Seit dem vergangenen Jahr werden im Rahmen eines Forschungsprojekts im Bundesinstitut für Berufsbildung Gemeinsamkeiten und Unterschiede kaufmännisch-betriebswirtschaftlicher Ausbildungsberufe untersucht. Hierzu werden systematisch entsprechende Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrpläne hinsichtlich ihrer Lerninhalte und Kompetenzbeschreibungen analysiert. Der Beitrag stellt die Entwicklung und Anwendung eines computergestützten Analyseinstruments und die dabei auftretenden Probleme vor. Das gewählte Verfahren bietet die Möglichkeit, umfangreiche Dokumente zu analysieren und zugleich ein Instrumentarium zu entwickeln, das systematische Berufsvergleiche erlaubt. Damit wird eine lange Zeit vernachlässigte Fragestellung der Berufsbildungsforschung wieder aufgegriffen.
Mit der Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung eines europäischen Bezugsrahmens für Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQARF) sollen die Mitgliedstaaten bei ihren Qualitätssicherungsaktivitäten durch die Festlegung gemeinsamer Kriterien und Grundsätze und die Entwicklung von Leitlinien für Qualitätsstandards unterstützt werden. Damit steht ein Instrumentarium zur Verfügung, dessen Ziel es ist, auf freiwilliger Basis eine Kultur der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung zu entwickeln und somit zur Förderung des lebenslangen Lernens auf allen Ebenen beizutragen. Im Beitrag wird der Referenzrahmen in seinen zentralen Zielsetzungen vorgestellt. Dabei werden auch Meilensteine der Entwicklung und Umsetzung benannt sowie Wirkungspotenziale auf nationaler Ebene reflektiert.
Ausbildungsordnungen sind die rechtlichen Rahmenvorgaben, die die Auszubildenden zur Berufsfähigkeit durch Handlungsorientierung führen sollen. Selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren sind Gegenstand der Ausbildung und in der Abschlussprüfung nachzuweisen. Untersuchungen des BIBB zeigen, dass die Handlungsorientierung im Prüfungsbereich von den Akteuren angenommen wurde, zugleich aber auch nach Jahrzehnten der Normierung enormer Handlungsbedarf insbesondere bei schriftlichen Prüfungsaufgaben besteht. Der Beitrag stellte ein BIBB-Projekt vor, in dem eine internetbasierte Anwendung zur Erstellung von handlungsorientierten Prüfungsaufgaben (Werkzeugkasten) entwickelt wurde.
Kompetenzansätze sind das bevorzugte Paradigma nationaler und internationaler Bildungspolitiken für die neuen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. In der Umsetzung gilt es, hierfür geeignete Möglichkeiten zur Erfassung und Bewertung von Kompetenzen bereitzustellen. Zahlreiche Kompetenzbilanzen bieten bereits ein entsprechendes Instrumentarium an. Bei diesen steht zumeist die individuelle berufliche Orientierung und Weiterentwicklung im Vordergrund; sie basieren überwiegend auf einer multidimensionalen, eher analytischen Kompetenzkonzeption, bei der u.a. Wissen, Fertigkeiten, Einstellungen und Verhalten Dimensionen von Kompetenz abbilden. Das schweizerische Kompetenzmanagementsystem, die französische Kompetenzbilanz und die norwegische Realkompetanse-Dokumentation, die im Beitrag betrachtet werden, sind herausgehobene Beispiele der Entwicklung und Anwendung von Kompetenzbilanzen.
Ein wirksames Instrumentarium zur gezielten Innovationsorientierung und -förderung inhaltlich zentraler Felder der Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung Deutschlands stellen sogenannte Leitprojekte dar. Sie werden von der Bundesregierung in ausgewählten Themenfeldern öffentlich ausgeschrieben. Für das Themenfeld "Nutzung des weltweit verfügbaren Wissens für Aus- und Weiterbildung und für Innovationsprozesse" hat das Bundesinstitut für Berufsbildung im Auftrag des BMBF die Projektträgerschaft übernommen. Die in dem Beitrag vorgestellten fünf Leitprojekte dieses Themenfeldes, deren Ergebnisse perspektivisch zu einem gezielten und bedarfsorientierten Einsatz der neuen IuK- Technologien in der beruflichen Bildung führen sollen, sind: L - lebenslanges Lernen, MedicDAT, SENEKA - Service- Netzwerke für Aus- und Weiterbildungsprozesse, VSC - Vernetztes Studium Chemie, VFH - Virtuelle Fachhochschule für Technik, Informatik und Wirtschaft.
Der Modellversuch "Qualitätssicherung in der Weiterbildung - Anwendungsorientierung und Integration aller Beteiligten als Qualitätskriterien im Weiterbildungsprozeß", gefördert vom Bundesinstitut für Berufsbildung aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, der 1995 seine Arbeit aufgenommen hatte, ist abgeschlossen. Am 21./22. April 1998 fand im tbz Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn die Abschluß-Fachtagung statt. Die Teilnehmer diskutierten in Arbeitsgruppen die Konsequenzen, die sich aus der Erprobung des Instrumentariums zur Qualitätssicherung der Weiterbildung für Bildungsträger ergeben. Hierbei interessierten besonders Aspekte wie Kosten/ Nutzen des vorgestellten Qualitätskonzepts sowie die personellen und organisatorischen Voraussetzungen beim Bildungsträger zur Umsetzung dieses Konzepts.
Teamfähigkeit von Auszubildenden soll bereits in der Ausbildung eingeschätzt und gezielt gefördert werden. Im Rahmen eines Modellversuchs des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde ein "Flexibles Inventar zur Einschätzung und Förderung des Teamverhaltens" (TEAM-FIT) entwickelt, das nun in einem überbetrieblichen Transfer erprobt und evaluiert wird. Das Instrumentarium besteht aus vier Modulen, die das allgemeine Teamverhalten innerhalb der Ausbildung, die Integration der Auszubildenden in eine betriebliche Gruppe, das Teamverhalten zwischen Gruppennormen und Veränderungsprozessen und das Führungsverhalten von Ausbildern im Hinblick auf ihren Umgang mit den Auszubildenden während der Gruppenarbeit erfassen.
Mit dem neuen Anforderungskatalog der Bundesanstalt für Arbeit vom November 1996 wurde die bisherige Qualitätssicherung für AFG-geförderte Bildungsmassnahmen weiterentwickelt. Das neue Instrument wird vorgestellt, Etappen der Qualitätssicherung in der AFG-geförderten Weiterbildung und der Zusammenarbeit zwischen der Bundesanstalt und dem Bundesinstitut für Berufsbildung werden skizziert und Vorschläge für eine Modernisierung der Qualitätssicherung umrissen. Schließlich geht der Beitrag der Frage nach, wieweit bei dem neuen Anforderungskatalog Entwicklungen der aktuellen Qualitätsdiskussion berücksichtigt wurden.
In dem Beitrag werden die Grundlagen der Qualitätssicherung von Weiterbildungsmaßnahmen und die Kernpunkte der Förderungspraxis skizziert. Seit Inkrafttreten des Arbeitsförderungsgesetzes (AFG) hat die Qualitätssicherung drei Entwicklungsphasen durchlaufen: In der ersten Phase (1969-1975) erfolgte Qualitätssetzung und -sicherung der AFG-geförderten Weiterbildung vor allem über die Professionalisierung, die durch die Abschlüsse angestrebt wurde. In der zweiten Phase (1976-1989) wurde zum einen ein vom Bundesinstitut für Berufsbildung entwickelter Begutachtungskatalog eingesetzt, zum anderen wurden von der Bundesanstalt für Arbeit 1989 Qualitätsstandards für die Fortbildung und Umschulung (FuU-Qualitätsstandards) verabschiedet, die ein umfassendes Qualitätsförderungs- und -sicherungskonzept repräsentieren. Die dritte Entwicklungsphase der Qualitätssicherung ist im wesentlichen geprägt von administrativen Maßnahmen mit dem Ziel einer Marktbereinigung, d.h. das bisherige Qualitätskonzept wurde ausgestaltet und durch zahlreiche Einzelregelungen ergänzt. Abschließend werden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Qualitätssicherungsinstrumentariums anhand der bisherigen AFG-Standards und internationaler Normen diskutiert und konkrete Vorschläge zur künftigen Qualitätssicherung entwickelt.
Der Schwerpunkt der Aktivitäten der Europäischen Gemeinschaft im Bereich beruflicher Qualifikationen lag bis in die 80er Jahre bei Maßnahmen zur Beseitigung von Hindernissen für die in den Römischen Verträgen verankerte Freizügigkeit der Arbeitnehmer auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Das rechtliche Instrumentarium im Hinblick auf die Anerkennung beruflicher Abschlüsse ist inzwischen weitgehend ausgeschöpft. Das bisher entwickelte Instrumentarium zur Förderung der Transparenz von Qualifikationen kann in der Praxis nicht überzeugen. Die zukünftigen strategischen Herausforderungen der europäischen Berufsbildungspolitik liegen weniger im Bereich der Anerkennung und Transparenz von Qualifikationen, als darin, die Leistungsfähigkeit der nationalen Berufsbildungssysteme im Hinblick auf die Herausforderungen durch den europäischen Integrationsprozeß und den globalen Wettbewerb mit anderen Wirtschaftszonen zu fördern.
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