Berufsübergreifende Kompetenzen werden seit Langem als Möglichkeiten gesehen, die berufliche Bildung breiter und zukunftsorientierter aufzustellen. Allgemein gilt das von Mertens 1974 veröffentlichte Plädoyer für ein Konzept von Schlüsselqualifikationen als Startpunkt der Bildungsdiskussion, in der vor allem das Spannungsverhältnis zwischen berufsspezifischen und berufsübergreifenden Kompetenzen im Fokus steht. Dieses Spannungsverhältnis wird im Beitrag anhand folgender Fragen beleuchtet: Wie sind berufsübergreifende von berufsspezifischen Kompetenzen abzugrenzen? Können berufsspezifische Kompetenzen über ihren unmittelbaren Handlungskontext hinaus transferiert werden und wie können sie in der Aus- und Weiterbildung vermittelt bzw. im Betrieb erworben werden? Der Beitrag benennt einige Kernpunkte der Diskurse und verweist abschließend auf die Notwendigkeit der Förderung von berufsübergreifenden Kompetenzen an den verschiedenen Lernorten der Berufsbildung.
Im Rahmen der BMBF/BIBB-Initiative »Berufsbildung 4.0 – Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen« hat ein Projektteam im BIBB von 2016 bis 2018 Berufescreenings durchgeführt. Für 14 anerkannte Ausbildungsberufe wurden Auswirkungen der Digitalisierung untersucht. Der Beitrag beschreibt die Vorgehensweise im Projekt und bündelt Erkenntnisse aus den verschiedenen Teilstudien. Dabei richtet sich der Blick auf jene Kompetenzen, die berufsübergreifend als besonders wichtig eingeschätzt wurden. Ein Vorschlag, wie diese im Rahmen einer veränderten didaktischen Gestaltung gefördert werden können, die bereits in den Ausbildungsordnungen Berücksichtigung findet, wird abschließend skizziert.
Jährlich legen rund 30.000 Absolventinnen und Absolventen ihre Prüfung in bundeseinheitlichen kaufmännischen Fortbildungsberufen auf Meister-/ Bachelorebene ab. Ihre Bedeutung und die Zuordnung der Abschlüsse auf Niveau 6 des DQR förderten in den vergangenen Jahren konzeptionelle Entwicklungen zur Standardisierung dieser Fortbildungsregelungen. Der Beitrag zeigt Funktionen dieser Berufe auf, stellt die handlungs- und prozessorientierte BIBB-Konzeption für berufsübergreifende Qualifikationen (BeQua) vor und gibt Einblick in Strukturdiskussionen, die mit der Umsetzung in künftigen Verordnungen einhergehen.
Every year around 30,000 individuals in Germany complete an examination for nationally standardised, advanced vocational qualifications in commercial occupations at Master Craftsman/Bachelor level. The significance of these occupational qualifications and their assignment to Level 6 of the German national qualifications framework (DQR) have encouraged the development of strategies for standardising the relevant advanced training regulations over the past few years. The article sets out functions of these occupations, presents BIBB’s action and process-oriented conception for qualifications spanning various occupations (berufsübergreifende Qualifikationen, BeQua), and gives an insight into discussions about structures which accompany the implementation of these in future training regulations.
Markus Bretschneider; Katrin Gutschow; Barbara Lorig
Mit Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) liegt ein bildungsbereichsübergreifendes Kompetenzverständnis vor, das auf Handlungskompetenz ausgerichtet ist. Doch was bedeutet dieses Verständnis für die Prüfungen im dualen System? Im Beitrag werden ausgewählte Ergebnisse eines BIBB-Forschungsprojekts vorgestellt, in dem die bestehende Prüfungspraxis in vier ausgewählten Berufen untersucht wurde. Am Beispiel des Berufs Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen – Fachrichtung Versicherung werden in diesem Beitrag Prüfungsanforderungen, Aufgabenstellungen und Beurteilung der Prüfungsleistungen bezüglich der Orientierung an Kompetenzen in den Blick genommen. Abschließend werden berufsübergreifende Weiterentwicklungsbedarfe aufgezeigt.
Das Ausbildungskonzept "Bauhaus-Projekt" greift in besonderem Masse die arbeitsmarktpolitische Situation von Jugendlichen mit dem Ziel auf, sie nicht nur erfolgreich, sondern auch dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit seiner neuen Form der gewerkeübergreifenden und projekt- und dialogorientierten Ausbildung und Qualifizierung am Beispiel der im Bauhandwerk vertretenen Haupt- und Nebenberufe stellt es möglicherweise eine Besonderheit in der Ausbildungslandschaft dar. Sich an das von CRAMER postulierte "integrative Ausbildungskonzept" anlehnend und gekennzeichnet durch die Vernetzung von fachlichen Inhalten (modularer Aufbau), berufsfeldübergreifender (gewerkeübergreifend) sowie berufsübergreifender Ausbildung (Vermittlung von Schlüsselqualifikationen), soll es als ein Katalysator und Mittler in der Vermittlung von Theorie und Praxis in der heutigen beruflichen Ausbildung verstanden werden. Der Beitrag stellt das Ausbildungskonzept vor.
Die Problematik ,,Lernerfolgskontrollen in der betrieblichen Ausbildung'' wurde aufgegriffen, da es künftig auch in den neuen Ländern der einzelbetrieblichen Entscheidung überlassen bleibt, ob, wie und wie oft der Lernfortschritt der Auszubildenden in der betrieblichen Ausbildung ermittelt wird. Entsprechende Verpflichtungen, wie sie in der DDR durch das Berücksichtigen der Vorleistungen (Vorzensur) bei Abschlußprüfungen und mit der Führung der Lehrlingsbegleitmappe erwuchsen, sind bei der Ausbildung nach BBiG/HwO und auf der Grundlage der Ausbildungsordnungen nicht mehr gegeben. Die sich daraus ergebende veränderte Problemlage des Ausbildungspersonals und Untersuchungsergebnisse des Bundesinstituts für Berufsbildung, die die Problematik der Lernerfolgskontrollen tangieren, sind der Anlaß, um im folgenden einige Denkanstöße zu Lernerfolgskontrollen allgemein, zur Ermittlung von berufsübergreifenden Qualifikationen und zur Zwischenprüfung zu geben. Bei den Untersuchungsergebnissen handelt es sich vor allem um die in vielfältigen Modellversuchen erprobten neuen Lernmethoden, deren Anwendung insbesondere auch auf die Entwicklung berufsübergreifender Qualifikationen abzielt, und um Erkenntnisse zur Zwischenprüfung.
Die Probleme einer Berufsbildung, die eng fachspezifisch ausgelegt ist, werden zunehmend anerkannt. So wird vermehrt nach Wegen gesucht, um berufliche Bildung breiter und langfristig verwertbar zu gestalten - auch im Sinne einer besseren Förderung der jugendlichen Persönlichkeit insgesamt. Doch die Kombination einer fachspezifischen mit einer allgemeinberuflichen Qualifizierung wirft eine Reihe bildungstheoretischer und didaktischer Fragen auf, die bisher keinesfalls hinlänglich geklärt sind, teilweise sogar eher durch kurzschlüssige Lösungsansätze zugedeckt werden. In einem neuen Forschungsprojekt zur Entwicklung von Ausbildungsmitteln im Bereich der CNC-Technik versuchen wir, hier ein Stück weiterzukommen.
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