Ein adäquater Umgang mit Sprache wird als elementar für den Erwerb beruflicher Handlungskompetenz und für berufliches Handeln angesehen. Aber welche sprachlich-kommunikativen Anforderungen müssen Auszubildende in der beruflichen Ausbildung bewältigen? Am Beispiel der Ausbildungsberufe Einzelhandelskauffrau/-mann und Kfz-Mechatroniker/-in werden die jeweiligen typischen sprachlich-kommunikativen Anforderungen im Betrieb aufgezeigt und deutlich gemacht, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Berufen gibt. Die Ergebnisse betonen, wie wichtig die Entwicklung sprachlich-kommunikativer Kompetenzen für die berufliche Ausbildung ist.
Für den großen Wirtschaftsbereich Einzelhandel wurden die Ausbildungsberufe Verkäufer/-in und Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel grundlegend modernisiert. Es wurde ein Gesamtkonzept entwickelt, das identische Inhalte in den ersten beiden Ausbildungsjahren enthält und flexible Auswahlmöglichkeiten bietet. Auf diese Weise soll die Durchlässigkeit zwischen beiden Ausbildungsberufen und damit auch die Durchstiegsmöglichkeiten für Verkäufer(innen) verbessert werden. Wesentliche inhaltliche Neuerungen bestehen bei der Neufassung der Warenkunde, der Warenwirtschaft, des Rechnungswesens, der Anwendung der Informations- und Kommunikationstechniken und der Kundenorientierung sowie in der Aufnahme der unternehmerischen Selbständigkeit als Zusatzqualifikation.
Die Neuordnung der Ausbildungsberufe im Einzelhandel, insbesondere Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Verkäufer/-in ist in Stillstand geraten, da die Vorstellungen der Sozialpartner zur Neugestaltung zu unterschiedlich sind. In dem Beitrag werden ausgewählte Aspekte zur Struktur Ausbildung und Beschäftigung (Qualifikationsverwertung, Einsatzfelder, Aufstiegschancen) der Kaufleute im Einzelhandel dargestellt, um Stand und Perspektiven dieses Ausbildungsberufes deutlich zu machen und darauf aufbauend eine Neukonzeption der Ausbildung im Einzelhandel zu entwickeln. Der Vorschlag zur Neuordnung der Ausbildung soll die Diskussion um eine Einigung über die Eckwerte einen Schritt näherbringen.
Der Beitrag fußt auf Ergebnissen einer empirischen Untersuchung, die 1994/95 in Betrieben der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt in den Berufen Elektroinstallateur, Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel und Industriekaufmann durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, auf welche Ursachen die Ausbildungszufriedenheit zurückgeführt werden kann und welchen Beitrag die betriebliche Ausbildungspraxis zur Erklärung der Zufriedenheit der Auszubildenden leistet. Die Auszubildenden äußerten sich in der Regel recht zufrieden über ihre betriebliche Berufsausbildung. Dabei gibt es jedoch erhebliche berufsspezifische Unterschiede bei den Zufriedenheitsaussagen der Jugendlichen. Ein größeres Maß an Selbständigkeit beeinflusst die Zufriedenheit nur in der Tendenz positiv. Jedoch hat die erlebte Ausbildungspraxis (Ausbildungsmethoden, Zuwendung, Ausbilder) entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit der Auszubildenden. Als eigenständige Faktoren sind der "Abwechslungsreichtum der Arbeitsaufgaben" und die "persönliche, ausbildungsbezogene Zuwendung durch die Ausbilder" von größtem Gewicht.
Der Beitrag skizziert die gegenwärtige Moduldiskussion und stellt das modulare Nachqualifizierungskonzept des Modellversuchs "Arbeit und Qualifizierung" des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft dar. Die in dem Modellversuch entwickelten Module folgen dem Prinzip der Tätigkeits- bzw. Situationsorientierung, anstatt sich von der zugrundeliegenden Fachsystematik leiten zu lassen. Damit ergibt sich die Möglichkeit, prinzipiell mit jedem Modul beginnen zu können. Anhand von Beispielen werden tätigkeits- und situationsorientierte Module für Einzelhandelskaufleute und Maler/Lackierer erläutert. Beide Modulkonzepte orientieren sich an den betrieblichen Abläufen und bauen auf erfahrungsorientiertes Lernen.
Einige Jahre nach den Neuordnungen wichtiger Ausbildungsberufe wie z.B. den Metall- und Elektroberufen, den Büroberufen und dem Kaufmann im Einzelhandel stellt sich die Frage, ob sich die Neuordnungen in der Praxis bewährt haben. Der Beitrag fasst grundlegende Überlegungen zur Systematisierung von Evaluationsprojekten im Bereich der Ausbildungsordnungsforschung zusammen und enthält einen Kriterienkatalog zur Evaluation von Ausbildungsordnungen. Die erarbeiteten Kriterien beziehen sich auf die Materialien der Evaluation (Gestaltungsmerkmale), den betrieblichen Vermittlungsprozess (Anwendungsmerkmale), die Prüfungen (Erfolgsmerkmale) sowie auf Verwertungs- und bildungspolitische Merkmale. Der Kriterienkatalog bietet eine grobe Orientierung für die Durchführung von Evaluationsprojekten und soll in dem Forschungsprojekt "Evaluation der Ausbildungsordnung Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel" exemplarisch erprobt werden.
Das Startzeichen für die Neuordnung des Ausbildungsberufes Kaufmann/Kauffrau für Warenwirtschaft im Einzelhandel ist gegeben: Am 16. Juli 1992 fand das Antragsgespräch für die Neuordnung beim Bundesminister für Wirtschaft statt. ln diesem Gespräch wurden die bildungspolitischen Eckwerte festgelegt. Sie sind die Grundlage für die Erarbeitung des Entwurfes der Ausbildungsordnung und deren Abstimmung mit dem Rahmenlehrplan.
In dem Beitrag wird der Frage nachgegangen, welche hierarchischen Positionsstufen und sozialen Lagen die Ausbildungsberufe des Handels ihren Absolventen eröffnen. Die Überprüfung erfolgte getrennt für Betriebe des Facheinzelhandels und für Filialunternehmen (Waren- und Kaufhäuser, Lebensmittelsupermärkte, Waren-/ Discountläden). Die empirischen Daten stammen aus der BIBB/IAB-Befragung von 1985. Die Analyse des Facheinzelhandels stützt sich auf 1.035, die der Filialbetriebe auf 470 Befragte. Die Ergebnisse bestätigen, dass die Fachausbildungen im Einzelhandel nur begrenzte Chancen für die Erreichung attraktiver Positionen und Arbeitssituationen in den Handelsbetrieben eröffnen. Eine einfache verallgemeinernde Aussage über die Statuszuweisungsfunktionen der Ausbildungsberufe, wie etwa die, dass die Verkäuferausbildung ihre Absolventen im Handel generell eher in die unteren sozialen Positionen führt und die Ausbidung zum Einzelhandelskaufmann generell größere Chancen für den Zugang zu hohen Positionen und damit zu "besseren Lebenslagen" eröffnet, wird durch die Analyse nicht gestützt.
In den industriellen Metall- und Elektroberufen ist die Umstellung auf die neuen Ausbildungsgänge bereits nahezu abgeschlossen. Wie die Daten der Berufsbildungstatistik zeigen, haben 1988, dem zweiten Jahr des Geltens der Ausbildungsordnungen, über 90 % der Auszubildenden Verträge in den neuen Berufen erhalten. Dies ist um so bemerkenswerter, als den Betrieben auch für 1988 noch eine Übergangsfrist eingeräumt worden war. Die Befürchtung, daß vor allem kleine Betriebe die Umstellung soweit wie möglich hinausschieben würden, hat sich somit nicht bestätigt.
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