Berufsausbildung in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist diesem Personenkreis dringend der Weg in stabile Beschäftigungsverhältnisse zu öffnen.
Am 24. und 25.10.1991 fand im BIBB eine Fachtagung der Modellversuchsreihe "Berufliche Qualifizierung von Erwachsenen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben und ein besonderes Arbeitsmarktrisiko tragen" statt. An der Tagung, die unter dem Thema stand "Umschulung - ein Weg zur Verbesserung der beruflichen Situation von Frauen'?", nahmen die Projektleiter und -Ieiterinnen sowie die wissenschaftlichen Begleitpersonen der frauenspezifischen Modellversuche teil.
Mit der Koordination der EG-Initiative NOW zur Förderung der beruflichen Chancengleichhe.it von Frauen hat das Bundesinstitut für Berufsbildung eine neue Aufgabe übernommen. Diese Initiative, von der Kommission der Europäischen Gemeinschaft am 18. Dezember 1990 beschlossen, bietet den Mitgliedsstaaten der EG die Möglichkeit, durch gemeinsame Finanzierung aus den Strukturfonds der EG Maßnahmen durchzuführen.
1991 stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen in den alten Bundesländern um 11,7 Prozent auf durchschnittlich 838 DM pro Monat an. Dies war die stärkste Vergütungserhöhung in den letzten 15 Jahren. Selbst die hohe Steigerungsrate in 1990, die mit 8,1 Prozent im Vergleich zu den achtziger Jahren bereits ein herausragendes Ergebnis darstellte, wurde noch erheblich übertroffen.
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