Die Kommunikation zwischen ärztlichem und pflegendem Personal in Spitälern findet zunehmend digital statt. Informations- und Kommunikationstechnologien wie klinische Informationssysteme sollen beide Berufsgruppen in einer effizienteren Arbeitsweise sowie einer verbesserten Kommunikation unterstützen. Gleichzeitig ist ihre Nutzung anforderungsreich und kann im Arbeitsalltag zu zusätzlicher Belastung und Stress führen. Sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Pflegefachpersonen benötigen daher digitale Kompetenzen, um die Kontinuität der Patientenversorgung sicherzustellen und Behandlungsfehler zu vermeiden. Der Beitrag analysiert beobachtete Situationen digitaler interprofessioneller Kommunikation in Schweizer Spitälern und zeigt zentrale Kompetenzanforderungen und technologiebedingte Belastungen aus der Perspektive der Pflege.
Zwischenmenschliche Interaktionen im Arbeitsalltag von Medizinischen Fachangestellten stellen häufig hohe sozial-emotionale Anforderungen an sie. Um Überforderung und Belastungen vorzubeugen, sollten bereits Auszubildende einen guten Umgang mit diesen Anforderungen lernen. Im Beitrag wird anhand einer Befragung von Auszubildenden untersucht, inwiefern Ausbildungsbetriebe den zwischenmenschlichen Umgang, gute Kommunikation und den Umgang mit Emotionen im Team thematisieren und inwiefern dies mit der Ausbildungszufriedenheit zusammenhängt.
Der Weg zur Arbeit und damit empfundene Belastungen haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten. Sofern dies auch für Auszubildende zutrifft, stellt sich die Frage, ob jene, die eine größere Distanz zu ihrem Ausbildungsbetrieb zurücklegen müssen, eher geneigt sind, ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig zu lösen, als junge Menschen die ihre Ausbildungsstelle am Wohnort haben. Im Beitrag wird auf Basis der Berufsbildungsstatistik dieser Frage nachgegangen.
Gesellschaftliche Debatten um systemrelevante Berufe im Kontext der Coronapandemie haben Fragen der Wertigkeit und Wertschätzung beruflicher Tätigkeiten jenseits ökonomischer Kriterien intensiviert. Mit dem Vergleich von zwei Listen systemrelevanter Berufe verbinden wir die Beschreibung der Wertigkeit anhand von Merkmalen wie Arbeitslohn, Berufsprestige und Arbeitsbelastung mit Analysen zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten in diesen Berufen. Mit der Frage, ob sich die Lasten oder Verantwortungen in Krisenzeiten gleichmäßig auf Beschäftigte aller Qualifikationsniveaus verteilen, möchten wir eine erweiterte Perspektive auf die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung eröffnen. Als Datengrundlage dient die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2018.
Die aktuellen Herausforderungen der Corona-Pandemie berühren eine Vielzahl von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen, nicht zuletzt auch das Bildungssystem. Hier werden insbesondere die Effekte für das Schulwesen und für Schülerinnen und Schülern in den Blick genommen. Weniger prominent diskutiert, dennoch zentral, sind jene für die Hochschulen und die Studierenden. Denn auch hier ist durch die Verlagerung von Lehren und Lernen aus dem analogen in den digitalen Raum eine erhöhte Belastung für die Studierenden erwartbar. Auf Grundlage einer Online-Befragung von Lehramtsstudierenden geht der Beitrag der Frage nach, ob ein solches vermutetes höheres Belastungserleben auch mit einer veränderten Erwartung über den Studienerfolg, insbesondere mit einer erhöhten Intention zum Studienabbruch, einhergeht.
Als zentraler Bestandteil des Gesundheitssystems haben Medizinische Fachangestellte (MFA) insbesondere in der aktuellen Pandemiesituation eine hohe Systemrelevanz. Auszubildende für diesen Beruf zu gewinnen und langfristig zu halten, ist folglich ein wichtiges gesellschaftliches Ziel. Anhand von Daten einer Online-Umfrage wird in diesem Beitrag beleuchtet, welche konkreten Belastungen sich für diese Zielgruppe während der Ausnahmesituation der Corona-Pandemie ergeben und welche Rolle sie für die Arbeitszufriedenheit der Auszubildenden spielen.
Die neuen Rahmenpläne zur Pflegeausbildung fordern u. a. Kompetenzen zum interprofessionellen Denken und Handeln sowie zur Bewältigung unvermeidbarer beruflicher Belastungen ein. Konsistente Modellierungen dieser Kompetenzen stehen jedoch bislang aus. Das Projekt EKGe soll dazu theortische und empirische Grundlagen liefern.
Nach allgemeinem Konsens weist der Lehrerberuf ein hohes Stressniveau auf, und das Thema "Resilienz von Lehrkräften" findet im wissenschaftlichen und politischen Kontext zunehmendes Interesse. Auf der Grundlage einer Schweizer Studie zu Lehrkräften an beruflichen Schulen erläutert dieser Beitrag die vielfältigen kontextuellen und individuellen Faktoren, die zur Resilienz von Lehrkräften beitragen. Die Erkenntnisse verdeutlichen, dass zur Förderung von Resilienz systemische Maßnahmen auf mehreren Ebenen nötig sind. Insbesondere muss man Lehrkräften die geeigneten Kompetenzen zur Bewältigung komplexer und heterogener Unterrichtsaufgaben vermitteln, ihr Gefühl der Berufung stärken und ein kollegiales und unterstützendes Schulumfeld fördern.
Der Übergang von der Schule ins Berufsleben ist für Jugendliche und junge Erwachsene mit vielfältigen Herausforderungen und Belastungen verbunden. Hinzu kommt ein durch digitale Medien geprägter Lebensstil. Dies führt häufig zu Überlastungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Anhand einer Gesundheits- und Belastungsanalyse zeigt der Beitrag Gesundheitsrisiken im Jugendalter auf. Dabei richtet sich der Blick vor allem auf die Auswirkungen eines hohen Medienkonsums und Schlafdefizits. Auf dieser Grundlage werden Gesundheitsfördermaßnahmen abgeleitet und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung in der Ausbildung benannt.
Eine abgeschlossene Berufsausbildung hat für Erwerbspersonen auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen großen Wert. Sie verringert das Risiko von Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung gegenüber Personen ohne Berufsabschluss. Solche Durchschnittsbetrachtungen sind wichtig, sie verschleiern jedoch auch die teils große Varianz innerhalb der Gruppe beruflich Qualifizierter. Ziel des Beitrags ist es, Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt berufsspezifisch zu analysieren. Dies erfolgt auf der Grundlage der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung, die umfassende Möglichkeiten bietet, Erträge auf dem Arbeitsmarkt zu analysieren und gleichzeitig auch berufsbedingte Belastungen zu berücksichtigen. Inwieweit Belastungen und Benachteiligungen auf Berufsebene über Löhne kompensiert werden, ist eine weitere Forschungsfrage, die in diesem Beitrag aufgegriffen wird.
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