Der Beitrag basiert auf einer repräsentativen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung über die Bildungs- und Lebenssituation junger Ausländer, die 1989 in der Bundesrepublik durchgeführt wurde. Schwerpunkte der Befragung waren neben dem Bildungsverhalten, der schulischen und beruflichen Bildung sowie der beruflichen Integration Fragen der Familien- und Wohnsituation, der Freizeitgestaltung und Aufenthaltsorientierung sowie der Befindlichkeit junger Menschen ausländischer Herkunft in der Bundesrepublik. Der Beitrag stellt dar, wie die Betroffenen Ausländerfeindlichkeit und Diskrimierung erleben und welche Folgen die wahrgenommene und erlebte Diskriminierung für ihr Leben in Deutschland hat. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Wohlbefinden der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausländischer Herkunft seit dem Fall der Mauer erheblich zurückgegegangen ist.
Ziel des Modellversuchsprogramms des Bundes ist, "an praktischen Beispielen aufzuzeigen, daß eine wesentlich größere Zahl von bisher fast ausschließlich mit Männern besetzten Berufen auch für Frauen geeignet ist". Zur Fragestellung, inwieweit Frauen den durch die Betriebe gesetzten Anforderungtn genügen, gehört neben "technischen" Aspekten wie Körperkraft, durch den Körperbau bedingten Bewegungsradius usw. aber auch die Frage nach der Vereinbarkeit von weiblicher Identität und gewerblich-technischer Berufsausbildung bzw. Berufstätigkeit. Es ist davon auszugehen, daß Mädchen aufgrund ihrer Sozialisation andere Verhaltensweisen und Dispositionen entwickeln als Jungen. Die Lebensperspektive von Mädchen beinhaltet immer auch die Verantwortlichkeit für Kinder, Familie und Haushalt. Die Berufsausbildung und der Wunsch nach Berufstätigkeit stehen neben der Familienorientierung. Mädchen gehen häufig davon aus, daß sie später höchstens "mitarbeiten" können, wenn Haushalt und Familie es zulassen. Auch stark berufsmotivierte Mädchen der Modellversuche streben ein Dreiphasenmodell und/oder Teilzeitsarbeit an.
Neben den vielfältigen gesellschaftlichen Problemen, die im Zusammenhang mit der Berufswahl stehen, wie z. B. die Beziehung zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem, sind mit der Berufswahl vor allem eine Reihe von individuellen Problemen allgemeiner Art verbunden, die allerdings ihrerseits als gesellschaftlich vermittelt gesehen werden müssen. Diese bestehen im wesentlichen darin, daß eigene Fähigkeiten mit persönlichen Bedürfnissen vereinbart werden sollen, daß die Wahl eines Berufes, die für viele zu einem sehr frühen Zeitpunkt im Leben erfolgt, eine relativ dauerhafte Berufslaufbahn fundieren soll, und daß allgemeine Lebensperspektiven mit beruflichen Erwartungen in Einklang gebracht werden sollen.
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