Die Frühjahrs- und Sommersitzung des Hautpausschusses fanden unter Leitung von Elke Hannack, Beauftragte der Arbeitnehmer, statt. Beraten wurden im Schwerpunkt die aktuelle Ausbildungsplatzsituation anlässlich der jährlichen Aussprache zum Berufsbildungsbericht der Bundesregierung. Weitere Themen waren das Selbstverständnis des Hauptausschusses, Azubi Wohnen und das Berufsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG).
Die Qualität der Ausbildung steht und fällt mit den Kompetenzen des Ausbildungspersonals. Die BWP widmet ihnen mit dieser Ausgabe einen Themenschwerpunkt. Wie hat sich der Ausbildungsalltag in Zeiten von Inklusion und Industrie 4.0 verändert? Welche neuen Anforderungen entstehen und mit welchem Selbstverständnis gehen Ausbilder/-innen und Lehrende ans Werk? Und sind sie für die technologischen und pädagogischen Herausforderungen gewappnet? Die Beiträge der Ausgabe versuchen Antworten auf diese Fragen zu geben.
Rezension zu: Berufsbildung, eine Renaissance? Motor für Innovation, Beschäftigung, Teilhabe, Aufstieg, Wohlstand. Peter Schlögl u.a. (Hrsg.), W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2017.
Die Forderung nach handlungsorientierter Ausbildung trifft immer noch auf eine Praxis, die stark durch einen lehrerzentrierten Unterricht geprägt ist. Im Beitrag werden Prinzipien eines prozessorientierten und kompetenzbasierten Lernens skizziert und der damit verbundene Wandel im Selbstverständnis des Ausbildungspersonals im Kompetenzzentrum Bürokaufleute Online (KOMZET) dargestellt. Hier wurden in den letzten drei Jahren variable Werkzeuge zur didaktischen Gestaltung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung entwickelt.
Im Zentrum des BIBB-Forschungsprojekts »Anforderungen an die Professionalität des Bildungspersonals im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt« stand die Frage nach den erforderlichen Kompetenzen für eine gelingende Übergangsgestaltung. Die Befunde zeigen u.a., dass eine multiprofessionelle Zusammenarbeit der beteiligten Fachkräfte für den Aufbau von Bildungsketten von besonderer Bedeutung ist. Der Beitrag stellt die subjektive Sicht der Ausbilder/-innen bezogen auf ihr berufliches Handlungskonzept und Selbstverständnis heraus, um aufzuzeigen, welche Sichtweise sie in die Zusammenarbeit einbringen.
Die Berufsbildungsforschung ist durch eine Vielzahl an Akteuren, Forschungsfeldern, Gegenständen, Fragestellungen und Entwicklungsaufgaben charakterisiert. Sie besitzt demnach ein sehr breites Profil, das sich zusehends ausdifferenziert. Ihr zentraler Anspruch ist es, den Zusammenhang von Beruf, Erwerbsarbeit und Bildung zu erforschen.
Diese Aufgaben profilieren nicht erst seit den 1960er-Jahren ihr Selbstverständnis. Vielmehr reicht ihre Geschichte bis in die vorindustrielle Zeit zurück. Welche Leitmotive die Entwicklung des Selbstverständnisses der Berufsbildungsforschung seit der Industrialisierung Deutschlands maßgeblich beeinflussten, wird im Beitrag an zwei Beispielen beleuchtet, die auf je eigene Weise berufsbildungsgeschichtlich bis in die Gegenwart bedeutsam sind: das Kaiserreich und die Zeit der national sozialistischen Diktatur.
Eine historisch-systematische Forschung, die sich mit dem Professionswissen, den Handlungsstrukturen, den Arbeitssituationen und dem Berufsbewusstsein des betrieblichen Bildungspersonals differenziert beschäftigt, existiert nur in Ansätzen. Dies hängt u. a. damit zusammen, dass die Berufs- und Wirtschaftspädagogik lange Zeit überwiegend Berufswissenschaft der Berufsschullehrkräfte war und das betriebliche Ausbildungspersonal erst seit Erlass des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) zu ihrem Gegenstand gemacht hat. Im Rückblick auf das vergangene Jahrhundert wird im Beitrag verdeutlicht, wie stark die Auffassungen von der betrieblichen Ausbildungstätigkeit vom Menschenbild der jeweiligen Zeit abhängen. Zudem werden Gründe für ein vergleichsweise gering ausgeprägtes professionelles Selbstverständnis des betrieblichen Ausbildungspersonals erörtert. Bei der Beantwortung der Frage, was Berufsausbilder/-innen zukünftig können und demzufolge wissen müssen, gilt es stärker als bisher, Erkenntnisse zu nutzen, welche die berufs- und wirtschaftspädagogische Forschung bereithält.
Warum ist die Berufsbildung heute so, wie sie ist? Im Sinne einer Selbstvergewisserung richten die Beiträge im Heft den Blick zurück. Ausgehend von aktuellen Fragestellungen zeichnen sie Entwicklungslinien der Berufsbildung in Deutschland nach. Themen sind u. a. Strukturfragen bei der Entwicklung von Ausbildungsordnungen, berufspädagogische Leitkonzepte, das Selbstverständnis des betrieblichen Bildungspersonals, Entwicklungslinien der Berufsbildungsforschung und auch eine erste Annäherung an den Transformationsprozess der Berufsbildung in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung.
In der Bildungspolitik wird derzeit kontrovers diskutiert, ob Entwicklungsprogramme in der beruflichen Bildung die seit fast 40 Jahren durchgeführten Modellversuche ablösen sollen. Dies ist Anlass, sich mit den Modellversuchserfahrungen aus der Sicht der Berufsbildungsforschung auseinander zu setzen. Im Unterschied zu manchen anderen Ländern Europas, in denen sich staatliches Handeln oft auf die Förderung von Einzel- oder Verbundvorhaben nach dem Fonds-Prinzip beschränkt, wurden Modellversuche des Bundes im Bereich der beruflichen Bildung als Innovationsprogramme organisiert. Diese Programme haben in den letzten Jahrzehnten eine umfassende Weiterentwicklung hinter sich, die sich auch auf die Konzepte wissenschaftlicher Begleitforschung ausgewirkt hat. Hierzu liefert der Beitrag einige Einschätzungen und aktuelle Empfehlungen.
In seiner letztes Sitzung im Jahre 2005 beriet der Hauptausschuss über die aktuelle Ausbildungsplatzsituation und über sein eigenes Selbstverständnis, über anstehende thematische Schwerpunkte sowie über eine Stärkung seiner berufsbildungspolitischen Funktion. Der Hauptausschuss verabschiedete Empfehlungen zum Europäischen Qualifikationsrahmen (EQ) und zur Berufsorientierung und Berufsberatung. Außerdem fand eine intensive Diskussion über die Stellungnahme des Wissenschaftsrates zur Berufsbildungsforschung des Bundesinstituts statt.
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