Ein Forschungsprojekt des BIBB untersucht die Gründe für hohe Misserfolgsquoten in Gesellenprüfungen und zeigt Aspekte zur Steigerung des Prüfungserfolgs auf. Dazu wurden qualitative Interviews mit 120 Prüfungsteilnehmern und 200 Experten aus Betrieben, Berufsschulen und Handwerkskammern durchgeführt. Die Untersuchung konzentrierte sich auf drei Ausbildungsberufe im Handwerk mit hohen oder deutlich gestiegenen Versagensquoten: Gas- und Wasserinstallateur, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, Elektroinstallateur. Das Ergebnis: Es gibt keine monokausale Erklärung für Prüfungserfolg. Es wirken stets mehrere Faktoren zusammen, mit wechselndem Gewicht der Einzelfaktoren. Besondere Bedeutung haben die schulischen Voraussetzungen, die kontinuierliche Betreuung durch Ausbilder und Berufsschullehrer, die vollständige Vermittlung der Lehrinhalte sowie die Prüfungsvorbereitung. Die Entscheidung über den Prüfungserfolg fällt weitgehend vor und nicht während der Prüfung.
Der Beitrag fußt auf Ergebnissen einer empirischen Untersuchung, die 1994/95 in Betrieben der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt in den Berufen Elektroinstallateur, Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel und Industriekaufmann durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, auf welche Ursachen die Ausbildungszufriedenheit zurückgeführt werden kann und welchen Beitrag die betriebliche Ausbildungspraxis zur Erklärung der Zufriedenheit der Auszubildenden leistet. Die Auszubildenden äußerten sich in der Regel recht zufrieden über ihre betriebliche Berufsausbildung. Dabei gibt es jedoch erhebliche berufsspezifische Unterschiede bei den Zufriedenheitsaussagen der Jugendlichen. Ein größeres Maß an Selbständigkeit beeinflusst die Zufriedenheit nur in der Tendenz positiv. Jedoch hat die erlebte Ausbildungspraxis (Ausbildungsmethoden, Zuwendung, Ausbilder) entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit der Auszubildenden. Als eigenständige Faktoren sind der "Abwechslungsreichtum der Arbeitsaufgaben" und die "persönliche, ausbildungsbezogene Zuwendung durch die Ausbilder" von größtem Gewicht.
Im Rahmen des deutsch-irischen Kooperationsprojekts "Pilot comparison of German and Irish craftsperson qualification - a new approach to transparency of qualifications based on empirical project" wurde ein neuartiger, empirischer Weg zum Vergleich von Ausbildungsstandards eingeschlagen: jungen irischen Elektroinstallateuren und Kraftfahrzeugmechanikern wurde die Möglichkeit zur Teilnahme an einer in englischer Sprache durchgeführten deutschen Gesellenprüfung gegeben. Der Beitrag berichtet über den Ablauf der Prüfungen und die Erfahrungen der irischen Prüfungsteilnehmer mit den schriftlichen und praktischen Prüfungsteilen. Die Evaluierung der Prüfungsdurchführung zeigt, dass es möglich ist, eine deutsche Abschlussprüfung in den genannten Berufen mit relativ geringen Veränderungen in einem anderen Land und in einer anderen Sprache einzusetzen.
Mit der Studie "Die Bedeutung nichtfachlicher Qualifikationen für die beruflichen Chancen von Mädchen" sollten Informationen darüber gewonnen werden, wie betriebliche Ausbilder die Eignung von Mädchen für bestimmte Berufe einschätzen, welche Erfahrungen sie mit weiblichen Auszubildenden gemacht haben und ob sich geschlechtsspezifische Unterschiede bei den sogenannten nichtfachlichen Qualifikationen, also Persönlichkeitsmerkmalen wie z.B. Lernbereitschaft, selbständiges Arbeiten oder Belastbarkeit feststellen lassen. Durch die Befragung von Ausbildern aus zwei unterschiedlichen Berufsbereichen ergab sich zudem die Möglichkeit, Hinweise darauf zu gewinnen, ob und inwieweit sich Ausbilder in einem geschlechtsuntypischen Beruf wie Industriekaufmann/frau in ihren Meinungen und Haltungen zu weiblichen Auszubildenden von Ausbildern in typischen Männerberufen wie Elektroanlageninstallateur/Energieanlagenelektroniker bzw. Elektroinstallateur unterscheiden. Der Artikel berichtet über die Ergebnisse dieses Projektes.
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