Der Beitrag thematisiert erste Erfahrungen von Arbeitgebern mit Absolventinnen und Absolventen berufsqualifizierender Modellstudiengänge für Pflege in Nordrhein-Westfalen und skizziert ausgewählte Ergebnisse zu Einsatzfeldern und Faktoren einer gelingenden Berufseinmündung. Anschließend werden hiermit einhergehende Implikationen aufgezeigt und Handlungsbedarfe abgeleitet. Die Forschungsergebnisse sind im Rahmen einer umfassenderen Studie zum Verbleib von Absolventinnen und Absolventen der elf nordrhein-westfälischen Modellstudiengänge für fünf Gesundheitsberufe (VAMOS) entstanden.
Eine Aufstiegsfortbildung kann in Deutschland den Weg zu betrieblichen Positionen öffnen, die in anderen Ländern ausschließlich Hochschulabsolventinnen und -absolventen vorbehalten sind. Doch schlägt sich dies auch in einer vergleichbaren Entlohnung nieder? Der jüngste OECD-Vergleich gibt hier wenig Anlass zur Hoffnung. Allerdings bleiben in dieser Analyse Faktoren unberücksichtigt, die ein differenzierteres Bild zeichnen. Dies wird anhand der Ergebnisse einer aktuellen Erwerbstätigenbefragung dargelegt.
Die Etablierung der neuen IT-Berufe hat entscheidend zur Beseitigung des Fachkräftemangels beigetragen. In einem weiteren Schritt entwickelte das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den Sozialpartnern ein mehrstufiges System staatlich geregelter Fortbildungsberufe, das im Mai d. J. in Kraft trat. Erstmals wird hier ein Konzept vorgestellt, das betriebliche Qualifizierungen von der Facharbeiterebene bis hin zum Niveau von Hochschulabsolventen ermöglicht und dabei zu einer Gleichwertigkeit beruflicher und schulischer Bildung beiträgt. In dem Beitrag werden die vorgesehenen drei Karrierestufen (Spezialisten, operative Professionals und strategische Professionals) beschrieben und abschließend auf offene bildungspolitische Fragen Bezug genommen.
Geregelte Aufstiegsfortbildung ist für den Aufstieg der Absolventen des dualen Systems zu mittleren und Fach- und Führungskräften auch bei Expansion der Hochschulabschlüsse eine entscheidende und zukunftsträchtige Basis. Jedoch sind die bisher für diesen Aufstieg erforderlichen Kompetenzen im Projektmanagement, für Führungsaufgaben, Aufgaben der Gestaltung betrieblicher Kommunikation und Kooperation und für strategische Aufgaben in der traditionellen Aufstiegsfortbildung noch zu wenig verankert gewesen. Neue Zielgruppen wie Abiturienten, Studienabbrecher, Hochschulabsolventen stellen zudem die Aufstiegsfortbildung vor weitere Herausforderungen und eröffnen ihr neue Möglichkeiten. Der Beitrag stellt die ordnungspolitisch wichtigsten Ergebnisse einer Untersuchung für die kaufmännische Aufstiegsfortbildung mit Schwerpunkt Fachwirt in den Dienstleistungsbranchen vor und gibt einen Ausblick auf die Perspektiven. Generell wurde festgestellt, dass die Aufstiegsfortbildung für die Professionalisierung der mittleren Fach- und Führungsfunktionen sowie die Qualifikationsversorgung des unternehmerischen Mittelstandes vielen Unternehmen nicht bewusst ist. Ein gezieltes Marketing für das Produkt Aufstiegsfortbildung sei erforderlich und Ziel und Qualität der Aufstiegsfortbildung besser auf die Situation dieser Zielgruppe auszurichten. Ihre Förderung erfordere öffentlich-rechtlich geregelte Abschlüsse; hier müsse die Ordnungsarbeit verstärkt ansetzen.
Um Veränderungen beim Facharbeiteraufstieg darzustellen, hat H. Althoff in einem Beitrag dieser Zeitschrift Daten des Mikrozensus ausgewertet und dabei festgestellt, dass die wachsende Zahl der Hochschulabsolventen keinen nachteiligen Einfluss auf die Aufstiegschancen von Facharbeitern hat. Die Autorin kritisiert die unvollständige Nutzung der Mikrozensusdaten und stellt die Verwendbarkeit der Daten und Methoden in Frage.
In dem Forschungsprojekt "Die Wertschätzung der dualen Berufsausbildung und ihre Einflussfaktoren" des Bundesinstituts für Berufsbildung wurde untersucht, wie die Betriebe die Einsatzmöglichkeiten und Entwicklungschancen dual ausgebildeter Fachkräfte einschätzen und welche Rolle sie den eigenen Ausbildungsaktivitäten im Rahmen der betrieblichen Personalgewinnung beimessen. Die Auswertung beruht auf einer Stichprobe von insgesamt 3167 Betrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass eine generelle Einschränkung beruflicher Entwicklungschancen für betrieblich qualifizierte Fachkräfte in den Betrieben nicht beobachtet werden kann. Gleichwohl gibt es Tendenzen, nach denen bei gleichzeitig verringertem Beschäftigungsniveau die traditionellen Aufstiegsperspektiven durch solche abgelöst werden, die sich über eine erhöhte fachliche Verantwortung definieren. Dass die Betriebe im Zuge der Herausbildung erweiterter Aufgabenzuschnitte auf der Suche nach neuen Qualifikationsstrukturen sind, zeigt sich in der Bereitschaft, Hochschulabsolventen für solche Aufgaben einzustellen, die durchaus auch durch Qualifikationsprofile dual ausgebildeter Fachkräfte abgedeckt werden könnten.
Der Mikrozensus erlaubt es, mittels der Merkmale "Stellung im Betrieb" und "berufsbildender Abschluss" dem Einfluss eines steigenden beruflichen Bildungsniveaus auf den Facharbeiteraufstieg nachzugehen. Für den Zeitraum 1982 bis 1993 lassen sich keine negativen Veränderungen der Aufstiegschancen feststellen, weder bei den betrieblich Ausgebildeten noch bei den Hochschulabsolventen. Welche Mechanismen das verhindern und welche individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen der absolute Zuwachs an Statuspositionen hat, wird im einzelnen erläutert. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, warum die Berufszufriedenheit trotz unverändertem Status abnimmt.
Bedingt durch berufliche Wandlungsprozesse entsteht gegenwärtig ein bedeutender Bedarf an fachlich und pädagogisch qualifizierten Dozenten und Dozentinnen. Hier wird über eine Weiterbildungsmaßnahme (Modellversuch) berichtet, die unter Einbeziehung der vorhandenen pädagogischen Qualifikation von Hochschulabsolventinnen und -absolventen diese neuen Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zu erschließen sucht. Der Modellversuch verfolgt u.a. das Ziel, ein innovatives Curriculum auch für andere Weiterbildungsträger bereitzustellen. Gleichzeitig wird geprüft, inwieweit sich mit diesem neuen Qualifikationsprofil die angenommene betriebliche Antizipation bestätigte und sich die postulierten Beschäftigungschancen potentiell erhöhten.
Der Verfasser wertet eigene Umfragen an den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland und bei den Kultusministerien der Länder aus. Die wichtigsten Ergebnisse sind:- Die Zahl der Studenten für das Lehramt an beruflichen Schulen hat sich seit den fünfziger Jahren mindestens vervierfacht. Sie beträgt heute im Vergleich zur Zahl der Lehrer an beruflichen Schulen etwa ein Drittel.- Das Studium für das Lehramt an beruflichen Schulen hat sich immer mehr zu einem Aufbaustudium für Fachhochschulabsolventen entwickelt.- Künftig muß mit jährlich ca. 5000 Studienabsolventen für das Lehramt an beruflichen Schulen gerechnet werden; bei 4.100 Seminarplätzen/Jahr sind Wartezeiten für Referendare zwischen Studienabschluß und Vorbereitungsdienst nicht ausgeschlossen.
ln dieser Anregung zu einem Forschungsvorhaben wird im Hinblick auf den vom Bildungsrat geforderten "FachabschlußB" der Sekundarstufe II diskutiert, wie empirisch ermittelt werden kann, ob in der Sekundarstufe II vollschulischausgebildete Techniker in der Industrie der Bundesrepublik Deutschland eingesetzt werden können. Es wird vorgeschlagen, die Situation der an beruflichen Sekundarschulen des Auslandes vollschulisch ausgebildeten Techniker, die eventuell in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt sind, zu untersuchen, vor allem die der Absolventen der Höheren Technischen Lehranstalten Österreichs (Klasse 9-13). Eine Umfrage bei einigen (süddeutschen) Großbetrieben hat ergeben, daß solche Absolventen in der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich tätig sind. Diese 19jährigen Maturanten (!) werden nach den Auskünften der Firmen im wesentlichen zwischen dem Techniker und dem lng. (grad.), jedoch näher dem lng. (grad.), eingeordnet. Ihre Einarbeitungszeit soll länger als die der Fachhochschulabsolventensein: offensichtlich stellt die Tätigkeit als Konstrukteur ihren Beschäftigungsschwerpunkt dar.
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