Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Allerdings profitieren nicht alle Personengruppen gleichermaßen vom Aufschwung am Arbeitsmarkt. Vor allem unter den Arbeitslosen aus dem Rechtskreis des SGB II gibt es eine fatale Tendenz zur Verstetigung von Exklusion. Dies ist besonders problematisch, wenn die Exklusion vom Arbeitsmarkt junge Menschen am Beginn ihrer Erwerbsbiografie trifft. Im Beitrag wird das Pilotprojekt »ZIEL – Zielgerichtete Integration junger Langzeitarbeitsloser« in Sachsen vorgestellt und untersucht, welchen Beitrag es leisten kann, den Teufelskreis von Arbeitslosigkeit, Verlust an Beschäftigungsfähigkeit und Qualifikationsverschleiß zu durchbrechen.
The labour market situation has seen positive development in recent years. Demand for skilled workers has risen and the number of unemployed has fallen. However, not all groups of people benefit equally from the upturn in the labour market. For the unemployed who qualify for benefits under the jurisdiction of the Second Book of the Social Code (SGB II), the entrenchment of exclusion is a fatal trend. This is especially problematic when young people’s exclusion from the labour market occurs at the beginning of their employment biography. The article introduces the pilot project “ZIEL – Zielgerichtete Integration junger Langzeitarbeitsloser” [Goal – goal-directed integration of the young long-term unemployed] in Saxony and investigates how it can help to break the vicious cycle of unemployment, diminishing employability and erosion of qualifications.
In Deutschland werden ältere Menschen vom Arbeitsmarkt systematisch ausgeschlossen. Im Beitrag werden Lösungswege einer "Good-Practice" für eine adäquate Integrationsförderung der am Arbeitsmarkt am stärksten benachteiligten Zielgruppe aufgezeigt. Im Rahmen einer Initiative Perspektive 50plus "Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" wird in Nürnberg das Konzept der AktivFirma nach der Methode der Arbeitsfabrik erfolgreich erprobt. Erste Ergebnisse zeigen eine positive Bilanz. Neben dem direkten Übergang in eine Beschäftigung gibt es besondere Fortschritte im Bereich der sozialen Integration.
In dieser Ausgabe werden unterschiedliche Förderansätze vorgestellt: Angefangen von Ausbildungspatenschaften im Rahmen eines überregionalen Übergangsmanagement, der Ausbildung behinderter Menschen im "regulären" Berufsbildungssystem bis hin zu innovativen Konzepten zur Förderung und Qualifizierung älterer Langzeitarbeitsloser. Im Kommentar "Förderung durch Differenzierung" hebt Professor Dr. Reinhold Weiß, Forschungsdirektor des BIBB, hervor, dass ergänzende Förderkonzepte notwendig sind, die den sehr unterschiedlichen Lernmotiven, Entwicklungszielen, Lernvoraussetzungen und Begabungen der Auszubildenden Rechnung tragen. In der Rubrik Diskussion werden Ausbildungsbausteine als Modell zur Modernisierung des Berufsbildungssystems in den Blick genommen.
In dem Beitrag wird untersucht, inwieweit soziale Faktoren für die hohen Abbruchsquoten bei der Umschulung Langzeitarbeitsloser mitverantwortlich sind. Hierzu werden die Ergebnisse von Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen mit 39 Umschülern referiert. Es zeigte sich, daß vor allem dort Lernprobleme auftreten, wo der Zwang zu einem zusätzlichen Gelderwerb und beengte räumliche Verhältnisse bestehen. Ferner wirken sich eine mangelhafte sozialpädagogische Betreuung, Kommunikationsprobleme mit dem Arbeitsamt und die Belastung durch eine Kinderbetreuung negativ aus. Abschließend werden Verbesserungsvorschläge gemacht.
In dem Beitrag werden zwei Gruppen von Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose dargestellt, die von Betrieben und Bildungswerken der Wirtschaft angeboten werden. Zum einen handelt es sich um Übungswerkstätten, in denen während der halbjährigen Dauer Teil-Berufsfeld-Qualifikationen erworben werden können. Zum anderen werden in einer Modellversuchsreihe Langzeitarbeitslose betrieblich umgeschult. Die konzeptionelle Gestaltung dieser Umschulungen wird kurz beschrieben und bewertet.
Seit 1980 führt die Volkshochschule Ostkreis Hannover im Auftrag des Arbeitsamtes Celle Vorförderungsmaßnahmen für längerfristig Arbeitslose durch. Die Idee zu einer Konzipierung von speziellen Vorförderungsmaßnahmen "Das Lernen lernen", die sich von den "klassischen" Motivationskursen unterscheiden und sich speziell an solche Teilnehmer richten sollten, die kurz vor einer Umschulungs- oder anderen Bildungsmaßnahme stehen, entstand auf dem Hintergrund der 1981 von Harke beschriebenen fast dreißigprozentigen Abbrechquote von Umschülern (BWP 3/1981). Daß neben finanziellen Problemen von diesem Teilnehmerkreis vor allem Lernprobleme, Prüfungs- und Leistungsdruck, aber auch psychosoziale wie familiäre Probleme als die Hauptbelastungen während Bildungsmaßnahmen angegeben wurden, führte zu einer vor allem auf die individuell-lebensgeschichtlichen Lernhemmungen und -probleme abzielenden Kurskonzeption.
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