Das Bankgewerbe befindet sich in einer Umbruchphase. Digitale Kundenbeziehungen und Arbeitsmittel gewinnen zunehmend an Bedeutung, Online- Services werden stärker denn je nachgefragt – auch und gerade in Zeiten des "Social Distancing". Unter diesen Vorzeichen wächst besonders die Bedeutung, Kundenbeziehungen nachhaltig zu gestalten. Die Modernisierung des Ausbildungsberufs Bankkaufmann/-frau kam daher zur rechten Zeit.
Die Weiterbildungslandschaft wird von institutionellen Angeboten in Form von Seminaren, Kursen etc. dominiert, die nicht auf den tatsächlichen Bedarf der Betriebe zugeschnitten sind. Im Einzelhandel zeigt sich exemplarisch das strukturelle Grundproblem beruflicher Weiterbildung: Sie soll ein praxisorientiertes berufsbegleitendes und situatives Lernen selbstgesteuert ermöglichen, kann dies aber nicht leisten, so lange sie an schulartigen Formen des institutionellen Lernens festhält. Ein Berliner Bildungsträger - das Forum Berufsbildung e.V. entwickelt und erprobt in einem dreijährigen Modellversuch, wie Bildungsdienstleister Einzelhändler individuell und arbeitsnah und zugleich wirtschaftlich vertretbar qualifizieren können. Am Lernbedarf der Einzelhändler orientiert werden Strukturen eines Weiterbildungsangebotes entwickelt, das Lernen in und aus der Arbeit ermöglicht. Die eigene Praxis liefert den Lernstoff, die Arbeitsmittel werden zu Lernunterlagen erweitert. Betriebsberater und Dozenten werden zu Begleitern arbeitsintegrierter Lernprozesse - der Arbeitsplatz wird so zum individuellen Bildungszentrum. Ergänzend werden ein Aufgabenprofil und eine Weiterbildung für die Begleitung solcher Lernprozesse sowie ein Finanzierungsmodell entwickelt. Lernbegleiter bilden die zentrale Innovation des Modellversuchs. Die Verallgemeinerungsfähigkeit dieses individualisierten Lernmodells für Bildungsträger hängt davon ab, inwieweit es tatsächlich die Lernbedürfnisse ihrer Kunden trifft und zu Preisen angeboten werden kann, die zumindest nicht über den konventionellen Angeboten liegen. Der Beitrag stellt das Konzept vor.
Computer sind für kaufmännische Auszubildende ein alltägliches Arbeitsmittel, bei der Durchführung von Abschlussprüfungen werden sie bisher kaum genutzt. In einem Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurde ein computergestützter Aufgaben-Prototyp zur Erfassung beruflicher Handlungskompetenz entwickelt und erprobt. Die Ergebnisse wurden mit denen der regulären Abschlussprüfung, den Berufsschulnoten und einer Einschätzung der beruflichen Handlungskompetenz durch Lehrer und Ausbilder verglichen. Wie die Untersuchungsergebnisse zeigen, ist mit dem entwickelten Aufgabensatz noch kein Durchbruch zu handlungsorientierten computergestützten Prüfungen gelungen. Es sind noch wesentlich stärker auf die Simulation beruflicher Handlungsabläufe ausgerichtete Prüfungsformen zu entwickeln und erproben.
Ausgehend von einer breit angelegten repräsentativen Erwerbstätigenbefragung des BIBB werden die Personen, zu deren Aufgabenspektrum die Ausbildung von Lehrlingen/Auszubildenden gehört, analysiert und mit den übrigen Berufstätigen verglichen. Rund jeder sechste Erwerbstätige ist an der Qualifizierung von Auszubildenden beteiligt; hochgerechnet sind das 3,5 bis 4 Millionen Personen. - Ausbilder/innen sind im Schnitt besser qualifiziert als Nicht-Ausbilder, sie arbeiten an anspruchvolleren Arbeitsplätzen und nehmen häufiger Vorgesetztenfunktionen wahr. Für ihre berufliche Tätigkeit (nicht konkret auf die Ausbilderfunktion bezogen) spielt die formale Qualifikation eine größere Rolle; sie sind häufiger ihrer eigenen Ausbildung adäquat eingesetzt, haben seltener den Beruf gewechselt und können mehr von dem verwerten, was sie in ihrer eigenen Ausbildung gelernt haben. Sie sind im Schnitt weiterbildungsaktiver und haben häufiger einen Fortbildungsbedarf. Zwar verwenden Ausbilder überdurchschnittlich häufig programmgesteuerte Arbeitsmittel, allerdings können bei weitem noch nicht alle die dafür benötigten Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln.
Vor dem Hintergrund der besonderen Aufgabenstellung der chemischen Industrie für den Umweltschutz wird die Entwicklung entsprechender Arbeitsmaterialien als ein Beispiel für die Umsetzung umweltschutzrelevanter Ausbildungsinhalte in die betriebliche Ausbildungspraxis beschrieben. Das in Zusammenarbeit zwischen der Hoechst AG und dem BIBB erarbeitete Konzept der Materialien "Umweltschutz - eine Anleitung für die Aus- und Weiterbildung in naturwissenschaftlichen Berufen" wird in seinem methodischen und didaktischen Aufbau dargestellt.
Der Beitrag beschreibt die Veränderungen des Tätigkeitsspektrums von Bürofachkräften auf der Grundlage umfangreicher Auswertungen zweier repräsentativer Erwerbstätigenbefragungen, die das BIBB und das IAB 1979 und 1985/86 bei jeweils ca. 26.000 Personen durchgeführt haben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Büroarbeitsplätze durch den Einsatz programmgesteuerter Arbeitsmittel einem tiefgreifenden Wandel unterworfen sind. Zwar liegen die Tätigkeitsschwerpunkte nach wie vor bei Schreibarbeiten, Formulararbeiten sowie internen und externen kaufmännischen Tätigkeiten, doch ist die Zunahme der EDV-Tätigkeiten von 3% auf 23% beträchtlich. Dementsprechend haben sich auch die Anteile der Erwerbstätigen mit höherer Schulbildung und die Fortbildungsteilnahme erhöht. Der Frauenanteil war 1985/86 überdurchschnittlich hoch (55% bei den Bürofachkräften gegenüber 38% bei allen Befragten) und gegenüber 1979 nahezu unverändert.
Der DV-Kaufmann gehört zu den wenigen kaufmännischen Berufen, die seit lnkrafttreten des Berufsbildungsgesetzes 1969 keiner Neuordnung unterworfen wurden. Dabei orientiert sich dieser Beruf weitgehend an dem Arbeitsmittel EDV, das bisher einer anhaltend raschen und tiefgreifenden Entwicklung unterlag. ln der Wirtschaft ist das Bild, das man sich vom Datenverarbeitungskaufmann macht, verbreitet sehr lückenhaft mit der Folge der Tendenz zu Fehleinschätzungen seiner Qualifikation. Über wichtige Ergebnisse der Untersuchung sowie über Probleme künftiger Berufsgestaltung soll hier zusammenfassend berichtet werden.
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