Die Abschlussprüfungen in der dualen Berufsausbildung stehen unter einem enormen Modernisierungsdruck. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt "Arbeitnehmerbeauftragte im Prüfungswesen in der digitalen Arbeitswelt" (APdA) hat sich mit diesen Veränderungen ausführlich beschäftigt und mit dem Diskussionspapier zur "Dualen Kompetenzprüfung" einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der Prüfungen im dualen System vorgelegt. Hintergründe und zentrale Forderungen werden im Beitrag vorgestellt.
Die Daten der OECD weisen im Zeitraum von 1995 bis 2010 einen enormen Zuwachs von Teilnehmenden an akademischen Bildungsgängen aus. Gleichzeitig stagnieren berufs- und praxisbezogene Bildungsgänge im tertiären Bildungsbereich. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit es vor diesem Hintergrund gerechtfertigt ist, von einer Akademisierung zu sprechen, oder ob die inhaltliche Ausgestaltung der tertiären Bildungsprogramme nicht eher in eine »berufsorientierte« Richtung driftet.
Die Vertreterin der GEW wurde zu einigen Eckpunkten aus dem Positionspapier der GEW zur Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems in Deutschland befragt. Angesprochen wurde die Position der GEW zum Pluralen Berufsbildungssystem, zur Rolle der schulischen Berufsausbildung, zur qualitativen Verbesserung der Ausbildung und zur Situation der beruflichen Weiterbildung. Die GEW hält es für erforderlich, das bestehende Mischsystem von unterschiedlichen Berufsbildungsgängen anzuerkennen und zu einem pluralen Berufsbildungssystem weiterzuentwickeln. Es gehe darum, das duale betriebliche Ausbildungssystem in sinnvoller Weise zu ergänzen. Für die Weiterbildung wird eine stärkere Systematisierung oder Regulierung durch bundesgesetzliche Normen gefordert.
Der Beitrag beschreibt drei diskussionsleitende Qualitätskonzepte - die Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff., das EFQM-Konzept und die Selbstevaluation - in ihrer konzeptionellen Grundlage und ihrer Umsetzung und bewertet sie in ihren Vor- und Nachteilen. Anschliessend werden zwei neue Ansätze zur Qualitätsentwicklung vorgestellt, der Bildungstest und das Qualitätstestat. Einrichtungen und Förderer stehen vor der Frage, wie sie mit dieser Vielfalt umgehen. Um den Weiterbildungseinrichtungen die Orientierung zu erleichtern, werden zehn Kriterien zur Beurteilung von Qualitätskonzepten benannt, mit denen die Eignung abgeschätzt werden kann. Der Verfasser zieht das Fazit, dass die Phase des Experimentierens sich dem Ende zuneigt und dass jetzt nach vergleichbaren Konzepten gesucht wird, die dem Wunsch nach professionellen Impulsen für Einrichtungen, Teilnehmende und Förderinstanzen nach Markttransparenz und Orientierung gerecht werden.
In dem Beitrag werden die konstitutiven Elemente einer Institutionalisierung von Lernortkooperationen vorgestellt, die Lernortkooperationen selbst zum Motor beständiger Innovationen im dualen System entwickeln sollen. Institutionalisierung von Kooperationen bezieht sich auf vier Faktoren, die sich wechselseitig bedingen und unterschiedlich ausgeprägt sein können: Kommunikationsstrukturen, Normen, organisatorische Strukturen, rechtliche Regelungen. Entwickelt und erprobt wurden sie im Rahmen des Modellversuches kobas "Verbesserung der Kooperation zwischen Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben im dualen System der Berufsausbildung".
Teamfähigkeit von Auszubildenden soll bereits in der Ausbildung eingeschätzt und gezielt gefördert werden. Im Rahmen eines Modellversuchs des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde ein "Flexibles Inventar zur Einschätzung und Förderung des Teamverhaltens" (TEAM-FIT) entwickelt, das nun in einem überbetrieblichen Transfer erprobt und evaluiert wird. Das Instrumentarium besteht aus vier Modulen, die das allgemeine Teamverhalten innerhalb der Ausbildung, die Integration der Auszubildenden in eine betriebliche Gruppe, das Teamverhalten zwischen Gruppennormen und Veränderungsprozessen und das Führungsverhalten von Ausbildern im Hinblick auf ihren Umgang mit den Auszubildenden während der Gruppenarbeit erfassen.
Der Beitrag behandelt Funktionen und Ziele der Qualitätssicherung in der beruflichen Weiterbildung, beschreibt Instrumente und Verfahren, zugrunde gelegte Qualitätskriterien und Zertifizierungsinhalte sowie bisherige Erfahrungen mit den verschiedenen Ansätzen. Analysiert werden im einzelnen die Stärken und Schwächen von Gütesiegelverbünden sowie die Stärken und Schwächen der ISO-Zertifizierung. Zusammenfassend wird festgestellt, dass sich die ISO- Zertifizierung auf verbindliche Verfahren der Überprüfung konzentriert und die Diskussion inhaltlicher Qualitätskriterien vernachlässigt, während sich die Gütesiegelverbünde auf die Entwicklung inhaltlicher Qualitätskriterien konzentrieren und den Einsatz verbindlicher Kontrollverfahren vernachlässigen. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen zur Verbesserung der Transparenz, zur Professionalisierung des Bildungspersonals, zum Ausbau der Selbstkontrolle und zur externen Kontrolle beruflicher Weiterbildung.
Die Fachtagung diente der Präsentation und Diskussion eines aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie geförderten und vom Bundesinstitut für Berufsbildung fachlich betreuten Modellversuchs, in dem ein berufspädagogisch fundiertes Verfahren zur Prozessevaluation von Weiterbildung entwickelt und erprobt wird. Anhand von Leitfäden zur Qualitätssicherung werden den Weiterbildungsträgern Hilfestellungen und Anregungen gegeben, wie sich die Qualität der Weiterbildung verbessern lässt. Den drei Durchführungsträgern des Modellversuchs geht es darum, die Anwendung von Zertifizierungen nach der internationalen Normenreihe DIN/EN/ISO 9000 ff. durch eine mit berufspädagogischen Inhalten verknüpfte Qualitätssicherung zu ergänzen. Der Beitrag nennt die Diskussionsschwerpunkte der Tagung und skizziert die ersten Erfahrungen aus dem Modellversuch.
Die Lebenslage und Ausbildungssituation von Jugendlichen in den neuen Bundesländern ist Gegenstand einer Langzeitstudie des Bundesinstituts für Berufsbildung. Untersucht wird, wie sich neben der konkreten Berufswahl, der Aufnahme einer Ausbildung und dem Ausbildungsverlauf unter anderem auch die Normen und Wertvorstellungen der ostdeutschen Jugendlichen in einer Phase des Umbruchs entwickeln. Der Beitrag berichtet über ausgewählte Ergebnisse des ersten Paneels von 1993 zu Fragen der Gewaltbereitschaft und zu ausländerfeindlichen Einstellungen. Die Antworten der Jugendlichen deuten darauf hin, dass sie zum größten Teil nicht als gewaltbereit zu bezeichnen sind, dass sie aber dennoch anfällig dafür sind, ihren Ohnmachtsgefühlen auch gewaltsam Ausdruck zu verleihen.
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